Im Derby der 2. Klasse Wechsel musste sich SC Neunkirchen gegen Union Natschbach-L. mit 2:1 durchsetzen. Aus Sicht der Gäste war vor allem der frühe Rückstand ein Thema. Sportlicher Leiter Leopold Weissenböck sprach von einer umkämpften, aber eher durchschnittlichen Partie und brachte die Entscheidung knapp auf den Punkt: „Neunkirchen war offensiv um einen Deut konkreter, deshalb geht der Sieg über 90 Minuten in Ordnung.“

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Entscheidend war, dass das Derby früh eine Richtung bekam. Bereits in der 6. Minute brachte Bernard Tomaj die Hausherren mit 1:0 voran, und genau diesen Moment strich Weissenböck nach dem Schlusspfiff besonders heraus. „Neunkirchen ist sehr früh in Führung gegangen. Das hat unserer Mannschaft nach der Niederlage letzte Woche sicher Selbstvertrauen genommen. Dieses frühe 0:1 war wahrscheinlich entscheidend“, sagte er. Zur Pause stand es weiter 1:0, Natschbach blieb also in Reichweite. Auch lange nach dem Seitenwechsel war die Partie offen, ehe Burak Bayram in der 78. Minute auf 2:0 stellte. Die Antwort folgte zwar rasch, denn Daniel Schwarz verkürzte nur drei Minuten später auf 2:1, doch mehr sprang für die Gäste nicht mehr heraus.
Weissenböck sah über die gesamten 90 Minuten kein Spiel, in dem eine Mannschaft klar davonzog. „Es war grundsätzlich eine umkämpfte Partie. Keine Mannschaft war wirklich überlegen, es war eher eine durchschnittliche Partie“, sagte der sportliche Leiter. Aus seiner Sicht lag der Unterschied vor allem im letzten Drittel. „Im Offensivspiel waren wir teilweise zu ideenlos oder zu kompliziert. Über 90 Minuten hatten wir vielleicht zwei, drei hundertprozentige Chancen, und das ist bei unserer Qualität sicher nicht genug.“ Damit war seine Analyse ziemlich klar: Natschbach brachte zu wenig Druck und zu wenig Klarheit vor das gegnerische Tor, während Neunkirchen seine Möglichkeiten etwas sauberer und konsequenter zu Ende spielte.
Trotz der Niederlage wollte Weissenböck die eigene Mannschaft ausdrücklich in Schutz nehmen. „Der Mannschaft kann man den Willen nicht absprechen“, betonte er und verwies dabei auch auf die Umstände dieses Derbys. Der Kapitän habe sich verletzt, mehrere Spieler saßen angeschlagen auf der Bank, andere fehlten überhaupt. Umso wichtiger war für ihn der Eindruck, dass die Mannschaft beim Stand von 0:1 lange dranblieb und nie aufsteckte. Selbst nach 75 Minuten sei nicht das Gefühl dagewesen, dass Natschbach die Partie herschenken würde. Positiv hob er auch Trainer Benjamin Landl hervor: „Er schenkt in so einem Spiel auch der Jugend wirklich Vertrauen. Neunkirchen predigt diesen Weg, wir leben ihn auch wirklich.“ So blieb trotz der zweiten Niederlage im zweiten Spiel zumindest das Gefühl, dass die Mannschaft intakt ist.
Deutlich wurde nach dem Derby auch, dass es für Natschbach nicht nur um das nackte Ergebnis ging. Weissenböck registrierte bei Neunkirchen im Vergleich zu den letzten Duellen mehr Emotion und wertete das sogar als Zeichen dafür, dass sich der kleine Nachbar in den vergangenen Jahren Respekt erarbeitet hat. Den Schiedsrichter wollte er nicht grundsätzlich hart angehen, sprach aber doch von einem „eher unteren Leistungsniveau“ und meinte: „Da waren auf beiden Seiten kuriose Entscheidungen dabei.“ Besonders die nur zwei Minuten Nachspielzeit stießen ihm auf. Am wichtigsten war ihm am Ende aber etwas anderes: der Rückhalt von draußen. „Unsere Zuschauer waren in der Mehrzahl da, waren lauter und haben einen Fanmarsch organisiert. Das treibt einem fast eine halbe Träne des Stolzes ins Auge.“ Neunkirchen gewann also das Derby, Natschbach nahm aber zumindest das Gefühl mit, als Gemeinschaft ein starkes Zeichen gesetzt zu haben.