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„Die Erfahrung hat Pyhra das Unentschieden gebracht“ – Pressbaum nach wildem 5:5

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USV Pressbaum
SC Pyhra

In der 2. Klasse Traisental lieferten sich USV Pressbaum und SC Schaubach Pyhra ein 5:5, das aus Sicht der Gastgeber lange nach mehr aussah. Pressbaum war vor allem vor der Pause spielerisch das bessere Team, führte kurz vor Schluss noch 5:4 und musste sich am Ende doch mit einem Punkt begnügen. Trainer Wolfgang Pfaffl sah viel Gutes, aber auch genau jene Momente, die seinem jungen Team am Ende den Sieg kosteten.

Zwei Fußballspieler im Zweikampf

Foto von Amr Taha™ auf Unsplash

Starker Start, dann kippt die Halbzeit noch

Pressbaum erwischte genau den Beginn, den sich Wolfgang Pfaffl vorgestellt hatte. "Wir sind richtig gut in die Partie hineingestartet. Die Jungs haben unsere Vorgaben sehr gut umgesetzt", sagte der Trainer nach dem Abpfiff. Diese Überlegenheit war auch am Spielstand abzulesen. Sebastian Köckeis brachte die Gastgeber in der 12. Minute in Führung, Nico Reiterer legte in der 21. Minute zum 2:0 nach. Pfaffl sprach von einer "völlig verdienten" Führung, weil seine Mannschaft in dieser Phase spielerisch mehr vom Spiel hatte und viele Lösungen fand. Der erste Rückschlag kam dann mit dem 2:1 durch Robert Vanis in der 32. Minute. Pfaffl nannte den davor verursachten Standard "unnötig". Noch einmal bekam Pressbaum die Partie aber auf seine Seite, als Felix Flunt in der 40. Minute auf 3:1 stellte. Dass es trotzdem nur mit einem 3:3 in die Pause ging, ärgerte den Trainer sichtlich. In der 43. Minute verkürzte wieder Vanis, und in der Nachspielzeit der ersten Hälfte stellte derselbe Spieler den Ausgleich her. Pfaffl sprach dabei von einer Unachtsamkeit in der Defensive und davon, dass sein Team einen Freistoß nicht sauber verteidigte. Aus einer komfortablen Führung war damit bis zur Pause alles wieder offen.

Nach dem 5:4 fehlten nur noch wenige Minuten

Auch nach dem Seitenwechsel blieb es eine Partie, die ständig neue Wendungen nahm. Zunächst zog Pyhra in der 77. Minute erstmals vorbei, als Robert Vanis mit seinem vierten Treffer des Tages das 3:4 erzielte. Pressbaum brauchte aber nicht lange, um zu reagieren. Alun Morris traf in der 84. Minute zum 4:4, zwei Minuten später brachte Sebastian Köckeis die Heimelf sogar wieder mit 5:4 in Front. Gerade diese Phase gefiel Pfaffl, weil seine Mannschaft nicht aufsteckte. "Auch gegen Ende des Spiels hatten wir auch die Leidenschaft und den Mut dazu, das Spiel unbedingt gewinnen zu wollen", sagte er. Umso bitterer war aus Pressbaumer Sicht, dass die Führung nicht hielt. In der 89. Minute stellte Tim Franz Stupphann auf 5:5. Pfaffl brachte das Gefühl nach dem Schlusspfiff klar auf den Punkt: "Wenn man kurz vor Schluss mit 5:4 in Führung geht, dann sollte man dieses Ergebnis schon auch über die Zeit bringen." Gleichzeitig blieb er fair in der Einordnung und erinnerte daran, dass auch Pyhra in der Schlussphase noch eine große Möglichkeit hatte. Deshalb lautete sein Fazit: "Das Unentschieden geht schon in Ordnung."

Spielerisch besser, vorne im Kollektiv statt mit einem Vierfach-Torschützen

Besonders deutlich wurde im Gespräch, worin Pfaffl den Unterschied zwischen den beiden Mannschaften gesehen hat. "Spielerisch waren wir speziell in der ersten halben Stunde sehr gut im Spiel, haben viele Lösungen gefunden und in der Defensive gut wegverteidigt", sagte der Pressbaum-Coach. Ganz ohne Kritik wollte er seine Mannschaft aber nicht aus der Analyse entlassen. Beim Rausspielen habe es "den einen oder anderen Wackler" gegeben. Den Gegner beschrieb er als Team, das "sehr viel mit langen Bällen" arbeitet. Auch der Tormann habe das Spiel oft mit weiten Ausschüssen eröffnet. Vor allem einen Mann hob Pfaffl dabei heraus: "Sie haben in der Offensive mit ihrem Stürmer eine richtige Waffe, der vier Tore geschossen hat." Genau darin sah er auch einen wichtigen Unterschied. "Wir haben nicht einen Spieler am Platz, der wie Pyhra vier Tore schießt. Wir legen unser Spiel auf das Kollektiv an und suchen spielerische Lösungen statt langer Bälle", sagte Pfaffl. Dass Pressbaum trotzdem fünfmal traf, spricht für die Breite in der Mannschaft. Gleichzeitig verwies der Trainer auf das junge Alter seines Teams. Laut Pfaffl entsprach das Durchschnittsalter seiner Startformation einer U18-Mannschaft, und nach den Wechseln sei seine Mannschaft sogar noch jünger geworden. Für ihn war deshalb klar: "Spielerisch waren wir stärker, und die Erfahrung hat Pyhra dann das Unentschieden gebracht. In Summe sind wir – Fabio Hickersberger und ich – auf unsere Jungs und deren Entwicklung sehr stolz. Sie lernen und verbessern sich von Spiel zu Spiel – werden immer mutiger und sich immer mehr ihrer Stärken bewusst."

Ein Punkt mit viel Inhalt für die junge Pressbaumer Mannschaft

So bleibt unter dem Strich ein Remis, das sich aus Pressbaumer Sicht wohl in zwei Richtungen lesen lässt. Da ist einerseits der Ärger über eine Zwei-Tore-Führung vor der Pause und über das späte 5:5, das nur wenige Minuten nach dem eigenen 5:4 fiel. Andererseits nahm Pfaffl auch einiges Positives mit. "Solche Spiele sind als Trainer richtig geil und mir wesentlich lieber als ein taktisch gemauertes 0:0", sagte er mit einem Lächeln. Lob gab es von ihm außerdem für den Unparteiischen, der die Partie aus seiner Sicht "sehr unauffällig" und damit gut leitete, ohne eine Seite zu benachteiligen. Für Pressbaum ist dieses 5:5 deshalb mehr als nur ein torreiches Ergebnis. Vor allem die starke erste halbe Stunde und die Reaktion in der Schlussphase zeigen, dass in dieser jungen Mannschaft einiges steckt. Gleichzeitig hat dieses Spiel auch klar offengelegt, woran der USV weiter arbeiten muss: Führungen stabiler verwalten, Standards konsequenter verteidigen und sich für spielerische Überlegenheit am Ende auch mit drei Punkten belohnen.

2. Klasse Traisental: Pressbaum : SC Pyhra - 5:5 (3:3)

  • 89
    Tim Franz Stupphann 5:5
  • 86
    Sebastian Köckeis 5:4
  • 84
    Alun Morris 4:4
  • 77
    Robert Vanis 3:4
  • 47
    Robert Vanis 3:3
  • 43
    Robert Vanis 3:2
  • 40
    Felix Flunt 3:1
  • 32
    Robert Vanis 2:1
  • 21
    Nico Reiterer 2:0
  • 12
    Sebastian Köckeis 1:0