Der scheidende Coach des ASV Vösendorf blickt nach einer extrem fordernden Rückrunde in der 2. Landesliga Ost zurück – und tut das mit Respekt für seine Spieler. Trotz schwieriger Rahmenbedingungen hielt das Team den Spielbetrieb aufrecht, landete am Ende mit 18 Punkten auf Rang 16. „Die Jungs sind für mich Helden“, sagt Behaija Fejzic, der mit Saisonende von Bord geht. Für die Zukunft sieht er Aufbruchsstimmung – und hofft, dass viele seiner Spieler dem Verein treu bleiben.

Image by Alexander Fox | PlaNet Fox from Pixabay
Behaija Fejzic wählt große, aber ehrliche Worte für die vergangenen Monate. „Die letzte Halbsaison war unglaublich vielfältig und extrem herausfordernd. Das hat uns alle an unsere Grenzen gebracht – mich als Trainer genauso wie die Spieler“, erzählt er. Besonders hebt er hervor, dass der Kader trotz widriger Umstände zusammenblieb: „Mir hat sehr gut gefallen, dass die Jungs nicht aufgehört haben, Fußball zu spielen – trotz ausständiger Zahlungen. Sie haben sich für Vösendorf eingesetzt und den Spielbetrieb am Leben gehalten.“ Sportlich blieb Vösendorf bis kurz vor Schluss im Rennen. „Wir waren bis zwei, drei Spiele vor Ende voll dabei, das Unmögliche möglich zu machen und die Klasse zu halten“, sagt Fejzic. Warum es am Ende nicht reichte, will er nicht ausführen, hält aber fest: „Ich sehe unsere Jungs als Helden. Das war einmalig.“
Mit 30. Juni endet Fejzics Amtszeit offiziell. Er verlässt den Posten mit erhobenem Kopf. „Ich gehe von Bord, wie ich gekommen bin – als stolzer Mann, ehrenvoll, mit Energie und Emotionen“, betont er. Der Trainer schildert, wie breit sein Aufgabenpaket zuletzt war: „Ich war über weite Strecken monatelang allein im Verein. 24/7. Termine mit Verband und Sponsoren, Schiedsrichterabwicklung, Zeugwart- und Masseurarbeiten – ich habe das alles verkörpert.“ Auch Auswärtsfahrten stemmte er schon mal im Alleingang: „Dass ein Trainer allein mit dem eigenen Auto zu Auswärtsspielen fährt, sagt viel über die harte Zeit.“ Reue verspürt er keine: „Ich bereue keine Sekunde. Es war eine unglaubliche Erfahrung, aus der ich viel lerne.“
Inhaltlich blickt Fejzic weniger auf einzelne Ergebnisse, sondern auf Charakter und Entwicklung. Besonders stolz ist er auf die Talente, die in den letzten Wochen Verantwortung übernahmen. „In Hirschwang haben wir das letzte Spiel mit sieben, acht Siebzehn- und Achtzehnjährigen bestritten – und vier Tore geschossen. Dabei war auch ein U16-Bursche“, berichtet er. Für ihn ist das ein Zeichen von Qualität und Mentalität: „Die Jungs haben eine unglaubliche Moral gezeigt, egal ob jung oder erfahren.“ Mit Blick nach vorne erkennt er Bewegung im Klub: „Ich gehe von Aufbruchsstimmung aus. Der Verein plant für die kommende Saison in der Gebietsliga.“ Seine Bitte an die neue Führung ist klar: „Ich hoffe, dass viele dieser Spieler Zuspruch und Vertrauen bekommen – sie haben es sich verdient.“
Fejzic ordnet die Liga-Stärke ein und nennt Namen: „Brunn hat ein starkes Kollektiv mit Top-Einzelspielern, Wiener Neudorf bringt enorme Qualität und Erfahrung. Auch Wolkersdorf und Mistelbach sind richtig gut.“ Dem Meister zollt er Respekt: „Hohenau hat eine hervorragende Saison gespielt und den Weg konsequent durchgezogen – absolut verdient.“ Seine eigene Bilanz fällt trotz Platz 16 selbstbewusst aus: „Ich habe Vösendorf mit fünf Punkten übernommen und letztes Jahr den Klassenerhalt geschafft. Heuer haben wir unter schwierigsten Bedingungen den Betrieb aufrechterhalten – das hatte Priorität.“ Den nächsten Schritt will er anderen überlassen: „Ab jetzt sind der neue Vorstand und das Trainerteam am Zug. Ich wünsche ihnen viel Glück – und den Jungs das Vertrauen, das sie sich erarbeitet haben.“