Spielberichte

"Wir haben ihnen die Tore wirklich leicht gemacht" – Türnitz holt nach 1:3 noch ein 3:3

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SV Türnitz
SG Annaberg/Lilienfeld II

Ein 3:3, das in beide Richtungen hätte kippen können: In der 2. Klasse Traisental holte SV INDAT Türnitz gegen SG Annaberg/Lilienfeld II nach einem 1:3 noch einen Punkt. Franz Auer sprach nach dem Spiel von einem gerechten Remis, ärgerte sich aber auch darüber, dass seine Mannschaft dem Gegner die Treffer "wirklich leicht gemacht" habe. Weil Türnitz bis zum Schluss dranblieb, stand am Ende doch noch ein verdientes 3:3.

Mann hält Anzeigetafel, die eine Nachspielzeit von sieben Minuten anzeigt

Foto: Harald Dostal/fodo.media

Vier Tore in einem wilden ersten Durchgang

Türnitz brauchte nicht lange, um in eine unangenehme Lage zu geraten. Nach einem laut Auer ausgeglichenen Beginn brachte David Bogdanovic die Gäste in der 8. Minute in Führung, ehe Armin Kamenjasevic in der 26. Minute auf 0:2 stellte. Auer machte danach keinen Hehl daraus, warum Annaberg so gut ins Spiel gekommen war: "Sie sind durch individuelle Fehler in Führung gegangen." Die Gastgeber antworteten zwar durch Patrick Mitterer, der in der 29. Minute den Anschlusstreffer erzielte, doch die Erleichterung hielt nur kurz. Im direkten Gegenzug stellte Ozan Yavuz auf 1:3. Dass Türnitz trotzdem noch vor der Pause zurückkam, gefiel dem Obmann-Stellvertreter besonders. Das 2:3 durch Mitterer in der Nachspielzeit der ersten Hälfte sei "eine sehr schnell und schön herausgespielte Kombination" gewesen. Damit war die Partie zur Pause wieder offen, obwohl die Hausherren bis dahin schon viel hatten hinterherlaufen müssen.

Druck nach der Pause, Ausgleich in Minute 84

Nach dem Seitenwechsel lag das Spiel aus Sicht der Hausherren zunächst weiter auf Messers Schneide, doch Auer sah nun leichte Vorteile bei seiner Mannschaft. "In der zweiten Hälfte hatte Türnitz etwas Übergewicht", sagte er, schränkte aber zugleich ein, dass Annaberg dennoch zu Möglichkeiten gekommen sei. Gerade deshalb bekam die Partie für die Gastgeber noch mehr Gewicht, weil sie einem 2:3 hinterherlaufen mussten und lange keine zweite Antwort fanden. Türnitz erhöhte im Lauf der zweiten Hälfte den Druck und blieb, wie Auer es schilderte, bis zum Schluss dran. Der Lohn kam in der 84. Minute, als Daniel Köberl ein Eigentor unterlief und damit das 3:3 feststand. Auer formulierte es so: "Wir haben dann wirklich alles reingeworfen, das Tor einfach erzwungen und so den Ausgleich erzielt." Auch danach war für ihn das Gefühl da, dass noch etwas möglich gewesen wäre, selbst wenn am Ende die Punkteteilung stehen blieb.

Kampfgeist als Plus, Chancenverwertung als offener Punkt

Dass Auer das Unentschieden am Ende als gerecht einstufte, hing für ihn vor allem mit dem wechselnden Spielverlauf zusammen. "Es hat Phasen gegeben, wo Annaberg stärker war. Es hat Phasen gegeben, wo Türnitz stärker war", sagte er. Gleichzeitig blieb bei ihm aber auch das Gefühl, dass sogar noch mehr drin gewesen wäre. Als Hauptgrund nannte er die mangelnde Chancenauswertung: "Wir haben Chancen gehabt, manches Mal ein bissel Pech dabei, das letzte Quäntchen Glück fehlt." Dass seine Mannschaft nach dem 1:3 nicht auseinanderfiel, wertete er dafür umso höher. "Türnitz hat wirklich bis zum Schluss gefightet, hat den Punkt unbedingt haben wollen", meinte Auer. Auch über den Gegner verlor er keine abwertenden Worte, sondern sprach von einer "sehr kompakten Mannschaft" mit "wirklich guten Einzelspielern". Gerade deshalb sei das 3:3 für ihn eher ein gewonnener als ein verlorener Punkt.

Ordentliche Leistung und ein klarer Blick auf den Herbst

Neben dem Spiel selbst streifte Auer auch die äußeren Umstände und blieb dabei sachlich. Er verwies darauf, dass es in dieser Klasse ohne Linienrichter immer wieder strittige Szenen gebe, stellte dem Unparteiischen insgesamt aber ein ordentliches Zeugnis aus: "Grundsätzlich denke ich, dass der Schiedsrichter das Spiel ganz gut im Griff gehabt hat." Wichtiger als jede einzelne Entscheidung ist für den Türnitzer Funktionär ohnehin, was seine Mannschaft aus diesem Nachmittag mitnimmt. Mit 13 Punkten aus zehn Spielen bleibt der SV im Mittelfeld, und genau dort will man sich vor der Winterpause festsetzen. Auer sprach davon, dass noch drei Spiele im Herbst warten und man "zumindest vier Punkte" holen wolle, gerne natürlich auch mehr. Das Ziel ist klar formuliert: ruhig abschließen, im Frühjahr weiter nach oben schauen und die positive Tendenz mitnehmen, die in diesem 3:3 trotz aller Fehler sichtbar geworden ist.

2. Klasse Traisental: Türnitz : SG Annaberg/Lilienfeld II - 3:3 (2:3)

  • 84
    Eigentor durch Daniel Köberl 3:3
  • 48
    Patrick Mitterer 2:3
  • 30
    Ozan Yavuz 1:3
  • 29
    Patrick Mitterer 1:2
  • 26
    Armin Kamenjasevic 0:2
  • 8
    David Bogdanovic 0:1