Spielberichte

„Wir entwickeln, wir kaufen nicht“ – Kampner setzt bei Hanfthal auf Jugend und Kontinuität

UFC Hanfthal

In der 2. Klasse Pulkau-/Schmidatal hat der UFC Hanfthal die Spielzeit auf Rang neun beendet und 30 Punkte mitgenommen – sportlich solide, inhaltlich mit klaren Hausaufgaben. Trainer Rainer Kampner blickt bewusst selbstkritisch zurück, setzt in der Vorbereitung auf Fitness, eine mutige Spielidee mit Ball und vor allem auf junge Spieler aus der Region. „Wir entwickeln, wir kaufen nicht“, sagt der Coach, der mit Rückenwind aus Verein und Umfeld in den Sommer geht und seine Mannschaft ab 6. Juli behutsam, aber zielstrebig auf den Herbst trimmen will.

Fußballspieler in grünem Trikot mit einer Grätsche

Image by Alexander Fox | PlaNet Fox from Pixabay

Gemischter Rückblick, klare Marschrichtung

Rainer Kampner wählt für den Rückblick keine lauten Töne, aber deutliche Worte. „Der Rückblick fällt gemischt aus“, sagt der Hanfthal-Trainer, „von den Punkten her haben wir es gut gemeistert, wir waren im Frühjahr sogar punktegleich mit dem Dritten. Spielerisch ist aber viel Luft nach oben.“ Die Begründung liefert er gleich mit: Die Mannschaft ist sehr jung, Leistungsschwankungen gehören dazu. Genau dort will er ansetzen. „Wir müssen die Trainingsinhalte noch konsequenter in die Matches umsetzen.“ Der Coach bleibt dabei konstruktiv: Ergebnisse passten phasenweise, doch er fordert mehr Mut am Ball, mehr Ruhe in entscheidenden Momenten und ein reiferes Auftreten über 90 Minuten. So entsteht ein klarer roter Faden: Nicht schönreden, sondern gezielt weiterarbeiten – mit Geduld, aber ohne Ausreden.

Jugendkurs, Neuzugänge und ein Abschied mit Applaus

Die Stimmung im Team beschreibt Kampner als „wirklich top“. Das spiegle sich auch in der Kaderentwicklung: „Zwei junge Talente kommen zu uns – Kober Maximilian und Mohammed-Ali Attia, beide vom SC Laa. Wir wollen den Weg mit den jungen Spielern konsequent weitergehen.“ Der Verein trägt diesen Kurs voll mit. „Ich fühle mich super wohl, habe komplette Rückendeckung vom Vorstand, und mit Co-Trainer Peter Weismayer wollen wir den UFC Hanfthal nachhaltig weiterbringen.“ Dem gegenüber steht ein Abschied: Miroslav Styks zieht es nach Herrnbaumgarten. „Er war zehn Jahre bei uns, wir haben ihn gebührend verabschiedet“, so Kampner. Die freigewordenen Minuten sollen bewusst auf mehrere Junge verteilt werden, damit sie schneller reifen. Auch intern nennt der Trainer Führungspunkte: „Unser Jiri Svejkar ist als Legionär ein ganz wichtiger Spieler, eigentlich einer von uns, welcher die Mannschaft immer pusht.“ Zudem arbeiten sich Rückkehrer wie Lukas Laber nach langer Pause wieder voll heran, sein Bruder Tobias ist ebenfalls von seiner Ausbildung zurück – die Breite im Training wächst.

Vorbereitung, Spielidee und der Blick auf starke Gegner

Inhaltlich wird es jetzt konkret. „Ein Schwerpunkt ist sicher die Fitness“, betont Kampner. Läufe in der kurzen Pause sollen das Grundniveau halten, am 6. Juli startet die Vorbereitung. „Wir werden viel im Schnellkraft- und Ausdauerbereich arbeiten, damit wir im Herbst topfit und vor allem matchfit sind.“ Parallel legt er die Spielidee fest: „Wir wollen besser mit dem Ball werden. Ich halte nicht viel von langen Ausschüssen – wir wollen spielen und uns das auch zutrauen.“ Gegen den Ball soll die Mannschaft taktisch reifer auftreten. Personell gibt es Zuversicht: „Wir haben den Autrieth Felix mit Knieproblemen, aber das MRT schaut gut aus, er ist im Kraftaufbau. Wir hoffen, mit dem kompletten Kader in die Vorbereitung zu starten.“ Bei Trainingsbeteiligungen zwischen 20 und 25 Spielern kann das Trainerteam gezielt feilen. Den Maßstab liefern die Ligagrößen: „Gaubitsch hatte die Unterschiedsspieler, die Partien entscheiden können, sie werden sicher auch in der 1. Klasse eine gute Rolle spielen. In der neuen Saison ist Langenzersdorf spielerisch top einzuschätzen, Hausleiten ebenfalls stark. Dazu kommen Absteiger aus der Ersten Klasse – das wird eine sehr starke Klasse.“ Kampners Schlussakkord passt zum gesamten Gespräch: „Wir legen die Messlatte bewusst hoch, schärfen die Sinne – und bleiben unserem Weg treu.“