In der 1. Klasse Nordwest hat USV Niederleis am Samstag UFC Gaubitsch mit 10:2 besiegt und damit einen Abend erwischt, an dem nach offenem Beginn fast alles aufging. Nach dem 4:2 zur Pause zog Niederleis in der zweiten Hälfte klar davon. Trainer Markus Wolf führte den klaren Heimsieg vor allem auf den Biss, die Energie und den unbedingten Willen seiner Mannschaft zurück.

Image by Alexander Fox | PlaNet Fox from Pixabay
Der Abend begann für Niederleis genau so, wie es sich Markus Wolf vorgestellt hatte. „Wir haben einen ganz klaren Plan gehabt zu Hause“, sagte der Trainer, der von Beginn an „mit viel Energie, mit viel Leidenschaft, mit viel Kampf“ in die Partie gehen wollte. Das setzte seine Mannschaft sofort um. Schon in der 1. Minute brachte Frantisek Lörinczi die Gastgeber mit 1:0 in Führung. Wolf hob danach auch hervor, dass sein Team damit zum ersten Mal in dieser Saison das erste Tor machte. Ruhe brachte dieser Blitzstart aber noch nicht hinein. Tomas Oklestek glich für Gaubitsch in der 9. Minute aus, Lörinczi stellte in der 12. Minute auf 2:1, ehe Oklestek in Minute 21 erneut ausglich. Wolf sprach passend dazu von einem „Hin und Her“, das auch für die Zuschauer einiges geboten habe. Gaubitsch sei in dieser Phase gut im Spiel gewesen, habe „brav gekämpft“ und den Ball ordentlich laufen lassen. Erst als Lörinczi in der 34. Minute seinen dritten Treffer des Abends zum 3:2 erzielte und Dominik Halamka kurz vor der Pause auf 4:2 stellte, bekam Niederleis das Spiel besser in die Hand. Für Wolf war dieser Vorsprung zur Halbzeit „natürlich ein leichter Befreiungsschlag“.
Was in der ersten Hälfte noch ausgeglichen gewesen war, kippte nach dem Seitenwechsel deutlich in Richtung Niederleis. Wolf formulierte es klar: „Die zweite Halbzeit war einfach überragend.“ Für ihn lag der Unterschied vor allem darin, dass seine Mannschaft dem Gegner schon früh alles abverlangte und später auch körperlich zulegen konnte. „Spätestens in der zweiten Halbzeit hat man einen deutlichen Unterschied gemerkt, wie gut wir körperlich in Form sind“, sagte der Niederleis-Coach. Auf dem Platz schlug sich das dann auch im Ergebnis nieder. Pavel Valent erhöhte in der 52. Minute auf 5:2 und nahm Gaubitsch damit weiter den Glauben an eine Wende. Peter Uhrinec legte in der 65. Minute das 6:2 nach, nur vier Minuten später traf Valent ein zweites Mal zum 7:2. In der Schlussphase wurde das Ergebnis dann sogar zweistellig: Marek Svoboda machte in Minute 77 das 8:2, Florian Weichselbaum erhöhte in der 82. Minute auf 9:2 und David Coker setzte in der Nachspielzeit mit dem 10:2 den Schlusspunkt. Wolf meinte dazu, dass viele der Treffer „wirklich gute, spielerische, schöne Aktionen“ gewesen seien. Zufallstore habe er nicht gesehen, vielmehr habe sein Team die Chancen diesmal konsequent in Tore umgemünzt.
So deutlich das Ergebnis auch ausfiel, ganz ohne kritischen Punkt wollte Wolf den Abend trotzdem nicht abhaken. „Wenn man bei zehn Toren etwas Kritisches sehen will, sind es einfach wieder zwei Gegentore“, sagte er. Genau das wolle er nicht wegreden, weil für seine Mannschaft auch das Thema Zu-null-Spiel weiter auf der Liste steht. „Es muss einmal die Null stehen“, betonte der Trainer. Den Auftritt des Gegners ordnete er fair ein: Bis zum 2:2 oder auch noch bis zum 3:2 sei das „ein richtig gutes Match“ gewesen. Auch mit der Leistung des Schiedsrichters zeigte sich Wolf einverstanden. Den Elfmeter gegen seine Mannschaft könne man geben, außerdem hätte Niederleis aus seiner Sicht zwar noch einen weiteren Strafstoß bekommen können, bei diesem Spielstand falle das aber nicht ins Gewicht. Wichtig war ihm am Ende auch der Hinweis auf die Unterstützung von außen. „Es waren wieder viele Zuschauer da, die uns wirklich unterstützt haben“, sagte Wolf. Zehnmal die Torhymne bei einem Heimspiel zu hören, sei natürlich für alle ein besonderes Erlebnis gewesen. Viel Zeit zum Genießen will er seiner Mannschaft aber nicht geben. Wolf machte klar, dass trotz des 10:2 jetzt kein Abheben angesagt ist: drei Punkte mitnehmen, am Boden bleiben und den Fokus auf das schwere Auswärtsspiel in Leobendorf legen.