In der 2. Klasse Ost-Mitte hat 1. SVg Guntramsdorf bei Perchtoldsdorf II mit 3:2 gewonnen – und das nach einem wilden Finish. Die Gäste führten zur Pause, gerieten nach dem Seitenwechsel in Rückstand und drehten die Partie mit Treffern in der 89. Minute und in der Nachspielzeit noch einmal. Trainer Alexander Jank machte nach dem Schlusspfiff vor allem „Willenskraft“ und den Glauben bis zum Ende als entscheidenden Unterschied aus.

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Jank beschrieb die Anfangsphase als „rassige, schnelle Partie“, in der zunächst vieles zwischen den Strafräumen stattfand. Viel Tempo, viele Zweikämpfe, aber zunächst nur wenig Zwingendes – so ordnete der Guntramsdorf-Coach die ersten Minuten ein. Die erste richtig gute Möglichkeit sah er erst in der 25. Minute für die Gastgeber, als Paul Stürzer stark hielt und seine Mannschaft im Spiel hielt. Wenig später schlugen die Gäste dann zu. In der 31. Minute brachte David Zimmermann die Guntramsdorfer mit 1:0 in Führung. Jank sprach von einer starken Aktion über Maximilian Loibnegger und sagte, das Tor habe seiner Mannschaft „ein bissel beflügelt“ und zugleich Sicherheit gegeben. Bis zur Pause blieb die Partie laut Jank offen und intensiv, Perchtoldsdorf habe seiner Elf „wirklich alles abverlangt“. Umso mehr ärgerte er sich darüber, dass ein weiterer Treffer von Loibnegger vor der Pause wegen Abseits aberkannt wurde. Aus seiner Sicht war das eine Fehlentscheidung, und genau deshalb sei das 1:0 zur Halbzeit ein deutlich schmalerer Vorsprung gewesen, als es hätte sein können.
Auch nach dem Seitenwechsel sah Jank seine Mannschaft zunächst am Drücker. Guntramsdorf sei mit dem klaren Vorsatz aus der Kabine gekommen, weiter Druck zu machen, und habe gleich nach Wiederbeginn wieder gute Aktionen gehabt. Zimmermann kam laut seinem Trainer nach einem Angriff über Mahmut Güllü und Bernhard Sticht zu einem guten Abschluss, wenig später hatte auch Loibnegger die Chance auf das 2:0, als er den Tormann überhob, aber auch das Tor verfehlte. Diese Phase war aus Sicht der Gäste wichtig, weil sie da nachlegen hätten können. Stattdessen kam Perchtoldsdorf zurück. Noah Schröckelsberger glich in der 67. Minute zum 1:1 aus, sechs Minuten später brachte Fabian Frantl die Heimelf mit 2:1 in Führung. Jank sprach beim zweiten Gegentor von einem aus seiner Sicht unberechtigten Elfmeter, betonte aber zugleich, dass seine Mannschaft auch nach diesem Rückschlag nicht auseinanderfiel. „Wir haben uns da nicht aus dem Konzept bringen lassen“, sagte der Trainer. Noch dazu erinnerte er an die direkte Reaktion nach dem Anstoß, als Guntramsdorf sofort wieder zu einer großen Möglichkeit kam. Genau diese Phase sah Jank als Beleg dafür, dass seine Mannschaft auch in einem offenen Schlagabtausch bei sich geblieben ist.
Die Schlussphase hatte dann genau das, was man im Unterhaus nur selten so geballt erlebt. In der 84. Minute bekam Guntramsdorf einen Elfmeter zugesprochen, nachdem Valentin Feher im Strafraum gefoult worden war, doch Loibnegger setzte den Ball an die Latte. Für Jank war genau die Reaktion danach bezeichnend. „Manche Spieler verzweifeln daran, wenn sie einen Elfmeter vergeben. Max macht da einfach weiter“, sagte er. Und genau so kam es auch. In der 89. Minute wurde Loibnegger von Mahmut Güllü freigespielt und traf wuchtig zum 2:2. Damit war die Partie aber noch nicht zu Ende. Jank gab offen zu, dass seine Mannschaft im Gegenzug auch Glück hatte, weil Perchtoldsdorf noch eine ganz große Chance auf das 3:2 vergab. Dann folgte in der Nachspielzeit noch ein Corner für die Gäste, und aus dieser letzten Aktion heraus erzielte David Zimmermann noch das 3:2. Jank nannte den entscheidenden Treffer „natürlich glücklich“, schob aber sofort nach, dass so ein Tor nur dann fällt, wenn eine Mannschaft bis zur letzten Sekunde daran glaubt. Genau diesen Glauben hob er mehrfach hervor: „Die Willenskraft, die Willensstärke, die wir an den Tag gelegt haben, war heute der entscheidende Moment.“
Dass es am Ende überhaupt so eng wurde, erklärte Jank nicht nur mit dem Verlauf des Spiels, sondern auch mit der Qualität des Gegners. Perchtoldsdorf II sei eine „junge, willige Mannschaft“, die über die gesamte Spielzeit laufe und kämpfe, sagte der Guntramsdorf-Trainer. Die Tabellensituation der Heimelf spiegle für ihn nicht wider, wie unangenehm diese Mannschaft an diesem Abend gewesen sei. Gleichzeitig fand Jank aber auch einige Punkte, an denen sein Team arbeiten müsse. Den letzten Pass wolle er wieder genauer sehen, auch die Chancenverwertung müsse besser werden, weil man „den Sack früher zumachen“ hätte können. Dazu kamen für ihn Schwächen bei Standardsituationen, weil seine Mannschaft dort aus seiner Sicht zu einfache Gegentore zuließ. Auch mit einigen Entscheidungen des Schiedsrichters war Jank nicht einverstanden, sprach von einer „durchschnittlichen Leistung“ und verwies auf das aberkannte Tor vor der Pause sowie den Elfmeter gegen seine Elf. Am großen Bild änderte das für ihn aber nichts. Guntramsdorf nahm drei Punkte mit und blieb seiner Linie treu. Für die letzten drei Spiele kündigte Jank an: „Wir wollen wieder ein bisschen mehr Kontrolle im Spielaufbau haben.“ Nach so einem Auswärtssieg in letzter Minute ist klar, worauf sich der Tabellenführer dabei weiter verlassen will: auf Qualität, aber vor allem auf eine Mannschaft, die bis ganz zum Ende dranbleibt.