In der 2. Klasse Pulkau-/Schmidatal musste sich SV Ravelsbach am Samstag im Heimspiel mit einem 0:0 gegen ATSV Hollabrunn begnügen. Für Trainer Erich Steindl blieb nach 90 Minuten vor allem ein unbefriedigendes Gefühl. Seine Mannschaft hatte aus seiner Sicht mehr vom Spiel, ließ nach der Pause mehrere große Möglichkeiten aus und brachte den erwarteten Heimsieg deshalb nicht über die Linie.

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Steindl sprach nach dem Spiel von einem "eher schwierigen Spiel", auch weil die Gastgeber gegen Hollabrunn eigentlich mit drei Punkten gerechnet hatten. Genau das merkte man seiner Analyse an. Ravelsbach kam nach seiner Einschätzung von Beginn an nicht wie gewünscht zu Druckphasen, "somit hat sich in der ersten Halbzeit ein relativ ausgeglichenes Spiel entwickelt", sagte der Trainer. Ganz ohne Vorteile sah er sein Team aber auch vor der Pause nicht, denn "wir haben sicher das Chancenplus gehabt und auch Feldüberlegenheit". Die beste Möglichkeit ergab sich dabei nach einer Hereingabe von Richard Balogh auf Ronny Schmidt, der den Ball nicht sauber traf. Dazu kam noch eine weitere Kopfballchance, die aus Ravelsbacher Sicht ebenfalls nicht gut platziert war. Weil auch das Bewegungsspiel nicht wie erhofft funktionierte und der Aufbau zu langsam war, blieb Hollabrunn stabil und das 0:0 zur Pause passte zum Spielstand.
Deutlich klarer wurde das Bild nach Seitenwechsel. "Zweite Halbzeit war es dann auf jeden Fall viel besser. Wir hatten das Spiel eigentlich unter Kontrolle", fasste Steindl diese Phase zusammen. Ravelsbach spielte offensiver, war laut Trainer "immer Richtung Tor unterwegs" und kam jetzt auch zu den Möglichkeiten, die aus einem zähen Abend einen Heimsieg hätten machen können. Matthias Maurer lief zweimal alleine aufs Tor zu, ohne den Ball unterzubringen. Danach folgte die wohl größte Chance des Spiels, als Maurer querlegte und Ronny Schmidt das leere Tor nicht traf. Marcel Engelmaier setzte einen Abschluss an die Latte, dazu blieb auch ein weiterer Alleingang ohne Torerfolg. "Chancen genug", sagte Steindl deshalb treffend. Für ihn lag der Grund für das Remis klar auf der Hand: "Hätten wir die Effektivität gehabt, wäre das Ergebnis sicher zu unseren Gunsten ausgefallen."
So klar Ravelsbach in der zweiten Hälfte aus Sicht des Trainers auch aktiver war, ganz ohne Gefahr blieb die Partie nicht. Steindl verwies ausdrücklich auf "zwei Situationen", in denen die Gäste durch Eigenfehler der Gastgeber plötzlich zu sehr guten Möglichkeiten kamen. Zweimal ging Hollabrunn alleine aufs Tor, einmal rettete den Ravelsbachern dabei die Stange. Auch das gehörte für Steindl zur Wahrheit, weshalb er den Ausgang am Ende nicht völlig einseitig bewertete. Er sprach von einem "mehr oder weniger gerechten Ausgang", obwohl das Chancenplus auf seiner Seite lag. Über den Gegner äußerte sich der Trainer respektvoll. "Sehr kompakt", sagte er über Hollabrunn und ergänzte: "Sie spielen ein System mit wirklich guter Verteidigung." Auch zum Rahmen der Partie hatte er eine klare Einschätzung. Das Spiel sei "gut hart geführt" gewesen, der Schiedsrichter habe es aber "immer unter Kontrolle gehabt und sehr ordentlich geleitet".
Unterm Strich blieb bei den Ravelsbachern also ein Abend, an dem die Null hinten zwar Bestand hatte, vorne aber zu viel liegen blieb. Steindl brachte dieses Gefühl am Ende selbst auf den Punkt: "Das 0:0 ist für uns eher unbefriedigend, weil wir das Spiel gewinnen hätten müssen, aber im Endeffekt steht die Null auch hinten und wir sind mit dem Punkt dann auch zufrieden." Nach drei Runden halten damit sowohl Ravelsbach als auch Hollabrunn bei vier Punkten. Für den SV war dieses Remis deshalb kein Rückschlag, aber eben auch nicht das Ergebnis, das sich der Trainer vor dem Anpfiff erhofft hatte. Die Richtung für die nächsten Spiele ist damit klar vorgegeben: Im Aufbau muss Ravelsbach schneller werden, und vor dem Tor muss die Mannschaft jene Konsequenz finden, die ihr gegen Hollabrunn gefehlt hat.