Im Derby der 1. Klasse Süd sah zunächst vieles nach einem Punktgewinn für den ASK Oberwaltersdorf aus, am Ende jubelte aber der Nachbar ASK Trumau über ein spätes 2:1. Trumau legte früh vor, Oberwaltersdorf glich nach der Pause per Elfer aus und drückte lange – ehe in der langen Nachspielzeit der entscheidende Treffer fiel. Sportchef Martin Pollek sprach von einem „Lucky Punch“ kurz vor Schluss und haderte vor allem mit der eigenen Chancenverwertung in einem über weite Strecken offenen, fairen Derby vor großer Kulisse.

Foto: Harald Dostal/fodo.media
Die Partie nahm rasch Fahrt auf. Nach wenigen Minuten lag Trumau vorne: Felix Luttenberger traf in der 5. Minute zum 0:1. Für Oberwaltersdorf war es ein Nackenschlag zum Start, doch die Hausherren fingen sich. „Trumau ist zeitig in Führung gegangen“, schilderte Martin Pollek, „aber ab diesem Zeitpunkt haben wir sukzessive mehr Spielanteile erlangt, Chancen kreiert und bis zur Pause das Spiel weitgehend bestimmt.“ Genau das spiegelte sich auf dem Platz wider: Oberwaltersdorf hatte mehr vom Spiel, schob die Gäste immer tiefer hinten rein und suchte konsequent den Weg zum Tor. Was fehlte, war die letzte Genauigkeit im Abschluss. „Wir haben gute Positionen gehabt, aber den Ball zu selten aufs Tor gebracht“, sagte Pollek. So ging es trotz Feldvorteile mit 0:1 in die Kabinen – die Hoffnung auf den Ausgleich blieb.
Nach dem Seitenwechsel belohnte sich Oberwaltersdorf endlich. In der 60. Minute zeigte der Unparteiische auf den Punkt, und Lukas Laha verwandelte den fälligen Elfmeter trocken zum 1:1. „Das war ein glasklarer Elfer, da gibt’s nichts zu rütteln. Der wurde souverän verwandelt“, betonte Pollek. Oberwaltersdorf hatte laut Pollek vor allem „zwischen der 20. und 80. Minute“ mit mehr Ballbesitz und dem klar aktiveren Auftritt. Chancen waren da, doch entweder fehlte der letzte Tick, oder ein Trumauer Bein stand im Weg. Eine rund 20-minütige Unterbrechung nach einem Zusammenstoß zweier Spieler samt Rettungseinsatz nahm dem Spiel den Rhythmus. „Das hat uns leider den Spielfluss gebrochen“, so Pollek. In der langen Nachspielzeit dann der Stich ins Herz: Nach einem Freistoß aus dem Halbfeld kam der zweite Ball zu Efe Ertekin, der aus kurzer Distanz ins lange Eck vollendete (90.+17) – „ein Lucky Punch in letzter Sekunde“.
Trotz der bitteren Niederlage hob Martin Pollek die positive Grundstimmung eines Derbys hervor, das vor rund 450 bis 500 Zuschauern für viel Spannung sorgte. „Es ist bei uns immer ein freundliches Derby. Man kennt sich, und für solche Spiele leben wir“, sagte der Sportchef. Auch für das Schiedsrichterteam fand er klare Worte: „Das Schiedsrichtertrio hat sehr gut geleitet und hatte null Einfluss auf das Ergebnis – eine solide Leistung.“ Sportlich bleibt die Erkenntnis, dass Oberwaltersdorf kämpfte und alles versucht hatte,sich aber „für den Aufwand nicht belohnt“ hat. In der Tabelle liegt Oberwaltersdorf mit 27 Punkten im gesicherten Mittelfeld auf Rang zehn, Trumau knapp dahinter. Pollek richtete zudem den Blick aufs Menschliche: Nach der Kopfverletzung zweier Akteure hofft er, „dass bei beiden alles in Ordnung ist“. Für die kommenden Aufgaben gilt: Chancen konsequenter nutzen – dann bleiben die Derbysiege auch wieder daheim.