In der 1. Klasse Nordwest hat der USC Muckendorf/Zeiselmauer gegen SV Spillern einen 2:0-Start nicht über die Zeit gebracht und am Ende noch 2:4 verloren. Für Spillern war es ein Abend mit zwei völlig unterschiedlichen Gesichtern: zuerst der katastrophale Beginn, dann aber eine starke Reaktion. Trainer Christian Malek sprach nach dem Auswärtssieg vor allem von mentaler Stärke und vom Glauben an die Wende.

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Aus Sicht der Gäste sprach in den ersten Minuten fast alles gegen einen erfolgreichen Abend. Schon in der 4. Minute brachte Jakob Lindlgruber die Gastgeber in Führung, nur eine Minute später legte Johannes Summesberger das 2:0 nach. Malek fand dafür deutliche Worte: „Der Start war verheerend. Innerhalb von fünf Minuten zwei Gegentore zu bekommen und praktisch mit einem 0:2 zu beginnen, ist natürlich suboptimal.“ Der Trainer merkte auch an, dass seine Mannschaft zunächst zu träge war und etwas brauchte, um mit diesem Rückschlag umzugehen. Mit dem Anschlusstreffer durch Philip Frithum in der 19. Minute kam Spillern dann besser hinein, wurde im Spiel nach vorne schneller und bekam mehr Zugriff. Für Malek war das kein Zufall, sondern eine Folge der Umstellung und der Reaktion von außen: „Ab der 20., 25. Minute wurden die Burschen wachgerüttelt.“ Bis zur Pause blieb es beim 2:1, doch die Partie hatte sich da bereits spürbar gedreht.
Nach dem Seitenwechsel sah Malek dann jene Mannschaft, die er sich schon von Beginn an gewünscht hätte. Spillern war nun schneller im Aufbau, mutiger nach vorne und deutlich dynamischer in den Aktionen. Der Trainer beschrieb diese Phase so: „In der zweiten Hälfte waren wir wesentlich besser, haben zu unserem alten Spiel zurückgefunden und etliche Torchancen herausgespielt.“ Der Ausgleich fiel in der 64. Minute durch Tunahan Can, und genau dieser Treffer war für Malek der eigentliche Wendepunkt. „Mit dem 2:2 haben wir gemerkt, dass viel Power und viel Schwung in unserem Spiel ist und der Gegner kaum mehr zu Offensivaktionen kam“, sagte er. Dieses Gefühl bestätigte sich nur wenige Minuten später auch auf der Anzeigetafel. In der 69. Minute erzielte Adin Salihovic das 3:2 für Spillern, damit war die Partie endgültig gekippt. Den Schlusspunkt setzte Alessandro Schießer in der 90. Minute mit dem 4:2. Für Malek war besonders der Ausgleich der Moment, in dem der Glaube voll da war: „Das 2:2 hat uns noch einmal den letzten Glauben an den Sieg eingeimpft.“
So groß die Erleichterung über die Wende auch war, der Spillern-Trainer wollte nach dem Schlusspfiff nicht nur das Ergebnis sehen. Er lobte vor allem den Charakter seiner Mannschaft und machte keinen Hehl daraus, dass ein 0:2 nach fünf Minuten auswärts erst einmal verdaut werden muss. „Mentale Stärke und der Glaube an sich selber“ seien für ihn die größte Stärke seines Teams gewesen. Gleichzeitig sprach Malek einen Punkt an, der ihn trotz der vier erzielten Tore beschäftigt: „Wir benötigen leider Woche für Woche die ersten zehn, 15 Minuten.“ Diesmal habe sich das sofort gerächt, und genau darin sieht er das größte Verbesserungspotenzial. Seine Warnung war deutlich: Gegen die Topteams der Liga werde man einen 2:0-Vorsprung nicht so leicht noch einmal aufholen können. Positiv hob er auch die Breite im Kader hervor, weil laut Malek auch die Wechselspieler ihren Teil beigetragen hätten. Für den Gegner fand er ebenfalls anerkennende Worte. Muckendorf/Zeiselmauer sei trotz des jungen Alters routiniert, robust und läuferisch stark aufgetreten. Unterm Strich bleibt für Spillern ein Auswärtssieg, der nach sechs Runden neun Punkte bringt und vor allem eines gezeigt hat: Nach einem Fehlstart kann diese Mannschaft noch einmal zurückkommen.