Spielberichte

„Der Panenka war der Knackpunkt“ – Hochwolkersdorf dreht 0:3 in ein 4:3

SC Hochwolkersdorf
SC Zöbern

In der 1. Klasse Süd feierte der SC Hochwolkersdorf am 26. Spieltag ein 4:3 gegen SIVAG SC Zöbern – nach 0:3-Rückstand. Trainer Thomas Steiner sprach von einem „Knackpunkt“-Elfer und hob Moral und Herz seines Teams hervor. Zöbern führte durch Stampfl und Spanring, ehe Tonkovic, Blank, Handler und Duman das Spiel in der Schlussphase komplett drehten. Ein emotionales Saisonfinale, das Hochwolkersdorf Platz vier bescherte – und für Zöbern nach starker erster Stunde doch noch bitter endete.

Orange-Schwarzer Ball auf Rasen

Foto: Harald Dostal/fodo.media

Vom lauen Start zur wilden Wende

Die Partie begann aus Sicht der Hausherren zäh. Thomas Steiner beschrieb es offen: „Am Anfang war es ein lauer Sommerkick, mit zwei Teams, bei denen es um nicht mehr viel ging – die besseren Momente hatte Zöbern.“ Seine Elf kam nicht in die Zweikämpfe, vernachlässigte „grundlegende Tugenden“, wie der Coach sagte, und wurde bestraft. In Minute 29 stellte Christopher Stampfl auf 0:1, zur Pause stand es folgerichtig 0:1. Nach Wiederbeginn legten die Gäste nach: Christopher Spanring traf in der 59. Minute zum 0:2, Stampfl erhöhte in der 65. gar auf 0:3 – die Vorentscheidung schien gefallen. Doch Hochwolkersdorf gab sich nicht auf. „Ab der Sechzigsten haben wir das Ruder herumgerissen“, so Steiner. Der Anschluss kam prompt: Srdan Tonkovic verkürzte in der 68. per Elfmeter – laut Steiner „ganz souverän mit einem Panenka“. Von da an kippte das Spiel. Die Gastgeber wurden spielbestimmend, blieben am Drücker und glaubten wieder an die Sensation. In der 76. bediente Elias Meisl den in die Tiefe startenden Marcel Blank, der trocken ins lange Eck zum 2:3 abschloss. In Minute 89 fiel der Ausgleich: Nach einem Freistoß von links landete der zweite Ball bei Stefan Handler, der aus kurzer Distanz zum 3:3 traf. Und die Krönung kam in der Nachspielzeit: Meisl hob den Ball in Minute 90+1 gefühlvoll auf Hasan Duman, der per Kopf aus kurzer Distanz zum 4:3 eindrückte – der hochumjubelte Schlusspunkt eines verrückten Finales.

„Nach dem Elfer ging ein Ruck durch uns“ – Steiners Einordnung

Für Thomas Steiner war der Wendepunkt eindeutig. „Der Elfer von Tonko war der Knackpunkt. Er hat das Herz in die Hand genommen und den Panenka reingechippt – das hat der ganzen Mannschaft Auftrieb gegeben.“ Gleichzeitig sparte der Coach nicht mit Selbstkritik für die ersten 60 Minuten: „Wie die drei Gegentore zustande gekommen sind, hat mir gar nicht gefallen. Wir haben Laufen, Kämpfen, Zweikämpfe führen und gewinnen, Bewegung ohne Ball – all das – vergessen. Das war mühsam anzuschauen.“ Umso mehr hob er die Reaktion hervor: „Ich rechne der Mannschaft Moral und Herz hoch an. Nach einem 0:3 noch einmal so in die Spur zu finden und die Partie innerhalb von 30 Minuten zu drehen – das habe ich in meiner Zeit als Trainer kaum erlebt.“ Auch die mentale Seite sprach er an: „Die Chemie im Team passt, wir sind im Aufsteigen, am Dazulernen, am Besserwerden.“ Dass die Wende ausgerechnet im Saisonfinale gelang, passte für ihn ins Bild eines Abends, an dem sein Team sich spät belohnte.

Gegner-Respekt, Schiri-Sicht und der Blick aufs Saisonende

Steiner fand zudem faire Worte für den Gegner: „Bei Zöbern hat man – wie bei uns – gemerkt, dass die Luft etwas draußen war. Sie sind bereits fix abgestiegen und dementsprechend verunsichert. Aber sie haben alles gegeben, und bei uns drei Tore zu erzielen, ist stark.“ Zur Leistung des Schiedsrichters blieb er ausgewogen: „Im Großen und Ganzen war es gut. Die Fehlentscheidungen hielten sichbin Grenzen.“ Er nannte zwei Szenen aus seiner Sicht: in Hälfte eins ein nicht gegebener Elfer nach Kontakt an Hasan Duman, später eine Handabwehr auf der Linie. Zugleich nahm er den Unparteiischen in Schutz: „Die Sicht war wohl durch viele Spieler verdeckt.“ Sportlich bleibt unterm Strich ein besonderer Abschluss: Hochwolkersdorf schließt die Runde mit 43 Punkten als Vierter ab – ein Ergebnis, das die späte Energie dieses 4:3 noch einmal unterstreicht. Zöbern beendet die Saison auf Rang 14 mit 21 Zählern. Für Steiner ist klar: „Auf diese Moral bauen wir auf."

1. Klasse Süd: Hochwolkersdorf : Zöbern - 4:3 (0:1)

  • 91
    Hasan Duman 4:3
  • 89
    Stefan Handler 3:3
  • 76
    Marcel Blank 2:3
  • 68
    Srdan Tonkovic 1:3
  • 65
    Christopher Stampfl 0:3
  • 59
    Christopher Spanring 0:2
  • 29
    Christopher Stampfl 0:1