Tabellenführer gegen Kellerteam in der 1. Klasse West: Der SCU Ybbsitz besiegte den SV Volksbank Haubi's Petzenkirchen-Bergland mit 4:1. Die Hausherren stellten mit zwei frühen Eckbällen schnell auf 2:0, Petzenkirchen schnupperte nach dem Anschluss kurz an Zählbarem, kassierte aber prompt das 1:3. Spät vergaben die Gäste noch einen Elfer, ehe Ybbsitz in der Nachspielzeit den Deckel draufmachte. Trainer Johannes Riesenhuber ärgerte sich vor allem über Standards – und gratulierte zugleich dem neuen Meister.
Petzenkirchen kam eigentlich gut rein. „Wir haben den besseren Beginn gehabt“, betonte Coach Johannes Riesenhuber und verwies auf die erste Chance seiner Elf: Mate Kantor zog früh aus etwa 20 Metern ab, Ybbsitz-Keeper Vladislav Stoyanov war zur Stelle, wie des Öfteren im weiteren Spielverlauf. Danach kippte die Partie innerhalb weniger Minuten. Nach zwei Ecken schlug Ybbsitz eiskalt zu: In der 10. Minute traf Felix Wodicka zum 1:0, nur zwei Minuten später legte Lukas Stiftner das 2:0 nach. „Wir wussten, wie Ybbsitz die Eckbälle schießt und wollten das auch so verteidigen, aber wir haben es nicht geschafft. Ybbsitz hat das sehr gut gemacht“, ärgerte sich Riesenhuber. Bis zur Pause blieb es trotz zweier, dreier guter Petzenkirchner Möglichkeiten beim 2:0.
Nach dem Seitenwechsel arbeiteten die Gäste weiter am Comeback – mit Erfolg. In Minute 60 brachte Daniel Olbrich den SVP mit dem 2:1 wieder heran. „Das war natürlich erfreulich und hat uns Hoffnung gegeben“, so Riesenhuber. Petzenkirchen blieb dran, suchte sofort das 2:2, verlor jedoch in einem Angriff den Ball. Der folgende Konter saß: Felix Wodicka stellte in der 63. Minute auf 3:1. „Wir hatten einen Angriff auf das 2:2, verlieren den Ball und im Konter bekommen wir das 3:1 – das war die Entscheidung“, ordnete der Trainer nüchtern ein. In der Folge öffneten die Gäste, Ybbsitz fand Räume und kam mehrmals gefährlich durch, ließ aber einige Großchancen liegen oder scheiterte am gut reagierenden Schlussmann David Pöchacker.
Ganz ohne Restspannung war es am Ende trotzdem nicht. „In der 90. Minute hatten wir noch einen Elfmeter, den haben wir leider verschossen“, sagte Riesenhuber. Im direkten Gegenzug machte Ybbsitz alles klar: Michael Berger traf tief in der Nachspielzeit zum 4:1-Endstand. Zuvor hatten die Gastgeber ihre Konter mehrfach nicht veredelt – diesmal passte der Abschluss. Trotz der Enttäuschung fand der Petzenkirchen-Coach klare Worte der Anerkennung: „Ybbsitz hat das gespielt, was man braucht, wenn man Meister werden will. Sie waren geduldig, haben sich durch zwei Standards belohnt und danach klug verwaltet. Herzlichen Glückwunsch zum verdienten Meistertitel!“ Den Unterschied sah er im nötigen Quäntchen Glück: „Wenn man hinten steht, fehlt es oft. Der Meister hat es in den entscheidenden Szenen.“ Lob gab’s auch für das Gespann: „Es gab überhaupt keine strittigen Situationen, der Schiedsrichter und sein Assistent haben das gut gemacht.“ Für Petzenkirchen bleibt als Auftrag, Einsatz, Laufbereitschaft und die durchaus herausgespielten Chancen in die letzten Runden mitzunehmen – für Tabellenführer Ybbsitz war es der letzte Schritt zum großen Ziel.