Spielberichte

„Nach dem Führungstreffer gleich wieder das 2:2“ – Droß gibt den Heimsieg noch aus der Hand

SV Droß
USV St. Andrä-Wördern

Im Duell der 2. Klasse Wachau/Donau hat sich SV Droß nach einem Rückstand noch ein 2:2 gegen USV St. Andrä-Wördern erarbeitet, den möglichen Heimsieg aber nur kurz in der Hand gehabt. Trainer Thomas Skaloud sprach von einem „gerechten Unentschieden“, ärgerte sich aber darüber, dass seine Mannschaft nach dem 2:1 sofort wieder den Ausgleich hinnehmen musste. Gerade dieser kurze Abschnitt machte aus Sicht der Gastgeber den Unterschied.

Rote Tribünensitze

Foto: Harald Dostal/fodo.media

Früher Rückstand, dann dreht Droß das Spiel

Aus Droßer Sicht begann die Partie gleich mit einem Nackenschlag. Bereits in der 8. Minute brachte Alexander Skrabal die Gäste mit 1:0 in Führung, und genau das blieb Thomas Skaloud besonders hängen. „Es war sehr bitter für uns, weil wir mit dem ersten Schuss gegen unser Tor das Gegentor bekommen haben“, sagte der Trainer nach dem Spiel. Danach brauchte seine Mannschaft aber nicht lange, um sich in die Partie zu arbeiten. Skaloud sprach von einem ausgeglichenen Spiel und davon, dass seine Mannschaft sehr bemüht gewesen sei. Zur Pause lag Droß zwar noch 0:1 zurück, doch der Trainer hatte nicht das Gefühl, dass das Spiel schon in eine Richtung gekippt wäre. „Wir sind mit 0:1 in die Halbzeit gegangen, haben uns in der Kabine etwas vorgenommen, und die Burschen haben das sehr gut umgesetzt“, so Skaloud. Dieser Eindruck zeigte sich dann auch nach dem Seitenwechsel. Droß hatte zu Beginn der zweiten Hälfte mehr vom Spiel, kam in der 52. Minute durch Hannes Konrad zum verdienten 1:1 und legte in der 63. Minute durch Michal Ondica sogar das 2:1 nach. Lange genießen konnten die Gastgeber die Führung aber nicht. Nur zwei Minuten später stellte Christopher Sommer wieder auf 2:2. „Wir haben verdient den Ausgleich gemacht, sind verdient in Führung gegangen und haben leider gleich nach dem Führungstreffer wieder das 2:2 bekommen“, fasste Skaloud genau jene Phase zusammen, die ihm am meisten weh tat. Danach sei es „ein offenes Spiel auf beide Seiten“ gewesen.

Viel Einsatz, gute Ansätze, im letzten Drittel fehlte die Klarheit

Dass Droß dieses Spiel nicht verlor, war für den Trainer kein Zufall, denn mit der Leistung seiner Mannschaft konnte er im Vergleich zur Vorwoche deutlich mehr anfangen. „Nach der letzten Woche haben wir sicherlich eine Reaktion gezeigt. Wir haben definitiv ein anderes Auftreten gehabt“, erklärte Skaloud. Vor allem gegen den Ball habe seine Mannschaft wieder mehr investiert. Er sah Spieler, die bereit waren, Wege zu machen, Zweikämpfe anzunehmen und innerhalb der Mannschaft besser zu kommunizieren. Auch deswegen sprach der Droß-Coach von einem richtigen Zeichen seiner Mannschaft. Gleichzeitig machte er aber auch klar, warum am Ende trotz der zwischenzeitlichen Führung nicht noch mehr möglich war. „Vielleicht hat uns die richtige Entscheidungsfindung im letzten Drittel gefehlt“, sagte Skaloud. Gerade dort sei seine Elf oft zu kompliziert oder zu riskant gewesen. Mit einem einfacheren Zwischenpass hätte man aus seiner Sicht noch mehr herausholen und sauberere Möglichkeiten herausspielen können. So blieb zwar einiges an guten Ansätzen sichtbar, doch die letzte Entschlossenheit fehlte. Auch die Gäste bekamen von Skaloud ein ordentliches Zeugnis. St. Andrä-Wördern habe immer wieder starke Phasen gehabt, sei in den Umschaltmomenten sehr gefährlich gewesen und verfüge über starke Einzelspieler. Dazu passte auch, dass der Trainer trotz einzelner Situationen den fairen Charakter der Partie betonte: „Im Großen und Ganzen war es vom Schiedsrichter her okay.“ Insgesamt blieb bei ihm daher die Einschätzung eines Spiels, das auf Augenhöhe geführt wurde.

Ein Startelf-Debüt rückt in den Mittelpunkt

Am Ende des Nachmittags wollte Skaloud trotz des verpassten Heimsiegs noch einen Spieler besonders hervorheben. Sein Lob galt Konrad Dalinger, der zum ersten Mal von Beginn an in der Kampfmannschaft auflief und beim Trainer einen bleibenden Eindruck hinterließ. „Ich möchte Konrad Dalinger hervorheben, der sein erstes KM-Match von Start weg gemacht hat. Er war mit Abstand der laufstärkste, zweikampfstärkste und passsicherste Spieler am ganzen Platz“, sagte Skaloud. Dieses Einzel-Lob passt gut zu dem Gesamtbild, das Droß aus diesem 2:2 mitnehmen kann. Einerseits bleibt das Gefühl, dass nach der verdienten Wende zum 2:1 sogar noch mehr drin gewesen wäre. Andererseits war für den Trainer klar zu sehen, dass seine Mannschaft im Vergleich zur Vorwoche eine klare Reaktion gezeigt hat. Nach drei Runden hält Droß nun ebenso wie St. Andrä-Wördern bei vier Punkten. Der Ertrag ist also ordentlich, auch wenn sich die Gastgeber nach dem kurzen Zwischenhoch in Hälfte zwei wohl noch ein wenig mehr erhofft hatten. Gerade weil der Ausgleich so schnell nach der eigenen Führung fiel, bleibt ein gerechtes Remis zurück, das sich für Droß trotzdem ein bisschen bitter anfühlen dürfte.

2. Klasse Wachau/Donau: SV Droß : USV St. Andrä-Wördern - 2:2 (0:1)

  • 65
    Christopher Sommer 2:2
  • 63
    Michal Ondica 2:1
  • 52
    Hannes Konrad 1:1
  • 8
    Alexander Skrabal 0:1