In der 2. Klasse Waldviertel Süd hat ASV Gutenbrunn am Freitagabend gegen USV Münichreith einen turbulenten 5:2-Heimsieg gefeiert. Trainer Ronald Angerer sah seine Mannschaft früh am Drücker, nach der roten Karte gegen Tomas Hrusak aber vor einer ganz anderen Aufgabe. "Die schnelle Führung hat uns Selbstvertrauen gegeben", sagte er nach einer Partie, in der Gutenbrunn zunächst klar überlegen war und sich den Sieg in Unterzahl mit zwei späten Kontern absicherte.

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Für Angerer begann das Spiel genau so, wie er es sich vorgestellt hatte. "Wir haben so wie vorige Woche sehr druckvoll begonnen", sagte der Gutenbrunn-Trainer, und schon in der 2. Minute stand es 1:0. Jakob Ehn verwertete ein weites Zuspiel von Nikoley Schibany, nachdem sich Torhüter und Verteidiger laut Angerer nicht einig waren. Ein weiterer Treffer von Ehn wurde wegen einer Abseitsentscheidung aberkannt, doch die Gastgeber blieben das aktivere Team. Der Ausgleich durch Jozef Tirer in der 9. Minute kam aus Gutenbrunner Sicht daher eher unglücklich zustande, weil man bei einer weiten Flanke auf die zweite Stange zu weit weg vom Mann war. Lange hielt dieses 1:1 aber nicht. Schon drei Minuten später traf Jakub Mucka mit einem abgefälschten Schuss zum 2:1, und in der 26. Minute legte Nikoley Schibany nach einem Freistoß aus rund 35 Metern das 3:1 nach. "Nach dem Ausgleich haben wir mit dem zweiten und dritten Tor wieder Sicherheit bekommen", sagte Angerer.
Bis zur 37. Minute sah Angerer seine Mannschaft klar überlegen. "Eigentlich schon von Beginn an. Wir waren bis dahin ganz überlegen und hätten schon noch klarer führen können", meinte er. Dann bekam die Partie aber einen anderen Verlauf. Nach einer aus Sicht der Gastgeber strittigen Szene sah Tomas Hrusak die rote Karte, nachdem er sich laut Angerer lautstark beschwert hatte. Gutenbrunn musste damit fast eine Stunde in Unterzahl überstehen und stellte sich auf eine viel defensivere zweite Halbzeit ein. "Wir mussten fast 55 Minuten in Unterzahl bestehen, haben das sehr gut gemacht und in der zweiten Hälfte lange Zeit nichts zugelassen", sagte Angerer. Erst in der 66. Minute kam Münichreith durch Jonas Edelbacher wieder auf 3:2 heran. Gerade das machte die Schlussphase heikel, weil das Spiel laut Angerer "ziemlich auf Messers Schneide" stand. Zugleich betonte er, dass seine Mannschaft auch in Unterzahl zwei große Möglichkeiten hatte, die Führung vor dem Anschlusstreffer noch weiter auszubauen. Deutlich wurde in dieser Phase auch, wie sehr sich die Gastgeber auf ihre Ordnung verließen. Durch die Mitte ließ Gutenbrunn laut Angerer wenig zu, und der Trainer sparte auch nicht mit Kritik am Unparteiischen, als er von "vielen strittigen Szenen" sprach.
Als Münichreith in der Schlussphase aufmachen musste, bekam Gutenbrunn genau jene Räume, auf die man in Unterzahl lange gewartet hatte. Ehn traf in der 90. Minute zum 4:2, in der 94. Minute setzte Schibany mit dem 5:2 den Schlusspunkt. "Wie Münichreith zum Schluss komplett aufgemacht hat, haben wir zwei super Konter gefahren und verdient mit 5:2 gewonnen", sagte Angerer. Für ihn lagen die Stärken seiner Mannschaft an diesem Abend klar auf der Hand: "Die größte Stärke war die Abschlussqualität. Vor allem auch das Zweikampfverhalten und die Kompaktheit in Unterzahl waren sensationell gut." Vom Gegner hatte er sich insgesamt mehr erwartet und meinte offen: "Sie waren in der Defensive extrem schwach." Ganz ohne Kritik an der eigenen Mannschaft wollte Angerer den Abend aber nicht stehen lassen. "Im Spielerischen ist noch immer Steigerungsbedarf", sagte er, verwies aber zugleich auf die derzeit größere Breite im Kader. Mit Roman Hausleitner, Michael Temper und Gregor Zeinzinger fehlten diesmal drei Spieler, trotzdem rückten andere nach. Besonders hob er Jakob Honeder hervor, der nach langer Pause sofort da war. "Das ist vielleicht eine unserer Stärken, dass wir einen breiteren Kader haben", sagte Angerer. Mit sechs Punkten aus drei Spielen bleibt Gutenbrunn damit in der Spitzengruppe und hat nach diesem Abend vor allem eines mitgenommen: Auch unter schwierigen Umständen kann die Mannschaft Spiele für sich entscheiden.