In der 2. Klasse Wachau/Donau hat sich SV Zwentendorf am Samstag nach einem 0:2-Rückstand noch mit 4:2 gegen SC Traismauer durchgesetzt. Trainer Ronald Jirout machte nach dem Schlusspfiff vor allem einen Moment aus, der die Partie gekippt habe: den Anschlusstreffer noch vor der Pause. Danach, so seine Sicht, wurde Zwentendorf von Minute zu Minute stärker und verdiente sich den dritten Sieg im dritten Spiel.

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Dass die Gastgeber am Ende noch mit zwei Toren Vorsprung gewinnen würden, war in der Anfangsphase nicht zu erkennen. Jirout sprach ganz offen an, dass seine Mannschaft zunächst nicht ins Spiel fand und Traismauer über weite Strecken den Ton angab. "In der ersten Halbzeit war Traismauer besser im Spiel, zweikampfstärker und hatte auch mehr Zugriff", sagte der Zwentendorf-Trainer. Das spiegelte sich auch im Spielstand wider. In der 25. Minute brachte Anton Paukovic die Gäste mit 1:0 in Führung, nachdem ein Abschlag über die Zwentendorfer Abwehr gegangen war und der Stürmer alleine vor dem Tor die Ruhe behielt. Nur sieben Minuten später legte Paukovic nach. Diesmal war laut Jirout ein Fehler im defensiven Mittelfeld der Ausgangspunkt, Traismauer schaltete schnell um und stellte auf 2:0.
Gerade deshalb maß Jirout dem 1:2 kurz vor der Pause große Bedeutung bei. "Nach dem 0:2-Rückstand war der Anschlusstreffer kurz vor der Pause für mich die spielentscheidende Situation", sagte er. Zwentendorf kam in der 37. Minute über die rechte Seite nach vorne, die Flanke fand in der Mitte Marcel Török, der per Kopf verkürzte. Aus einem klaren Rückstand wurde damit wieder eine offene Partie, und mit dem 1:2 zur Halbzeit blieb für die Gastgeber alles drin. Jirout sprach nach dem Spiel nicht von einem Zufallstreffer, sondern von einer Aktion, die seinem Team sichtbar neuen Zugriff verschaffte. Der Rückstand war zu diesem Zeitpunkt zwar noch da, aber die Ausgangslage hatte sich verändert, weil Zwentendorf plötzlich wieder in Schlagdistanz war.
Was sich vor dem Seitenwechsel angedeutet hatte, setzte sich nach Wiederbeginn deutlich fort. "In der zweiten Halbzeit wurden wir von Minute zu Minute stärker, haben die Zweikämpfe gewonnen, haben mehr Zugriff aufs Spiel bekommen und sind dann als verdienter Sieger vom Platz gegangen", fasste Jirout den weiteren Verlauf zusammen. Schon in der 49. Minute fiel der Ausgleich: Markus Marschall traf per Elfmeter zum 2:2. Zwentendorf blieb danach am Drücker und drehte die Partie in der 58. Minute endgültig. Ein Freistoß von der halblinken Seite segelte in den Strafraum, Bence Balazs kam zum Kopfball und stellte auf 3:2. Damit war das Spiel endgültig in eine andere Richtung gelaufen. Den Schlusspunkt setzte Leonardo Batista in der 84. Minute, als Zwentendorf einen Umschaltmoment konsequent zu Ende spielte und zum 4:2 abschloss. Jirout hob in diesem Zusammenhang nicht nur die Steigerung seiner Mannschaft hervor, sondern auch die Haltung der Gruppe: "Wir haben gesehen, dass unser Team Spirit einiges in die richtige Richtung bewegen kann."
Bemerkenswert an Jirouts Einordnung war, dass er trotz des klaren zweiten Durchgangs den Gegner keineswegs kleinredete. "Der Gegner war in der ersten Halbzeit spielbestimmend, war besser, war giftiger, griffiger, aber mit Fortdauer des Spiels, vor allem in der zweiten Halbzeit, war dann Zwentendorf überlegen", sagte er. Damit beschrieb er ziemlich genau, warum aus dem 0:2 am Ende noch ein 4:2 wurde. Zusätzlich lenkte der Trainer den Blick auch auf den Kader insgesamt. "Wir haben gesehen, dass wir auch die Spieler von der Bank brauchen und diese auch wichtig sind", meinte Jirout. Der Schiedsrichter blieb für ihn dabei kein Thema, weil dieser "die Partie souverän im Griff" gehabt habe. Für Zwentendorf steht nach drei Runden damit die makellose Ausbeute von neun Punkten, und dieser Sieg dürfte vor allem deshalb wertvoll sein, weil er nach einem schwierigen Beginn zustande kam.