In der 2. Landesliga Ost setzte sich der SC Brunn/Geb. im Derby gegen den ASV Vösendorf mit 4:2 durch. Brunn führte früh, stellte nach der Pause auf 3:1 und machte den Deckel in der Nachspielzeit drauf. Trainer Patrick Baumeister sprach von einem „hart erarbeiteten Sieg“, haderte aber mit Eigenfehlern, die den Gegner „am Leben gelassen“ hätten. Durch den Erfolg übernimmt Brunn zumindest vorübergehend die Tabellenführung – und baut damit den Druck auf Verfolger Hohenau weiter auf.

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Brunn eerwischte den besseren Start und lag nach 16 Minuten vorne: Paul Kovaricek traf per Distanzschuss, der noch abgefälscht wurde – ein Auftakt nach Maß. In Minute 30 legte Kapitän Julian Uhlig vom Punkt nach, der Strafstoß war nach Foul an Klemens Obitsch fällig. Vösendorf meldete sich kurz vor der Pause zurück, Kevin Akgül verkürzte in der 39. Minute auf 2:1. Direkt nach Wiederbeginn stellte Brunn die Zwei-Tore-Führung her: Valentin Holzer traf in Minute 48 zum 3:1. Ganz weg war Vösendorf damit nicht, Patrick Mijatovic brachte die Gäste in der 72. Minute wieder heran. Es blieb dadurch bis zum Schluss offen – bis tief in die Nachspielzeit (90.+5) erneut Uhlig eiskalt zuschlug. Laut Coach entstand das 4:2 aus einem Konter über rechts, die Hereingabe fand den Kapitän, der den Doppelpack prfekt machte. „Es war ein ungefährdeter Sieg“, bilanzierte Patrick Baumeister dennoch, „aber durch Eigenfehler haben wir Vösendorf immer wieder am Leben gelassen.“
In der Analyse wollte Baumeister keinen einzelnen Knackpunkt herausheben. „Diesen einen Moment gab es nicht, am Ende des Tages hat sich einfach die Qualität durchgesetzt. Wir haben einen super Lauf.“ Dass der Auftritt vor allem in Druckphasen reif wirkte, überraschte ihn nicht – gerade mit Blick auf die angespannte Personallage. „Wir haben personell aus dem allerletzten Loch gepfiffen“, erklärte der Brunn-Coach. Einige Kicker mussten ungewohnte Rollen übernehmen, Abläufe verschoben sich, trotzdem stand unterm Strich ein verdienter Derby-Sieg. „Wir haben noch immer so viel Qualität am Platz, aber es kommen Ungewohnheiten dazu und das ist nicht immer leicht. Trotzdem war es mehr als souverän, die Burschen haben das gut gemacht“, sagte Baumeister und kündigte an: „Nächste Woche sind wir personell wieder wesentlich besser besetzt.“ Für ihn ist klar: Der Lauf und die Formstärke tragen die Mannschaft auch über heikle Phasen.
Zum Gegner fand Baumeister nüchterne Worte. „Sie haben zwei Tore bei uns gemacht, gut – die sind de facto durch Eigenverschulden von uns gefallen.“ Darüber hinaus registrierte Brunns Trainer nach der Pause noch einen Stangenschuss der Gäste, „aber sonst in Wahrheit keine Torchance“. Vösendorf suchte sein Heil oft mit hohen Bällen und auf den zweiten Ball. „Das ist immer ungut, aber viele lobende Worte habe ich nicht. Sie haben sich reingehaut, sie wollen nicht absteigen.“ Ein Sonderlob gab es hingegen für das Gespann. „Die Schiedsrichterleistung war seit Langem endlich mal mehr als souverän und in Ordnung. Der eine Elfmeter war klar“, so Baumeister. Trotz Derby-Charakter blieb die Partie aus seiner Sicht gut zu leiten. „Der Schiedsrichter hat seine Linie durchgezogen, man konnte mit ihm reden – für mich eine sehr, sehr gute Leistung.“
Sportlich bringt das 4:2 drei harte Punkte – und einen psychologischen Effekt. In der Tabelle steht Brunn nach 28 Runden bei 61 Zählern, während Hohenau mit einem Spiel weniger 60 Punkte hält. „Durch den Sieg haben wir geschafft, Druck auf Hohenau aufzubauen“, freute sich Baumeister. „Es ist ein wunderschönes Zwischenergebnis, einen Tag an erster Stelle zu sein – das haben sich die Burschen hart erarbeitet.“ Dass Kapitän Julian Uhlig mit Doppelpack voranging und in der Nachspielzeit die Nerven behielt, passt ins Bild eines Teams, das seinen Lauf bestätigt. Baumeister bleibt trotzdem wachsam: Die Eigenfehler sollen raus, die personellen Engpässe klingen ab. Mit diesem Mix aus Qualität, Willen und etwas mehr Stabilität will Brunn die Spitze verteidigen.