Spielberichte

„Wir haben Pottendorf 45 Minuten lang dominiert“ – warum Winzendorf in Pottendorf nur ein 1:1 holte

SVg. Pottendorf
SV Winzendorf

In der 2. Klasse Steinfeld hat sich SVg. Pottendorf am Samstag in Runde drei mit SV Winzendorf 1:1 getrennt. Aus Sicht der Gäste blieb nach dem Schlusspfiff vor allem das Gefühl, dass deutlich mehr drinnen gewesen wäre. Trainer Mario Modad sprach von „zwei verlorenen Punkten“ und sah seine Mannschaft vor allem nach der Pause klar im Vorteil.

Gestapelte Bälle auf Rasen

Foto von Pedram Raz auf Unsplash

Früher Rückschlag bremst Winzendorf zunächst

Für Winzendorf begann die Partie denkbar ungünstig. Nach einer Unaufmerksamkeit gerieten die Gäste früh in Rückstand, als Ivan Brandic in der 4. Minute das 1:0 für Pottendorf erzielte. Modad schilderte danach genau diese Anfangsphase als Knackpunkt für die ersten Minuten seiner Mannschaft: „Wir haben durch eine Unaufmerksamkeit früh das 1:0 bekommen, und da haben wir sicher zehn Minuten gebraucht, um uns davon zu erholen.“ Danach sei die erste Halbzeit aus seiner Sicht „ein bisschen dahin geplätschert“. Pottendorf habe das Spiel verwaltet, während Winzendorf bewusst nicht sofort alles nach vorne warf. „Wir wollten noch nicht Harakiri attackieren“, sagte der Trainer. Trotzdem sei seine Mannschaft mit Fortdauer der ersten Hälfte besser hineingekommen und auch immer wieder gefährlich geworden, auch wenn es mit dem 0:1 in die Pause ging.

Mit offenem Visier kommt der Druck nach der Pause

Nach dem Seitenwechsel veränderte sich das Bild laut Modad dann deutlich. „Wir haben das Visier ein bisschen offener eingestellt, und auch das hat sehr gut funktioniert“, erklärte der Winzendorf-Coach. Ab diesem Moment seien seine Spieler „eigentlich drückend überlegen“ gewesen. Die Gäste blieben am Drücker, mussten auf den Ausgleich aber lange warten. Erst in der 80. Minute fiel das 1:1, und auch dieses Tor beschrieb Modad sehr konkret: Fabian Dorfmeister setzte sich gegen mehrere Gegenspieler durch, legte vor dem Tormann noch zur Seite, und Tobias Dragschitz stand goldrichtig und staubte ab. Für Winzendorf war das zwar die verdiente Belohnung für die zweite Hälfte, aus Sicht des Trainers aber noch nicht das Ende. „Auf das gesamte Spiel gesehen hätten wir auch das 2:1 noch nachlegen müssen“, sagte Modad, der das Remis deshalb nicht als Punktgewinn, sondern eher als verpasste Chance einordnete.

Warum der Sieg ausblieb und was Modad trotzdem gefiel

Entsprechend klar fiel auch die Analyse des Trainers aus. „Wenn man das gesamte Spiel betrachtet, wäre ein Sieg für uns mehr als realistisch gewesen“, meinte Modad. Dass es trotzdem nur bei einem Punkt blieb, lag für ihn vor allem an den letzten Aktionen im Angriff. Winzendorf habe gute Angriffe immer wieder sauber vorbereitet, diese Situationen aber nicht konsequent genug fertiggespielt. Nach dem Ausgleich sei Tobias Dragschitz noch zweimal sehr gefährlich aufs Tor gekommen, doch der zweite Treffer fiel nicht mehr. Modad brachte seine Sicht auf das Spiel mit einer markanten Aussage auf den Punkt: „Wir haben in Wahrheit den Titelfavoriten 45 Minuten an die Wand gespielt.“ Gleichzeitig sparte er nicht mit Respekt für den Gegner. Pottendorf habe „eine sehr, sehr große individuelle Qualität“, man sehe, dass dort viele Spieler bereits höherklassig aktiv gewesen seien. Auch den Schiedsrichter beurteilte er positiv und sagte, der Unparteiische habe „einen sehr guten Eindruck gemacht und eine Linie durchgezogen“.

Viel Zuversicht trotz verpasster Belohnung

So blieb bei Winzendorf nach dem 1:1 zwar Ärger über die ausgelassenen Möglichkeiten, aber eben auch spürbare Zuversicht. Modad sieht seine Mannschaft in einer guten Entwicklung und betonte nach dem Spiel, dass die Richtung aus seiner Sicht stimmt. „Wir kämpfen, wir beißen, wir fighten füreinander, und jede Woche gibt es einen spielerischen Schritt nach vorne“, sagte er. Das Defensivverhalten werde immer kompakter und stabiler, im Aufbauspiel werde seine Elf klarer, sauberer und mutiger. Gerade deshalb fällt seine Bilanz trotz des verpassten Sieges nicht nur negativ aus. Der Bereich, in dem noch Arbeit wartet, ist für ihn eindeutig: „Die Entscheidungen im letzten Drittel und die Abschlüsse im letzten Drittel müssen besser werden.“ Dass genau dort noch Luft nach oben ist, sah man in Pottendorf deutlich. Modad ist aber überzeugt, dass seine Mannschaft diesen Schritt ebenfalls machen wird: „Auch das bekommen wir hin, und nächste Woche wird es sicher schon besser ausschauen.“

2. Klasse Steinfeld: Pottendorf : Winzendorf - 1:1 (1:0)

  • 80
    Tobias Dragschitz 1:1
  • 4
    Ivan Brandic 1:0