In der 2. Landesliga Ost fiel das 3:0 von FC PVT Neudorf gegen SG Bad Vöslau/Kottingbrunn klarer aus, als es Igor Knezevic unmittelbar nach dem Schlusspfiff sehen wollte. Der Trainer der Gäste sprach von einer starken ersten Hälfte seiner Mannschaft, von vier großen Möglichkeiten und von einem Ergebnis, das für ihn deutlich zu hoch ausfiel. Vor allem die fehlende Kaltschnäuzigkeit machte er als Hauptgrund für die Niederlage aus.

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Aus Sicht von Knezevic begann die Partie nämlich genau so, wie er sie sich vorgestellt hatte. „Wir waren bis zur gefühlt 38. Minute spielbestimmend, waren die stärkere Mannschaft“, sagte der Trainer nach dem 0:3. Dazu passte für ihn auch, dass Neudorf aus dem Spiel lange kaum gefährlich wurde. „Wir haben keine einzige Situation zugelassen, die gefährlich auf unser Tor kam“, hielt Knezevic fest. Umso bitterer war aus seiner Sicht daher das 0:1 in der 37. Minute, als Richard Novotný für die Gastgeber traf. Der Coach sprach dabei von einer Standardsituation, mit der seine Mannschaft bestraft worden sei. Dass es mit einem Rückstand in die Pause ging, passte für ihn deshalb überhaupt nicht zum Eindruck der ersten Halbzeit, in der er seine Mannschaft klar überlegen gesehen hatte.
Der entscheidende Vorwurf ging nach dem Spiel aber nicht in Richtung Spielanlage, sondern ganz klar an die eigene Chancenverwertung. Knezevic wurde da sehr deutlich: „Die Kaltschnäuzigkeit hat uns gefehlt. Wir haben noch nie in einem Match gefühlt solche vier Hunderter gehabt wie in diesem Spiel.“ Er zählte diese Möglichkeiten auch konkret auf: zweimal Aluminium an der Latte, einmal an die Stange und dazu noch eine Szene, in der ein Spieler allein auf das Tor zulief. Aus all diesen Situationen machten die Gäste kein Tor, obwohl sie nach Einschätzung ihres Trainers über weite Strecken das aktivere Team waren. Genau darin sah Knezevic den Grund, warum seine Mannschaft trotz guter Phasen leer ausging. „Wenn wir die Chancenauswertung besser gehabt hätten, dann wären wir auch als Sieger vom Platz gegangen“, sagte er und blieb auch nach dem Abpfiff bei dieser Einschätzung.
Auch nach dem Seitenwechsel sah Knezevic seine Mannschaft zunächst wieder voll im Spiel. „Wir kommen aus der Halbzeit raus, sind wieder voll im Fokus, spielen wieder hervorragend“, sagte er. Der Knackpunkt folgte für ihn dann aber in der 59. Minute. Wieder war es Richard Novotný, der für Neudorf traf, diesmal zum 2:0. Für den Trainer der Gäste war dieses Tor spielentscheidend, weil seine Elf dabei in einen Konter lief und danach den Zugriff verlor. „Da sind wir nicht mehr richtig zurückgekommen ins Spiel und waren nicht mehr so spielbestimmend wie in der ersten Halbzeit“, meinte Knezevic. In der Schlussphase gab es dann noch einen Ausschluss bei der SG in der 80. Minute, den der Coach als hart, aber regeltechnisch vertretbar einstufte. Den Schiedsrichter nahm er insgesamt ausdrücklich aus der Kritik. „Er hat grundlegend eine sehr gute Partie gepfiffen und war sehr souverän“, sagte Knezevic. Den Schlusspunkt setzte schließlich in der Nachspielzeit erneut Novotný mit seinem dritten Treffer zum 3:0, ein Endstand, den der Gästetrainer trotz aller Anerkennung für den Gegner als deutlich zu hoch einordnete. „Neudorf hat unsere Chancenauswertung stark gemacht und aus jedem Torschuss ein Tor gemacht“, meinte er und gratulierte den Gastgebern zugleich zu ihrer effizienten Leistung.
Bei aller Enttäuschung wollte Knezevic den Abend trotzdem nicht nur negativ lesen. Gerade die ersten 45 Minuten waren für ihn ein Hinweis darauf, dass in seiner Mannschaft mehr steckt, als es das nackte Ergebnis vermuten lässt. „Ich habe die erste Halbzeit sehr positiv gesehen. Das war eine der stärksten Halbzeiten, die wir gespielt haben. Klar überlegen, klar die dominierende Mannschaft“, sagte der Trainer. Genau daran will die SG nun anknüpfen. Schon kommende Woche wartet mit Bisamberg laut Knezevic wieder „ein harter Gegner“, gegen den seine Elf punkten müsse, um in der Tabelle besser dazustehen. Die Richtung ist für ihn jedenfalls klar: an die starke erste Hälfte anschließen, die gute Spielkontrolle über längere Zeit halten und sich für die vorhandenen Chancen endlich auch mit Toren belohnen.