In der 21. Runde der 1. Klasse Waldviertel lieferte sich der SV Kirchberg/Walde mit dem SCU Koller Nondorf ein hitziges Derby, das die Gäste spät mit 3:2 für sich entschieden. Nach frühem Rückstand kämpften sich die Hausherren zurück, führten sogar, ehe Nondorf in den Schlussminuten drehte. Trainer Daniel Glaser sprach von einer ausgeglichenen Partie und meinte: „Einen richtigen Knackpunkt gab es nur in den letzten zehn Minuten.“ Am Ende blieb bei Kirchberg vor allem Ärger über die letzte entscheidende Szene – und das Gefühl, dass mindestens ein Punkt möglich gewesen wäre.
Der Start ging klar an die Gäste: Bereits in Minute 2 stellte Tobias Schrammel auf 0:1 und gab Nondorf früh Rückenwind. Kirchberg brauchte, wie Daniel Glaser es ausdrückte, „gut zwanzig Minuten“, um in die Partie zu finden. Dann meldeten sich die Hausherren zurück – und belohnten sich kurz vor der Pause: Oleh Kvych glich in der 38. Minute zum 1:1 aus, zur Halbzeit war alles offen. Nach dem Wechsel erwischte Kirchberg den besseren Wiederbeginn. In Minute 62 traf Manuel Kammerer zur 2:1-Führung, die das Spiel endgültig zum Derby auf Augenhöhe machte. Nondorf antwortete aber spät und eiskalt: Matej Ríha stellte in der 83. Minute auf 2:2, und kurz vor dem Ende besorgte Alexander Prinz in Minute 89 das 2:3. „Anfangs war Nondorf besser, Anfang der zweiten Halbzeit waren wir besser, dann haben sie wieder das Kommando übernommen“, fasste Glaser die Wellenbewegungen zusammen.
Inhaltlich sah der Kirchberg-Trainer viele enge Phasen – und klare Ansatzpunkte. „Phasenweise sind wir nicht so gut ins Spiel gekommen, haben die Pässe vom Mittelfeld nicht so kontrolliert, wie wir es gerne hätten“, erklärte Daniel Glaser. Genau daraus ergab sich für seine Elf das Kernproblem: „Dadurch sind wir auch nicht so in unsere Angriffszone gekommen.“ Positiv hob er die Einstellung hervor: „Die kämpferische Leistung meiner Mannschaft hat mir sehr gut gefallen, da war eine Steigerung zu sehen.“ Auf die Frage nach besonders gelungenen Abschnitten blieb Glaser nüchtern: „Nein, eigentlich nicht.“ Den Gegner ordnete er sachlich ein: „Nondorf hat nicht wirklich etwas besonders Starkes gemacht. Sie haben normal ihr Spiel gespielt.“ Das Duell lebte weniger von spielerischer Leichtigkeit als von Tempo, Zweikämpfen und der Frage, wer aus wenigen klaren Momenten mehr macht.
Entschieden wurde das Derby in einer turbulenten Schlussphase, in der Nondorf zunächst ausglich und kurz vor Abpfiff das 2:3 erzielte. Genau hier verortete Daniel Glaser den einzigen echten „Knackpunkt“: „In den letzten zehn Minuten gab es einen Elfmeter, den man geben kann, aber die letzte Situation – ein indirekter Freistoß – war aus meiner Sicht eine Fehlentscheidung.“ Zugleich betonte er die faire Einordnung: „Die Schiedsrichterleistung war grundsätzlich in Ordnung.“ Am Ende überwog dennoch die Enttäuschung: „Wir hätten uns auf alle Fälle mindestens einen Punkt verdient gehabt, aber aufgrund der letzten Szene wurde uns der Punkt genommen.“ In der Tabelle steht Nondorf auf Rang zwei (37 Punkte), Kirchberg hält bei 25 Zählern auf Platz elf. Für Kirchberg bleibt der Auftrag klar: an der Passkontrolle im Zentrum arbeiten – die kämpferische Linie soll bleiben.