Spielberichte

Marcel Zuser (Trainer SV Karlstetten/Neidling): "Die Umstellungen waren der Schlüssel"

1. SV Maria Anzbach
SV Karlstetten

In der 1. Klasse West-Mitte trennten sich der 1. SV Maria Anzbach und der SV Karlstetten/Neidling mit 1:1. Nach der Führung der Heimischen vor der Pause kam Karlstetten nach dem Seitenwechsel zurück und nahm verdient einen Zähler mit. Trainer Marcel Zuser sprach von einem ausgeglichenen, ruhigen Spiel und hob die Wirkung seiner Anpassungen hervor: "Das war der Schlüssel." Beim Gegentor haderte er nur mit der Verteidigung eines Freistoßes – ansonsten sah er vieles richtig gemacht.

Fußball beim Schuss

Foto von (Augustin-Foto) Jonas Augustin auf Unsplash

Anzbach nutzt den Standard, Karlstetten hält dagegen

Über weite Strecken war es genau das, was man in dieser Liga oft sieht: ein enges Match mit vielen kleinen Zweikämpfen und kaum Geschenken. Den Unterschied vor der Pause machte ein ruhender Ball. In der 35. Minute traf Christian Hayden für Maria Anzbach zum 1:0, zur Halbzeit stand es 1:0. Aus Karlstettner Sicht war der Ärger nachvollziehbar. "Das 0:1 gegen uns fiel nach einem Freistoß, den wir nicht gut wegverteidigt haben", sagte Marcel Zuser offen. Gleichzeitig betonte er, dass seine Mannschaft im Spiel blieb und sich nicht verrückt machen ließ: "Ansonsten war das Spiel relativ ausgeglichen, sehr ruhig, ohne grobe Fouls." Genau dieses Ruhebewahren war die Basis dafür, nach der Pause noch einmal anzuziehen und die Partie wieder aufzumachen.

Halbzeit-Umstellung bringt den Ausgleich

In der Kabine drehte Zuser an ein paar Schrauben – mit Wirkung. "Die Umstellungen in der Halbzeit, dass wir mehr Eins-gegen-eins gegen den Mann spielen und beim Umschalten über die Seite auf die Grundlinie kommen und den Ball zur Mitte bringen, das haben wir gut umgesetzt", erklärte der Coach. Wenige Minuten nach Wiederbeginn belohnte sich seine Elf. In der 52. Minute stellte Florian Ackerling auf 1:1. Für Zuser war das kein Zufall, sondern die direkte Folge des Plans: "Wir haben dadurch eine gute Chance kreiert. Das war der Schlüssel zum 1:1." In dieser Phase kam Karlstetten immer wieder über die Flügel, blieb am Drücker und zeigte genau die Zielstrebigkeit, die vor der Pause noch gefehlt hatte – ohne dabei die Absicherung zu vernachlässigen.

Respekt vor Anzbach – ruhiges Spiel, klare Linie

Nach dem Ausgleich blieb es eng, weil beide Teams taktisch gut reagierten. "Es war sehr taktisch geprägt. Beide Mannschaften haben sich immer wieder gut an die Veränderungen angepasst. Dadurch war es immer sehr ausgeglichen, und wir haben sie relativ gut neutralisiert", sagte Zuser. Seine Wertschätzung für den Gegner klang deutlich mit: "Der Gegner hat eine Riesenqualität, vor allem hinten in der Innenverteidigung, mit Erste-Liga- und Regionalliga-Erfahrung. Das hat man im Spielaufbau gemerkt, sie haben Ruhe ausgestrahlt." Gleichzeitig hob er hervor, dass Anzbach trotz Erfahrung auch auf junge Spieler setzt – eine Mischung, die es schwer macht, Fehler zu erzwingen. Passend zum Gesamtbild gab es keine Aufreger um den Unparteiischen: "Der Schiedsrichter hatte eine gute Linie und keine Fehlentscheidungen. Es gibt da nichts."

Punkt beim Topteam und was bleibt

Unterm Strich ist das 1:1 für Karlstetten ein respektables Ergebnis – zumal auswärts beim Tabellen-Dritten. Mit Blick auf die Tabelle nimmt die Zuser-Elf einen Zähler mit, der im Mittelfeld (aktuell Rang neun) Stabilität gibt und Selbstvertrauen für die nächsten Wochen bringt. Inhaltlich lässt der Auftritt ebenfalls etwas zum Mitnehmen: die Konsequenz der Halbzeit-Anpassungen und die Arbeit gegen den Ball. "Ansonsten haben wir das wirklich gut gemacht gegen den Ball", sagte Zuser. Den einen Makel hat er klar benannt: "Beim einzigen Tor des Gegners hat uns die Überzeugung gefehlt, den Ball wegzuverteidigen. Da waren wir unachtsam." Genau da will Karlstetten ansetzen – Standards konsequent klären, die Flügelangriffe weiter scharf ausspielen und die ruhige, sachliche Linie beibehalten. 

1. Klasse West-Mitte: Maria Anzbach : Karlstetten - 1:1 (1:0)

  • 52
    Florián Stefan Ackerling 1:1
  • 35
    Christian Hayden 1:0