Spielberichte

„Nach dem 2:1 haben wir uns zurückfallen lassen“ – Pulkau gibt Heimspiel noch aus der Hand

SV Pulkau
USV Weitersfeld

In der 2. Klasse Thayatal hat der SV Pulkau sein Heimspiel gegen den USV Weitersfeld trotz einer starken Phase nach der Pause mit 2:4 verloren. Robert Hahn sah die Partie lange auf Augenhöhe, haderte aber vor allem mit dem Einbruch nach dem 2:1. „Wir haben uns nach der Führung zurückfallen lassen“, sagte der Obmann und genau das wurde für Pulkau am Ende zum Problem.

Fußball und Beine mit schwarzen Schuhen und Stutzen auf grünem Rasen

Foto von Emilio Garcia auf Unsplash

Ausgeglichen bis kurz vor der Pause

Aus Sicht der Hausherren begann die Partie so, wie man es bei zwei Mannschaften erwartet, die einander wenig schenkten. Hahn sprach von einer „ziemlich ausgeglichenen“ ersten Hälfte und betonte, dass beide Seiten zu ihren Möglichkeiten gekommen seien. „Beide Mannschaften hatten ihre Torchancen, wir haben unsere leider nicht genützt“, sagte er. Dass Weitersfeld in der 44. Minute durch Jan Stejskal mit 1:0 in Führung ging, passte deshalb aus Pulkauer Sicht besonders schlecht in den Verlauf. Hahn schilderte die Szene allerdings ehrlich und ohne Ausreden: Das Foul davor sei ein „gerechter Elfmeter“ gewesen, den der Gegner eben nutzte. So ging Pulkau mit einem knappen Rückstand in die Kabine, obwohl der Obmann den Spielanteilen nach kein klares Übergewicht einer Mannschaft gesehen hatte.

Starke 20 Minuten bringen die Wende

Nach dem Seitenwechsel zeigte Pulkau dann genau jene Reaktion, die Hahn sehen wollte. Die Gastgeber kamen druckvoll aus der Pause, suchten sofort den Weg nach vorne und belohnten sich rasch. In der 48. Minute erzielte Gernot Traxler den Ausgleich zum 1:1, sieben Minuten später legte Matej Soska das 2:1 nach. Dieses Tor hob Hahn besonders hervor: „Das war ein schöner Torschuss von Matej Soska, genau ins Kreuzeck.“ Für den Obmann war diese Phase die beste seines Teams. „Gleich nach der Pause haben wir Tempo gemacht, waren giftig, haben den Gegner attackiert. Da hatten wir rund zwanzig Minuten eine sehr gute Phase“, sagte er. In diesen Minuten war Pulkau besser im Spiel, aggressiver gegen den Ball und auch spielerisch klarer, weshalb Hahn die Führung als verdient einstufte.

Warum Pulkau den Vorsprung nicht hielt

Der Knackpunkt lag für Hahn dann aber genau im Moment, als seine Mannschaft eigentlich alle Trümpfe in der Hand hatte. „Nach der verdienten 2:1-Führung haben wir uns unerklärlicherweise zurückfallen lassen“, sagte er. Statt weiter aktiv zu bleiben, verteidigte Pulkau aus seiner Sicht zu tief und kam dadurch immer öfter nur noch zum Wegschlagen der Bälle. Das rächte sich in der 75. Minute, als Jakub Hruby zum 2:2 traf. Hahn beschrieb den Ausgleich als Folge einer hohen Flanke in den Strafraum, die nicht gut genug geklärt wurde. Danach blieb die Partie offen, und auch das stellte der Obmann nicht in Abrede. Pulkau hatte laut seiner Einschätzung noch einmal Chancen, nutzte sie aber nicht. „In Summe wäre ein Unentschieden gerecht gewesen aufgrund der Chancenverteilung“, meinte Hahn, der Weitersfeld zugleich eine kampfbetonte und ebenfalls starke Leistung bescheinigte.

Späte Entscheidung sorgt für viel Ärger

Richtig bitter wurde es für Pulkau erst in der Schlussphase. In der Nachspielzeit fiel das 2:3 für Weitersfeld durch Jan Stejskal, dazu sah Gernot Traxler Rot. Hahn sprach in diesem Zusammenhang von einer „durchwachsenen“ Schiedsrichterleistung und sah in dieser Szene den entscheidenden Punkt des Spiels. Aus seiner Sicht habe der Stürmer von Weitersfeld den Ball davor mit der Hand mitgenommen, ehe es überhaupt zur strittigen Situation im Strafraum kam. Zudem sei die Hand des Pulkauer Verteidigers angelegt gewesen. „Das war für mich eine spielentscheidende Szene. Ich denke, sonst hätten wir das Spiel nicht verloren“, sagte Hahn. Weil Pulkau danach alles nach vorne warf, wurde die Mannschaft noch einmal ausgekontert, und Lukas Hofer stellte in der 95. Minute auf 4:2. Der Ärger über die Heimniederlage war deshalb groß, auch weil Hahn den Gegner im Rennen um die vorderen Plätze sieht. „Da darfst du zu Hause nicht verlieren“, sagte der Obmann. Seiner Mannschaft wollte er dennoch nur bedingt Vorwürfe machen: „Der Einsatz, der Wille war da. Das Einzige, was man uns vielleicht vorwerfen kann, ist die Chancenverwertung.“ Genau dort muss Pulkau nun ansetzen, wenn es schon in der nächsten Runde wieder anders laufen soll.

2. Klasse Thayatal: Pulkau : Weitersfeld - 2:4 (0:1)

  • 95
    Lukas Hofer 2:4
  • 93
    Jan Stejskal 2:3
  • 75
    Jakub Hruby 2:2
  • 55
    Matej Soska 2:1
  • 48
    Gernot Traxler 1:1
  • 44
    Jan Stejskal 0:1