Spielberichte

„Die Effizienz bei den Chancen hat gefehlt“ – Weikersdorf muss sich in Trumau mit einem 0:0 begnügen

ASK Trumau
SV Weikersdorf

In der 1. Klasse Süd hat sich ASK Trumau im Heimspiel gegen SV Weikersdorf mit 0:0 getrennt. Ein Spiel, das laut Weikersdorf-Trainer Wolfgang Hatzl nie wirklich Fahrt aufnahm, bekam seinen Charakter vor allem durch viele personelle Umstellungen und eine ausgeglichene Chancenbilanz. Während Trumau vor der Pause etwas mehr vom Match hatte, wurde Weikersdorf nach dem Seitenwechsel stärker, ließ aber die nötige Effizienz vermissen.

Zwei Spieler in weißen und roten Dressen im Zweikampf um den Ball

Foto von Emma Benedict auf Unsplash

Vor der Pause fehlte zunächst die Ordnung

Wolfgang Hatzl machte nach dem Schlusspfiff keinen Hehl daraus, dass seine Mannschaft diesmal nicht an ihr spielerisches Limit kam. „Es war kein besonderes Spiel“, sagte der Weikersdorf-Trainer und verwies gleich auf die Umstände, mit denen sein Team in die Partie gegangen war. Durch Verletzungen, Sperren und weitere Ausfälle musste umgebaut werden, und genau das machte sich aus seiner Sicht vor allem in der Anfangsphase bemerkbar. „Wir haben in der ersten Halbzeit etwas Probleme mit der Ordnung und mit der Formation gehabt“, erklärte Hatzl. In der Trinkpause wurde deshalb korrigiert, danach wurde es etwas besser. Ganz einseitig war die erste Hälfte trotzdem nicht. Hatzl sah Trumau zwar „vielleicht die Spur stärker“, gleichzeitig hatte auch seine Mannschaft Möglichkeiten. Christopher Hatzl schoss einmal von der Strafraumgrenze knapp daneben, kurz darauf blieb eine Doppelchance ungenützt, als zunächst Maximilian Rottensteiner und dann Konstantin Borns aus kurzer Distanz am Tormann scheiterten. Zur Pause stand es 0:0, und genau dieses Zwischenresultat passte zu einem Spiel, in dem beide Seiten zwar zu Abschlüssen kamen, aber nie wirklich ins Rollen.

Weikersdorf legt nach dem Wechsel zu, der letzte Pass fehlt aber

In der Halbzeit reagierte Weikersdorf noch einmal deutlich. Hatzl wechselte dreimal, und aus seiner Sicht veränderte das die Partie. „Dann ist es besser geworden“, sagte er knapp, und vor allem in der zweiten Hälfte sah er seine Mannschaft klar aktiver. „Nach der Pause haben wir das Spiel dominiert“, so der Trainer. Der Haken an dieser Phase: Der Druck führte nur selten in jene Räume, in denen es wirklich gefährlich wurde. Hatzl brachte es direkt auf den Punkt: „Wir sind nicht wirklich in die torgefährliche Zone gekommen. Da ist immer wieder der letzte Pass hängen geblieben.“ Die größte und eigentlich einzige wirkliche Großchance nach Seitenwechsel hatte Jan Steinbauer. Er kam zwischen Elfer und Sechzehner mit dem linken, also mit dem schwächeren Fuß, frei zum Abschluss, setzte den Ball aber über das Tor. Mehr sprang aus der Überlegenheit nicht heraus. Auf der anderen Seite hatte Hatzl den Eindruck, dass Trumau in dieser Phase vor allem darauf bedacht war, „die Null zu halten“ und den Punkt zu verteidigen. 

Ausfälle im Zentrum spürbar, junge Spieler erledigen ihre Aufgabe ordentlich

Warum Weikersdorf über weite Strecken nicht zu jenem Rhythmus fand, den man sich erhofft hatte, erklärte Hatzl auch mit der personellen Lage. Besonders schwer wog dabei der Ausfall des gesamten zentralen Mittelfelds. „Ein komplettes zentrales Mittelfeld ist mit Sperren und Verletzungen ausgefallen“, sagte der Trainer. Dass sich das im Zusammenspiel und in der Abstimmung niederschlug, überraschte ihn deshalb nicht. Gleichzeitig nahm er seine Mannschaft aber auch in Schutz. Die jungen Spieler hätten „ihre Sache ordentlich gemacht“, betonte Hatzl, schränkte aber ebenso klar ein, dass man „nicht zu viel erwarten“ dürfe, wenn mehrere Umstellungen auf einmal nötig werden. Positiv blieb für ihn, dass seine Mannschaft auf die schwächere Anfangsphase reagierte und sich Schritt für Schritt besser in die Partie arbeitete. „Es war positiv, dass wir nach den Umstellungen, die wir vorgenommen haben, doch gut ins Spiel gefunden haben und in der zweiten Halbzeit dominant waren“, sagte er. 

Eine Szene blieb hängen, am Ende überwog aber die nüchterne Einordnung

Ganz ohne Diskussionen ging die zweite Hälfte aus Sicht der Gäste dennoch nicht vorbei. Hatzl sprach von „der einen oder anderen fragwürdigen Abseitsentscheidung“, wollte das 0:0 daran aber nicht festmachen. Bei einer Szene fühlte er sich zwar bestätigt. „Ich habe inzwischen ein Video gesehen, da war eine Abseitsentscheidung falsch. Da wären wir alleine aufs Tor gelaufen“, sagte der Trainer. Gleich danach schob er aber hinterher, dass so etwas eben vorkomme und er sich daran „gar nicht zu sehr aufhängen“ wolle. Insgesamt sei es „ein sehr diszipliniertes Spiel ohne große Aufreger“ gewesen. Auch den Gegner ordnete Hatzl sachlich ein: Trumau sei in der ersten Halbzeit zwei-, dreimal gefährlich geworden, habe ein gutes Umschaltspiel gezeigt und ansonsten defensiv stabil agiert. So blieb am Ende eine nüchterne, aber schlüssige Bilanz des Weikersdorf-Coachs: Die Chancen vor der Pause und die eine große Möglichkeit nach dem Wechsel hätten für mehr reichen können, in Summe sei das 0:0 aber „glaube ich ein gerechter Ausgang“ gewesen. In der Tabelle bleibt Weikersdorf damit bei 40 Punkten auf Rang fünf, Trumau hält nach 26 Runden bei 28 Zählern und Platz zwölf.