Spielberichte

"Sobald Vitis ein Tor macht, wird's für uns schwer" – Heidenreichstein verliert 1:4 und blickt auf die Relegation

1. SV Vitis
Heidenreichstein

In der 1. Klasse Waldviertel setzte sich der 1. SV Appel Vitis nach Rückstand mit 4:1 gegen den FC Autohaus Hörmann Heidenreichstein durch. Heidenreichstein lag durch Zbynek Musiol zur Pause 0:1 voran, doch Vitis drehte nach dem Seitenwechsel mit vier Treffern binnen 20 Minuten. Gästecoach Adolf Simon sprach von einem dünnen Kader und richtete den Fokus auf die Relegation: "Sobald Vitis ein Tor macht, wird's für uns schwer." Seine Jungen hätten es brav gemacht, Vorwürfe gab es keine.

Weiß-Blau-Orangener Fußball auf Rasen

Foto von Alfonso Scarpa auf Unsplash

Führung gehalten, nach der Pause überrollt

Heidenreichstein kam mit einem stark ausgedünnten Kader nach Vitis, hielt aber die erste halbe Stunde sehr ordentlich dagegen. In Minute 34 zahlte sich der Mut der Gäste aus: Zbynek Musiol traf zum 0:1, und mit dieser knappen Führung ging es auch in die Kabinen. "Die erste Halbzeit war tadellos, wir haben ganz gut mitgehalten", sagte Trainer Adolf Simon. Nach dem Wechsel kippte das Spiel jedoch binnen kurzer Zeit. Noel Hofstetter glich in der 49. Minute aus, Jan Krejci stellte in der 58. auf 2:1, Tobias Süss legte in der 62. das 3:1 nach, und Raphael Binder setzte in der 69. Minute mit dem 4:1 den Deckel drauf. Simon brachte die Heidenreichsteiner Lage auf den Punkt: "Sobald Vitis ein Tor macht, können wir nicht mehr dagegenhalten." Die Gastgeber hatten in dieser Phase klar mehr vom Spiel und nutzten ihre Möglichkeiten eiskalt.

"Keinem etwas vorzuwerfen" – dünner Kader, junge Spieler, starker Gegner

Simon vermied jedes Nachkarteln und blieb bei seiner Linie, die Leistung seiner Truppe einzuordnen: "Wir spielen mit dem letzten Aufgebot. Ich kann der Mannschaft absolut nichts vorwerfen, sie hat alles gegeben." In der Pause und kurz danach musste Heidenreichstein zusätzlich Ausfälle kompensieren. "Uns ist ein wichtiger Spieler verletzungsbedingt ausgefallen, danach mussten wir mit jungen Spielern ergänzen", erklärte der Coach, um gleich anzuschließen: "Die Burschen haben das toll gemacht." Dass Vitis derzeit zu den stärksten Teams der Liga zählt, ließ er ebenfalls nicht unerwähnt: "Die Tabelle lügt nicht, Vitis ist uns überlegen." Auch spielerisch sah er Vorteile beim Gegner: "Vitis war sicher mehr im Ballbesitz und hat uns reingedrückt." Seine Einschätzung blieb nüchtern und respektvoll – ohne Ausreden, aber mit klarer Beschreibung der Kräfteverhältnisse.

Schneller Freistoß als Knackpunkt, kein Vorwurf an den Schiri – jetzt zählt die Regeneration

Als möglicher Knackpunkt blieb bei Simon die Szene rund um das 3:1 hängen. Er betonte, die Situation noch nicht nachbesprochen zu haben, schilderte aber seinen Eindruck: "Ich glaube, die Spieler haben gedacht, der Ball sei noch nicht freigegeben, unser Tormann wollte die Mauer richten – und der Vitis-Schütze hat den Freistoß direkt reingeschossen. Ich meine, das war das 3:1." Ein Vorwurf an den Unparteiischen war das ausdrücklich nicht: "Über die Schiedsrichterleistung gibt es nichts zu diskutieren. Das war souverän, ganz perfekt." Im Kopf spielte bei den Gästen zudem das Parallelspiel mit: "Als wir gehört haben, dass Brand im Rückstand ist, war klar, dass wir fürs Relegationsspiel schauen müssen." Der Blick richtet sich nun nach vorne: "Wir müssen den Spielern Mut zusprechen, sie sollen sich gut erholen. Es sind etliche Blessuren dabei. Mir ist wichtig, dass alle ordentlich regenerieren und dann voll fit sind." Ob die Relegationspartie am Dienstag oder Mittwoch steigt, ist für ihn zweitrangig – Hauptsache, er bekommt zumindest jenen Mindestkader zusammen, der auch in Vitis zur Verfügung stand.

1. Klasse Waldviertel: Vitis : Heidenreichst. - 4:1 (0:1)

  • 69
    Raphael Binder 4:1
  • 62
    Tobias Süss 3:1
  • 58
    Jan Krejci 2:1
  • 49
    Noel Hofstetter 1:1
  • 34
    Zbynek Musiol 0:1