In der 2. Klasse Wechsel hat USC Krumbach am Freitagabend gegen SC Neunkirchen ein frühes 2:0 nicht über die Zeit gebracht und sich mit einem 2:2 begnügen müssen. Für die Gäste war es ein Abend mit zwei völlig unterschiedlichen Gesichtern: ein schwacher Beginn, danach viel Druck und am Ende ein spätes Comeback, das sich aus ihrer Sicht mehr als nur angedeutet hatte.

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Viel schlechter hätte die Partie für Neunkirchen kaum beginnen können. Schon in der 1. Minute brachte Lukas Riegler die Gastgeber in Führung, drei Minuten später erhöhte Philipp Luckerbauer auf 2:0. Dieter Leeb sprach nach dem Spiel von einem Fehlstart ohne jede Sicherheit. "Unsere Abwehr war noch in der Kabine", sagte der Obmann des SC Neunkirchen offen. Besonders schwer wog aus seiner Sicht das Fehlen von Dominik Riegler, der krankheitsbedingt nicht zur Verfügung stand. "Er hat am Anfang an allen Ecken und Enden gefehlt. Mit ihm hätten wir die zwei Tore sicher nicht bekommen", meinte Leeb. Gerade diese ersten Minuten seien der erste große Knackpunkt gewesen, weil Krumbach die Unsicherheit der Gäste sofort ausnutzte und sich damit früh eine sehr angenehme Ausgangsposition verschaffte.
Nach diesem Doppelschlag brauchte Neunkirchen zwar ein paar Minuten, verlor die Partie aber nicht völlig aus der Hand. Leeb hatte vielmehr das Gefühl, dass seine Mannschaft sich Schritt für Schritt über viel Kampfbereitschaft , Einsatz und Wille zurückarbeitete. "Das Spiel hat sich dann gedreht und wir haben klar die Initiative übernommen. Wir sind zurückgekommen und haben die letzten dreißig Minuten der ersten Halbzeit klar dominiert", sagte er. Vor allem im Umschaltspiel nach Balleroberung waren wir heute richtig stark . "Unser Spiel war dann effizienter Es war dann schon sehr schön anzuschauen", so Leeb. Was fehlte, war noch die letzte Konsequenz in Tornähe. Krumbach, das nach dem frühen 2:0 nicht mehr mit derselben Wucht weiterspielte, zog sich zurück und verteidigte den Vorsprung laut Leeb "recht gut". Weil die Gäste in dieser Phase noch nicht zwingend genug wurden, blieb es zur Pause beim 2:0 für die Heimelf.
Nach dem Seitenwechsel wurde das Bild noch deutlicher. Leeb sprach sogar von "einem Spiel auf einer schiefen Ebene", weil sich die Partie fast nur noch in der Hälfte der Krumbacher abspielte. Neunkirchen hatte nun klar mehr vom Spiel, kombinierte sauberer und kam vor allem über die linke Seite immer wieder nach vorne. "Speziell die linke Seite über Lukas-Stefan Weber hat toll funktioniert", sagte Leeb. Mehrfach stieß Weber in den Strafraum vor und legte gut quer, doch zunächst fehlte das Tor noch. Einmal rettete laut Leeb die Stange, mehrfach war im Strafraum einfach zu viel Verkehr, und einige Abschlüsse fanden durch eine Menschenmenge vor dem Tor nicht den Weg hinein. Der Bann brach erst in der 75. Minute. Peter Rajzinger eroberte sich den Ball weit vor dem Tor, setzte nach überraschte den Tirmann und traf mit einer Einzelaktion zum 2:1 ins linke Eck. Damit war die Partie endgültig wieder offen.
Mit dem Anschlusstreffer gab sich Neunkirchen nicht zufrieden. Die Gäste blieben am Drücker, setzten Krumbach weiter fest und warfen in der Schlussphase noch einmal alles nach vorne. Ein Freistoß landete an der Latte, weitere Bälle wurden geblockt, ehe in der Nachspielzeit doch noch der verdiente Ausgleich fiel. Nach einer Ecke von links kam der Ball zu Kerim Abdurzakov, der in der 92. Minute zum 2:2 traf und den späten Ausgleich besorgte. Leeb hob den jungen Joker ausdrücklich hervor. "Kerim ist in der 2. HZ gekommen, hat viel beigetragen, gute Aktionen gezeigt und das 2:2 verdient gemacht", sagte er. Entsprechend gelöst war die Stimmung nach dem Schlusspfiff. "Wenn du praktisch mit 2:0 in die Partie startest hinten bist und die Partie noch zu einem 2:2 drehst, ist das natürlich sehr euphorisch", erklärte Leeb. Ganz satt war seine Mannschaft mit dem Punkt aber nicht. "Der Sieg wäre dann auch noch drinnen gewesen", sagte der Obmann, der auch mit der Leistung des Unparteiischen zufrieden war: "Der Schiedsrichter war absolut unauffällig und in Ordnung." So bleibt für Neunkirchen nach einer starken zweiten Hälfte ein Punkt, der sich erst spät gut anfühlte, während Krumbach nach dem Traumstart damit leben muss, einen klaren Vorsprung nicht ins Ziel gebracht zu haben.