Spielberichte

„Wir haben um das 1:1 gebettelt“ – Klein-Pöchlarn schlägt in der Nachspielzeit doppelt zu

Sallingberg/Ottenschlag
USV Klein-Pöchlarn

In der 2. Klasse Waldviertel Süd schien USV Klein-Pöchlarn bei SG Sallingberg/Ottenschlag lange alles im Griff zu haben, ehe die Partie nach dem 1:1 in der Schlussphase noch einmal völlig offen wurde. Am Ende stand dennoch ein 3:1-Auswärtssieg, weil die Gäste in der Nachspielzeit sofort zurückschlugen. Trainer Harald Schobersberger blieb trotz der drei Punkte klar: Seine Mannschaft habe sich das Zittern selbst eingebrockt.

Ersatzbank mit Sportplatz im Hintergrund

Image by Lutz Peter from Pixabay

Starker Beginn, aber zu wenig Ertrag

Harald Schobersberger sah von Beginn an eine klare Überlegenheit seiner Mannschaft. „Von Anpfiff weg waren wir spielerisch überlegen“, sagte der Trainer, der schon nach zwei Minuten den ersten Stangenschuss seiner Elf notierte. Klein-Pöchlarn hatte laut Schobersberger viele hochkarätige Möglichkeiten, ließ aber zunächst zu viel liegen. Erst in der 28. Minute fiel das 0:1, und auch das passte ins Bild eines aus Sicht der Gäste starken ersten Durchgangs: Wie der Trainer schilderte, ging dem Treffer von Krisztian Fülöp ein Doppelpass voraus, ehe der Abschluss von der Strafraumgrenze im langen Eck landete. Zur Pause führte Klein-Pöchlarn verdient 1:0, wirklich zufrieden war Schobersberger aber trotzdem nicht, weil „das Problem in der ersten Halbzeit war, dass wir nicht das zweite gemacht haben“.

Nach der Pause ging die Kontrolle verloren

Gerade dieser Umstand holte die Gäste nach dem Seitenwechsel wieder ein. Schobersberger meinte, seine Mannschaft habe noch bis etwa zur 60. Minute „halbwegs gespielt“, danach sei aber ein klarer Rückfall gekommen. Was in der ersten Halbzeit noch gut funktioniert hatte – ruhiger Fußball, wenig hohe Bälle und viel Spielkontrolle –, war plötzlich nicht mehr in derselben Form da. Dazu kam ein Gegner, den der Klein-Pöchlarner Trainer so beschrieb: „Wir wollen Fußball spielen, der Gegner wartet auf unsere Fehler und probiert dann im Konter zum Abschluss zu kommen.“ Genau dieses Bild wurde in der Schlussphase gefährlicher. Sallingberg/Ottenschlag kam laut Schobersberger zu zwei riesigen Chancen und wurde in der 86. Minute durch Jakub Sedivy mit dem 1:1 belohnt. „Da haben wir richtig darum gebettelt“, sagte er offen. Dass die Partie dabei beiderseits sauber blieb und es laut Schobersberger „keine Gehässigkeiten“ gab, passte immerhin zu einem Spiel, das sportlich bis zum Ende offen war.

Vischak antwortet doppelt, der Trainer bleibt trotzdem mahnend

Entscheidend war für Schobersberger dann die Reaktion seiner Mannschaft auf diesen späten Ausgleich. „Der wichtigste Moment war nach dem 1:1, dass wir von der Moral her nicht aufgegeben haben und sofort probiert haben, wieder ein Tor zu schießen“, erklärte er. Genau das gelang Klein-Pöchlarn in der Nachspielzeit. In der 91. Minute stellte Erik Vischak nach einem Angriff über die Seite und einem Stanglpass in die Mitte auf 2:1, in der 93. Minute legte er nach einem ähnlichen Angriff auch noch das 3:1 nach. So wurde aus einem beinahe verspielten Vorsprung doch noch ein Auswärtssieg. Der Trainer nahm aus dem Abend trotzdem keine Schönfärberei mit. „Wir müssen unser Spiel über 90 Minuten durchziehen, nicht nur 60 oder 45“, sagte Schobersberger. Dazu kam, dass erneut sechs bis sieben Spieler fehlten. Umso mehr verwies er auf den großen Kader und darauf, dass langsam wieder einige zurückkommen. Mit sieben Punkten aus drei Spielen steht Klein-Pöchlarn damit zwar gut da, der Auftritt in Ottenschlag lieferte aber auch eine klare Erinnerung daran, dass Überlegenheit alleine nicht reicht.

2. Klasse Waldviertel Süd: Sallingberg/Ottenschlag : USV Klein-Pöchlarn - 1:3 (0:1)

  • 93
    Erik Vischak 1:3
  • 91
    Erik Vischak 1:2
  • 86
    Jakub Sedivy 1:1
  • 28
    Krisztian Fülöp 0:1