In der 1. Klasse West trennten sich der SCU Günther St.Georgen/Y und der SCU Ybbsitz nach einer langen Unwetterunterbrechung mit 1:1. Ybbsitz ging nach einem Eckball durch einen wuchtigen Kopfball von Daniel Mitterer (52.) in Führung, St. Georgen antwortete in Minute 74 per Standard durch Modra Lehel-Hunor. Co-Trainer Lukas Hanger sprach von einem insgesamt gerechten Remis, haderte aber damit, dass seine Mannschaft die Führung nicht über die Zeit brachte.

Foto: Harald Dostal/fodo.media
Die Partie begann ausgeglichen. „Die erste Halbzeit war sehr ausgeglichen, ohne zwingende Chancen“, hielt Ybbsitz-Co-Trainer Lukas Hanger fest. Die beste Möglichkeit vor der Pause fiel St. Georgen zu, doch „unser Tormann hat den indirekten Freistoß an die Latte gelenkt“. Dann kam das Unwetter – und eine XXL-Pause. „Wir konnten das Spiel erst um 18 Uhr fortsetzen, sprich, wir hatten eine Stunde und fünfzehn Minuten Pause.“ Nach dem Re-Start wirkte vieles zerfahren. Umso wertvoller wirkte der Standardtreffer der Gäste: Nach einer Ecke stieg Daniel Mitterer am höchsten und köpfte zum 0:1 ein (52.). „Das 1:0 war verdient“, so Hanger. St. Georgen ließ sich davon nicht abschütteln und kam in der 74. Minute über einen ruhenden Ball durch Modra Lehel-Hunor zum 1:1. „Danach gab es eigentlich weder bei St. Georgen noch bei uns hundertprozentige Chancen.“ In der Schlussphase blitzten bei Ybbsitz ein paar Umschaltmomente auf, „da waren wir vielleicht dem Sieg ein bisschen näher“, doch es blieb beim Remis.
In seiner Analyse hob Hanger zunächst die Geduld seiner Elf hervor: „Wir sind geduldig geblieben und wussten, dass wir zu Chancen kommen.“ Genau diese Geduld führte zum Führungstor – trotzdem überwog danach der Ärger über das, was liegen blieb. „Man muss so ein 1:0 auch mal über die Zeit bringen. Uns hat die Abgeklärtheit gefehlt.“ Nach der Führung sei „ziemlich viel Unordnung, ziemlich viel Harakiri“ ins Ybbsitzer Spiel gekommen.
Dazu kam eine Szene vor dem Ausgleich, die Hanger kritisch sah: „Dem 1:1 ist meiner Meinung nach ein Foul vorausgegangen, das keines war. Hier Foul zu entscheiden, war eine Fehlentscheidung.“ Gleichzeitig blieb der Co-Trainer fair im Gesamturteil: „Ansonsten war die Schiedsrichterleistung okay.“ Unterm Strich wollte er das Ergebnis nicht schönreden, aber auch nicht zerreden: „In Summe war es ein gerechtes Unentschieden, beide Mannschaften haben sich am Ende neutralisiert.“
Für den Gegner fand Hanger anerkennende Worte – gerade auch für die Phase nach der Ybbsitzer Führung: „Man hat gemerkt, dass sie unbedingt noch einen Punkt brauchen im Abstiegskampf. Nach unserem Führungstreffer waren sie zehn, fünfzehn Minuten die bessere Mannschaft und haben verdient ausgeglichen.“ Sein Fazit zum Schauplatz fiel ebenfalls respektvoll aus: „In St. Georgen ist es nie leicht zu spielen – eine gute Mannschaft, die verdient den Klassenerhalt gesichert hat.“
Mit dem Punkt bleibt Ybbsitz weiter ganz vorne im Rennen und richtet den Fokus sofort auf die Schlussgerade. Hanger sendet einen klaren Appell an die eigenen Fans: „Ich möchte alle Ybbsitzer bitten, jetzt am Donnerstag zu unserem letzten Heimspiel zu kommen. Für uns geht es um alles – diesen Schritt schaffen wir nur gemeinsam. Das zeichnet Ybbsitz aus.“