In der 2. Landesliga Ost musste sich 1. SV Wiener Neudorf am Freitag bei SV Stockerau mit 1:4 geschlagen geben. Trainer Wilhelm Hawla sah den Unterschied vor allem in der Defensive und im Umgang mit den eigenen Fehlern. „Die bessere Abwehr hat das Spiel gewonnen“, sagte der Coach nach einer Partie, in der seine Mannschaft nach frühem Rückstand zwar kurz zurückkam, den entscheidenden Moment nach der Pause aber verpasste.

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Für Wiener Neudorf begann der Abend denkbar ungünstig. Schon in der 2. Minute brachte Oliver Ifkovits die Gastgeber nach einem Standard mit 1:0 in Führung, und genau das blieb für Hawla ein zentraler Punkt in der Rückschau. „Wir sind gleich nach eineinhalb Minuten nach einem Standard 0:1 in Rückstand geraten. Dann fängst du quasi mit minus eins an“, sagte der Trainer. Trotzdem war seine Mannschaft danach nicht völlig aus dem Spiel. Hawla sprach davon, dass seine Elf gut hineingefunden habe und auch zu Chancen gekommen sei. Der zweite Treffer fiel dann aber wieder auf der anderen Seite: Florian Frithum erhöhte in der 40. Minute auf 2:0, laut Hawla nach einem Konter. Dass Wiener Neudorf trotzdem noch einmal Hoffnung schöpfte, lag an der unmittelbaren Antwort kurz vor der Pause. Ratko Buljic verkürzte in der 42. Minute auf 2:1 und hielt die Partie aus Sicht der Gäste vorerst offen.
Mit dem knappen Rückstand ging es in die Kabinen, und aus Sicht von Hawla war nach dem Seitenwechsel zunächst noch alles möglich. „Wir sind sehr gut aus der Pause herausgegangen“, schilderte er. Umso mehr ärgerte ihn die Phase, in der Wiener Neudorf den Ausgleich auf dem Fuß hatte. Nach einem Pass in die Tiefe von Ratko Buljic kam Stipo Petrovic zur großen Gelegenheit auf das 2:2, ließ diese aber ungenutzt. Für Hawla war genau das der Moment, an dem die Partie kippte. „Die spielentscheidende Szene war nach der Halbzeit, wo wir das 2:2 nicht machen und im Gegenzug einen Elfmeter gegen uns bekommen und Stockerau 3:1 in Führung geht“, sagte er. Die Situation vor dem Strafstoß beschrieb der Trainer so, dass sich Stockerau über die linke Seite gut durchkombinierte, bis zur Torlinie kam und nach der Hereingabe der Innenverteidiger zu spät kam. Frithum machte in der 52. Minute das 3:1. Diskussionen um den Unparteiischen wollte Hawla daraus nicht machen: „Die Schiedsrichterleistung war in Ordnung.“
Dass Wiener Neudorf am Ende ohne Punkte abreisen musste, führte Hawla nicht auf eine einzelne Szene allein zurück, sondern auf ein größeres Gesamtbild. „Wir hatten einfach viel zu viele Fehler im Aufbauspiel“, sagte der Trainer deutlich. Dazu kam, dass seine Mannschaft die personellen Ausfälle in der Defensive nicht auffangen konnte. „Uns haben der linke Verteidiger, der rechte Verteidiger und ein Innenverteidiger gefehlt. Das konnten wir nicht kompensieren“, erklärte er. Genau dort sah er den größten Unterschied zwischen beiden Teams. Stockerau, so Hawla, sei „hinten sehr kompakt gestanden“, habe „sehr wenig zugelassen“ und die eigenen Möglichkeiten konsequent genutzt. Wiener Neudorf brachte das laut dem Coach eben nicht zusammen. In der 85. Minute setzte Frithum mit seinem dritten Treffer zum 4:1 den Schlusspunkt und machte das Ergebnis klar. Für Hawla blieb unter dem Strich daher eine einfache, aber treffende Erklärung: „Die bessere Abwehr hat das Spiel gewonnen.“ Nach acht Runden stehen die Wiener Neudorfer damit bei elf Punkten und nehmen aus diesem Abend vor allem die Aufgabe mit, mehr Stabilität ins eigene Spiel zu bringen.