In der 2. Klasse Traisental hat SKVg Pottenbrunn mit einem 3:1 bei SV Neulengbach 1923 den Tabellenführer auswärts erwischt. Sebastian Vojta, sportlicher Leiter der Gäste, sah den Knackpunkt klar in der Phase nach der Pause: „Die Rote Karte und das daraus folgende 2:0 waren der entscheidende Punkt.“ Vor der Pause war es noch eng, danach spielte Pottenbrunn seine Vorteile konsequent aus.

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Die Partie brauchte Anlaufzeit. Vojta sprach von einem „richtigen Abtasten“ in den ersten 15 bis 20 Minuten, in denen beide Mannschaften zunächst ihre Ordnung suchten und nur wenig zuließen. Pottenbrunn hatte in dieser Phase aber schon die auffälligere Gelegenheit. Über die linke Seite kam ein guter Angriff, der mit einem Kopfball an die Latte endete. Danach verlagerte sich vieles ins Mittelfeld, Torchancen waren auf beiden Seiten eher selten. Umso wichtiger war aus Sicht der Gäste das 1:0 kurz vor der Pause. In der 39. Minute gewann Pottenbrunn den Ball, spielte sofort durch die Schnittstelle, und Enes Dursun vollendete, wie Vojta es schilderte, „perfekt über den Torhüter gelupft“. Für den sportlichen Leiter war das eine verdiente Führung in einer bis dahin engen Partie.
Nach dem Seitenwechsel ging es dann sehr schnell, und genau in dieser Phase machte Vojta den entscheidenden Unterschied aus. In der 50. Minute sah Neulengbachs Maximilian Scharf die Rote Karte, nur eine Minute später erhöhte Lukas Marjanovic auf 2:0. „Die Rote Karte war der entscheidende Punkt“, sagte Vojta und legte nach: „Mit der Roten Karte war es dann ganz klar, dass wir diese Partie gewinnen werden.“ Den Freistoß zum 2:0 beschrieb er sogar mit den Worten, „den hätte kein Torhüter der Welt gehalten“. Pottenbrunn blieb danach am Drücker, war das bessere Team und kam zu mehreren Möglichkeiten. In der 69. Minute fiel dann das 3:0, als Mario Reicher nach einer Standardsituation per Kopf traf. Ganz erledigt war die Partie damit aber noch nicht, denn Irakli Avaliani verkürzte in der 73. Minute auf 1:3.
Auch nach dem Anschlusstreffer blieb aus Pottenbrunner Sicht noch ein kleiner Rest an Unsicherheit. Vojta sprach offen an, dass seine Mannschaft nach Gegentoren manchmal noch ins Grübeln kommt. „Da haben wir teilweise ein bisschen Angst, dass das Spiel doch noch gegen uns läuft“, sagte er. Genau deshalb maß er auch einer späteren Szene große Bedeutung bei, als der Pottenbrunner Tormann beim Stand von 3:1 einen Ball noch von der Linie kratzte. Für Vojta war klar: „Wenn Neulengbach hier das 3:2 macht, wird es noch einmal eine ganz enge Partie in den letzten zehn Minuten.“ Dass es nicht mehr kippte, führte er vor allem auf die mannschaftliche Geschlossenheit zurück. „Auf jeden Fall die Kompaktheit“ habe besonders gut funktioniert, dazu sei sehr erfreulich gewesen, „dass auch die Standardsituationen gut funktioniert haben“.
Entsprechend zufrieden fiel sein Gesamturteil aus, ohne dabei den Gegner kleiner zu machen. Neulengbach sei „sowieso eine sehr, sehr gute Mannschaft“, sagte Vojta, und gerade die Anfangsphase habe gezeigt, warum die Gastgeber an der Spitze stehen. Pottenbrunn habe aber gut dagegengehalten und die klaren Momente besser genutzt. Dass der Schiedsrichter dabei kaum zum Thema wurde, passte zum nüchternen Auftritt der Gäste. Vojta verteilte sogar ein deutliches Lob an das Gespann und sprach von einer „sensationell guten“ Leistung des Unparteiischen und seiner Assistenten. Unterm Strich blieb für ihn deshalb ein rundes Bild stehen: „So wie wir gespielt haben, war es eine sensationell gute Leistung von uns.“ Mit nun 13 Punkten nach zehn Runden nimmt Pottenbrunn von diesem 3:1 beim Tabellenführer nicht nur drei Zähler, sondern auch einiges an Selbstvertrauen mit.