Der USC Markersdorf hat am 22. Spieltag der 2. Klasse Traisental den Deckel draufgemacht: Gegen den SV Neulengbach setzte es zuhause ein klares 3:0, das den Meistertitel fixierte. Trainer Christian Hasenberger sprach von einem „schrecklichen“ Spiel, lobte aber den unbedingten Willen und vor allem die Defensive. Entscheidend: die frühe Führung, das 2:0 vor der Pause und ein spätes drittes Tor. USC Markersdorf feierte – und blieb erneut ohne Gegentreffer.

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Markersdorf legte den Grundstein bereits in der Anfangsphase: In Minute 11 stellte Christopher Grilz auf 1:0. Damit war der Bann gebrochen, auch wenn Christian Hasenberger mit dem Auftritt seiner Elf hart ins Gericht ging. „Schrecklich. Wir haben überhaupt nicht gut gespielt. Wir zittern seit Wochen, können nicht gescheit trainieren. Das Wichtigste war heute, den Deckel draufzumachen. Das Ergebnis ist absolut in Ordnung“, meinte der Coach. Kurz vor der Pause fiel das 2:0: Ein Eigentor von Christopher Jekal (35.) schob Markersdorf weiter auf Titelkurs. „Beim 2:0 haben wir gewusst: Das könnte es heute gewesen sein – mit dem Meistertitel“, so Hasenberger. Nach dem 2:0 zur Halbzeit blieb die Partie in sicheren Markersdorfer Händen, ehe Manuel Dietz in der 78. Minute mit dem 3:0 den Schlusspunkt setzte. Mehr brauchte es an diesem Abend nicht: frühe Führung, Ruhe ins Spiel, und am Ende ein Ergebnis, das die Saison krönt.
Inhaltlich fand Hasenberger klare Worte: schön war es nicht, aber es war effizient. Vor allem die Defensive bildet seit Monaten das Fundament. „Wir pfeifen seit Wochen aus dem letzten Loch, aber wir schaffen es immer wieder, Spiele zu gewinnen – vor allem, wie ich immer sage, die Null hinten zu halten. Das war heute der Schlüssel zum Erfolg“, erklärte er. Dann lieferte er die beeindruckende Bilanz gleich mit: „Wir haben nach 23 Spielen nur elf Gegentore kassiert. Die Arbeit nach hinten ist genial – darum absolut verdienter Meister.“ Auch der Wille stach heraus, gerade weil die Nerven sichtbar blank lagen: „Der Wille, den Sack heute zuzumachen, war da. Wir wollten unbedingt daheim den Meister feiern. Vom Spielen her war es kein Leckerbissen, aber das interessiert jetzt keinen. Der Meister ist da – und den haben wir souverän geschafft, drei Runden vor Schluss.“ In Summe passte der Abend also perfekt zum Saisonbild: kompakt, zielstrebig und eiskalt in den Momenten, in denen es zählte.
Bei allem Jubel blieb Hasenberger fair gegenüber Neulengbach, das an diesem Tag wenig Mittel fand. „Ich glaube, die haben genauso Probleme wie wir – Verletzte, Gesperrte, Angeschlagene. Momentan haben viele Vereine große Themen“, sagte der Markersdorf-Trainer. Diskussionen über das Schiedsrichterteam lehnte er ab: „Heute über Schiedsrichterleistungen zu reden, wäre fahrlässig. Wir haben 3:0 gewonnen, wir sind Meister – da müssen wir nicht über den Schiri reden.“ Der nächste Schritt ist nun bewusst unspektakulär: „Wir müssen uns jetzt einmal sortieren und das genießen, was wir erreicht haben. Dann bringen wir die Saison so gut wie möglich über die Runden und richten den Fokus auf die neue Saison. Wir wollen nächstes Jahr wieder vorne mitreden.“
Für den Moment aber regiert die Freude. Hasenberger grinste hörbar durchs Telefon: „Wir werden heute feiern, bis sich die Dachbalken biegen.“ Ein Satz, der nach einer langen, verdienten Meister-Nacht klingt – und nach einer Mannschaft, die weiß, worauf ihr Erfolg gebaut ist.