Spielberichte

„Trotz zahlreicher Ausfälle haben wir Moral gezeigt“ – Wenninger ordnet Kühnrings sechsten Platz ein

USV Kühnring

Der 2. Klasse Thayatal-Sechste USV Kühnring blickt auf eine Saison mit zwei Gesichtern zurück – und auf ein starkes Finish. Vier Siege am Stück bescherten am Ende Rang sechs und nur acht Punkte Rückstand auf Platz zwei. Trainer Robert Wenninger spricht von einer personell extrem fordernden Spielzeit, betont aber: „Trotz vieler Ausfälle haben wir die Moral hochgehalten.“ Früh feststehender Meister Manhartsberg, enge Partien und Comebacks prägten ein Frühjahr, das Kühnring mit erhobenem Kopf abschloss.

Rasen mit weißer Markierungslinie

Foto von Fabricio Trujillo bei Pexels

Vom Herbstschwung zur zähen, aber stabilen Rückrunde

Wenninger ordnet den Verlauf klar ein: „Wir haben zwei fast idente Halbserien gespielt, aber die Rückrunde war deutlich von Verletzungen, Ausfällen und Krankheiten geprägt.“ Dass früh klar war, dass Manhartsberg den Titel holt, habe zusätzlich Wirkung gezeigt. „Da war dann gesamt ein wenig die Luft draußen – mit den ganzen Rückschlägen noch dazu.“ Trotzdem hielt die Mannschaft an ihren Tugenden fest. Besonders im Gedächtnis blieben die späten Antworten: „Gegen Drosendorf bekommen wir in der Nachspielzeit das 3:3, machen aber noch das 4:3. Gegen Röschitz erzielen wir in einer der letzten Aktionen das Siegestor.“ Für Wenninger ist das mehr als nur ein Ergebnisstrich: „Das zeigt die Moral. Die steht in diesem Team ganz klar im Vordergrund.“ Auch im größeren Bild klingt Zufriedenheit durch: „Wir hatten am Ende nur acht Punkte Rückstand auf Platz zwei. Über 30 Runden sind das drei Siege – und wir wissen, wo wir Punkte unnötig liegen gelassen haben.“ Selbst außergewöhnliche Umstände habe seine Mannschaft geschultert: „Wir hatten in dieser Saison sogar drei Rettungseinsätze bei unseren Spielen. Wenn man das alles relativiert, kann man zufrieden sein.“

Kader, Abgänge und die lange Verletztenliste

Personell gab es zuletzt harte Nackenschläge – und erste Weichenstellungen. „Leider haben wir aktuell vier bis fünf verletzte Stammspieler“, sagt Wenninger und wird konkret. „Christoph Falk trainiert mittlerweile wieder voll mit und könnte in der Vorbereitung in Spiele einsteigen. Bei Mathias Hofbauer sieht es so aus, dass er zum Vorbereitungsstart dabei sein wird.“ Hoffnung macht auch die Langzeitbaustelle: „Nico Ranftl steigt nach seinem Kreuzbandriss wieder ein, wird aber Zeit brauchen.“ Emotional ist die Causa Dominik Führer: „Er hat sich am Samstag das Schienbein gebrochen. Wir rechnen mit vier bis sechs Monaten Pause.“ Fix ist zudem, dass es zwei Abgänge gibt. „Tayyip Ersoy und Salih Önsoy werden den Verein verlassen. Beide sind super Typen und haben uns extrem geholfen. Wir sehen aber Potenzial, auf einer anderen Position nachzuschärfen, um offensiv gefährlicher zu werden“, erklärt der Coach. „Das ist schmerzhaft, war aber vom Verein so gewünscht. Wir wünschen den beiden alles Beste.“ Auf der Zugangsseite ist ebenfalls Bewegung drin: „Es gibt schon fixe Neuzugänge, Namen kann und werde ich noch nicht nennen. Das geben wir im Laufe der Transferperiode bekannt.“ Veränderungen im Betreuerteam stehen nicht an.

Junge rücken nach – und der Blick nach vorne bleibt klar

Sportlich kamen in den letzten Wochen wichtige Impulse aus dem eigenen Nachwuchs. „Jonas und Florian Hager sowie Florian Wallner haben ihr Potenzial in der Kampfmannschaft gezeigt. Wir hoffen, dass sie im nächsten halben Jahr den nächsten Schritt machen und zu regelmäßigen Einsätzen kommen“, sagt Wenninger. Stützen trugen ebenfalls: „Simon Silberbauer hat konstant sehr hoch gespielt, war hinten wirklich der Fels. Unser Stürmer Adam Novotny ist gegen Ende wieder viel besser reingekommen – in Drosendorf war er mit zwei Toren maßgeblich beteiligt.“ Beeindruckt hat den Coach ligaweit vor allem ein Gegner: „Irnfritz – auswärts haben sie uns mit ihrer Physis und Aggressivität sehr beeindruckt und somit verwunderlich, dass es anscheinend nicht immer so war, sonst wären sie ganz vorne zu sehen gewesen! Aber auch die Serie von Manhartsberg ist extrem und wird so schnell keiner mehr nachmachen.“ Der Ausblick fällt geerdet aus: „Jetzt ist einmal vier Wochen Pause. Kopf freischalten, wieder hungrig werden – und dann starten wir bei null. Wir werden an der Fitness feilen, spielerisch etwas probieren und drei bis vier Testspiele haben.“ Eine Variable bleibt die Ligagröße, die sich erst entscheidet. Die Botschaft an den Kader ist klar: „Wir hatten heuer eine personell sehr, sehr schwierige Lage – und trotzdem ein sehr gutes Frühjahr mit vier Siegen zum Schluss. Das lag an unserer großen Kaderqualität. Jeder, der gebraucht wird, ist da. Genau das wird es nächste Saison wieder brauchen. Auch die Burschen, die am Anfang nicht erste Wahl sind, müssen dranbleiben – wir werden jeden Einzelnen brauchen.“