In der 2. Klasse Weinviertel hat USC Wetzelsdorf am Freitagabend gegen den ESV Rabensburg mit 4:2 gewonnen. Für Rabensburg war es eine Niederlage, die Trainer Daniel Gehart vor allem an der eigenen Leistung festmacht: Vor der Pause war seine Mannschaft beim 2:2 noch voll im Spiel, nach dem Seitenwechsel riss der Faden jedoch. Genau darin lag aus seiner Sicht der Unterschied.

Image by Alexander Fox | PlaNet Fox from Pixabay
Rabensburg hatte in Wetzelsdorf zunächst zwar den frühen Rückstand zu schlucken, weil Lukas Kocis die Gastgeber in der 13. Minute mit 1:0 in Führung brachte. Aus Sicht von Daniel Gehart war das aber noch kein Wirkungstreffer. Sein Team reagierte rasch, kam laut dem Trainer „relativ postwendend, wenn auch etwas glücklich nach einem Corner“ zum Ausgleich und stellte durch Radek Vodicka in der 16. Minute auf 1:1. Gerade diese Phase beschreibt Gehart sehr positiv. „In der ersten Halbzeit waren wir dort, wo ich mir vorstelle, dass wir fußballerisch hingehören“, sagte der Rabensburg-Coach. „Wir haben sehr gut kombiniert, sind zu vielen Torchancen gekommen aber haben leider nur diese zwei Tore erzielt.“ Dass Rabensburg in dieser Phase mehr drin sah, passt auch zu seiner Schilderung, wonach seine Mannschaft mehrere Chancen hatte und unter anderem auch die Stange traf.
Ganz ohne Probleme verlief die starke erste Hälfte aus Rabensburger Sicht trotzdem nicht. Wetzelsdorf ging in der 25. Minute erneut in Führung, wieder war Lukas Kocis zur Stelle. Gerade dieses Gegentor ärgerte Gehart besonders, weil er darin keinen zwingenden Angriff des Gegners sah. „Wir haben dann eigentlich aus einer ungefährlichen Situation das 2:1 gegen uns bekommen, weil wir zu weit weg vom Mann waren“, erklärte er. Rabensburg blieb aber im Spiel und kam noch vor der Pause zum 2:2. Andre Fiegerl verwandelte in der 29. Minute einen Elfmeter, den Gehart ausdrücklich als gerechtfertigt bezeichnete. So ging es mit einem offenen Spielstand in die Kabinen, und aus Sicht des Trainers war das zu diesem Zeitpunkt auch folgerichtig. „Insbesondere in der ersten Halbzeit waren wir präsent. Wir waren spielfreudig. Wir haben den Gegner phasenweise an die Wand kombiniert.“
Was Rabensburg in den ersten 45 Minuten auszeichnete, war nach dem Wechsel dann kaum mehr zu sehen. Schon in der 47. Minute brachte Johannes Olscher die Gastgeber wieder nach vorne, und genau dort setzte Gehart mit seiner Analyse an. „In der zweiten Halbzeit haben wir diese Stärken nicht mehr auf den Platz gebracht“, sagte er. Noch deutlicher wurde er bei der Frage nach dem Knackpunkt: „Der Knackpunkt war sicher, dass wir die vier Tore durch individuelle Fehler verursacht haben.“ Dabei verwies der Trainer nicht nur auf die beiden Gegentreffer vor der Pause, bei denen seine Mannschaft jeweils nicht nah genug am Mann gewesen sei, sondern auch auf die Szenen nach dem Wechsel. „Bei beiden Toren in der zweiten Halbzeit sind meine Verteidiger weggerutscht“, so Gehart. Weil Rabensburg die eigene Spieldominanz nicht mehr entwickeln konnte, blieb Wetzelsdorf vorne und machte mit Olschers zweitem Treffer in der 89. Minute alles klar.
Gehart suchte nach dem Schlusspfiff keine großen Ausreden. Den Gegner stark gemacht habe am Ende vor allem die eigene Mannschaft, sagte er klar: „Den Gegner stark gemacht haben heute unsere individuellen Fehler.“ Auch die Leistung des Schiedsrichters wollte er nicht in den Mittelpunkt rücken. Für ihn hatte das „für den Spielausgang nur bedingt Relevanz“. Viel wichtiger war ihm die eigene Leistungskurve über 90 Minuten. Rabensburg zeigte laut Trainer über eine Halbzeit genau das Gesicht, das er sehen will, brachte diese Qualität aber eben nur eine Halbzeit lang auf den Platz. Daraus lässt sich die Aufgabe für die nächsten Spiele klar ableiten: Die guten Phasen waren da, jetzt muss Rabensburg sie deutlich länger halten.