In der 2. Klasse Pulkau-/Schmidatal hat sich UFC Hanfthal am Samstag mit SC Sparkasse Enzersfeld/W. 1:1 getrennt. Für Trainer Rainer Kampner war es ein Spiel, in dem deutlich mehr drinnen gewesen wäre: Hanfthal legte stark los, ging früh in Führung und ließ laut Coach sogar das 2:0 oder 3:0 liegen, ehe Enzersfeld nach und nach besser hineinfand und noch vor der Pause ausglich.

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Aus Sicht der Gastgeber begann die Partie genau so, wie man sie sich in Hanfthal vorgestellt hatte. Kampner sprach von einem „super Start“ seiner Mannschaft, die Enzersfeld von Beginn an unter Druck setzte und damit früh den Ton angab. In dieser Anfangsphase fiel auch das 1:0: Nach einer Pressingsituation sprintete Haris Voloder laut Kampner in einen Rückpass, wurde dabei gefoult und holte damit den Strafstoß heraus. Matthias Leisser übernahm in der 10. Minute die Verantwortung und verwandelte sicher zur Führung. Der Hanfthal-Coach sah darin aber nicht nur den Lohn für den guten Beginn, sondern auch den Auftakt zu einer Phase, in der seine Mannschaft mehr hätte nachlegen müssen. „Wir haben dann super Chancen auf 2:0 beziehungsweise 3:0 gehabt, haben die leider nicht genutzt“, sagte Kampner. Genau das blieb für ihn einer der entscheidenden Punkte dieses Abends.
Was danach passierte, ordnete Kampner recht klar ein. Solange Hanfthal im Rhythmus war, hatte seine Mannschaft mehr vom Spiel. Dann aber kam, wie er schilderte, die Verletzung eines weiteren Hanfthaler Spielers hinzu, und genau dieser Moment habe sein Team „aus der Bahn geworfen“. Kampner erzählte, dass Enzersfeld von da an immer besser in die Partie gekommen sei und mehr Spielkontrolle übernommen habe. Noch vor der Pause fiel schließlich der Ausgleich, als Timo Enzi in der 37. Minute zum 1:1 traf. Der Hanfthal-Trainer verwies dabei auf einen Schuss aus rund 25 Metern, der zum Gegentor führte. Mit dem 1:1 zur Halbzeit war aus einer Partie, die aus Hanfthaler Sicht zunächst klar in die richtige Richtung gelaufen war, plötzlich wieder ein offenes Spiel geworden. „Schlussendlich muss man mit dem Unentschieden zufrieden sein“, sagte Kampner später, auch weil sich die Kräfteverhältnisse nach starkem Beginn zunehmend verschoben hätten.
Ganz ohne Ärger ging Kampners Analyse trotzdem nicht aus. Er verwies auf weitere Szenen, die aus seiner Sicht zugunsten seiner Mannschaft hätten ausfallen können. So sprach er von einer starken Aktion von Richard Koch, die wegen einer Abseitsentscheidung gestoppt worden sei, und von einer weiteren Situation im Strafraum, in der Hanfthal gerne noch einen Elfmeter bekommen hätte. Zur Leistung des Unparteiischen wollte er „gar nichts sagen“, machte aber deutlich, dass es für ihn mehrere strittige Momente gab und Enzersfeld die Grenze bei der Härte in manchen Aktionen überschritten habe. Gleichzeitig betonte Kampner aber auch die eigenen Stärken seiner Elf. „Gut funktioniert hat der Zusammenhalt, der Kampfgeist. Also jeder hat probiert“, sagte er. Weil auch die Gäste ihre Möglichkeiten hatten, hielt er das 1:1 am Ende dennoch für leistungsgerecht. Dass Hanfthal nach drei Runden mit sieben Punkten weiter im Vorderfeld liegt, ist die eine Seite. Die andere ist die personelle Lage, die den Trainer deutlich mehr beschäftigt.
Gerade deshalb richtete Kampner den Blick nach dem Schlusspfiff nicht nur auf die 90 Minuten, sondern auch auf die nächsten Wochen. Er erinnerte daran, dass Hanfthal schon vor Saisonbeginn mehrere verletzte Spieler zu verkraften hatte und nun der nächste Ausfall dazugekommen ist. Besonders wichtig war ihm dabei ein persönlicher Wunsch: „Dem Lukas Laber alles Gute“, sagte er und verband das mit der Hoffnung, „dass die schlimmsten Befürchtungen nicht eintreten“. Darüber hinaus formulierte der Trainer auch einen klaren Appell an die eigene Mannschaft. Trotz der angespannten Personalsituation seien 17 Spieler in der U23 dabei gewesen, nun gehe es darum, noch enger zusammenzurücken, die Trainingsbeteiligung hochzuhalten und in dieser Phase gemeinsam durchzutauchen. Nach dem 1:1 gegen Enzersfeld bleibt bei Hanfthal somit ein Punkt, den man annimmt, aber auch das Gefühl, dass ein starker Start diesmal nicht ausreichend genutzt wurde.