In der 2. Landesliga West setzte sich der SV Haitzendorf nach torloser erster Hälfte mit 3:0 gegen den USC Höfler Metalltechnik Seitenstetten durch. Die Gastgeber legten nach der Pause zu und trafen dreimal, während die Gäste ihre großen Momente ausließen. Co-Trainer Gerhard Wieser sprach von einem unglücklichen Verlauf: Ein Stangenschuss vor der Pause, ein vergebener Elfmeter beim Stand von 1:0 – und dann lief Haitzendorf davon. „Mit dem Gegentreffer und dem verschossenen Elfer war der Kopf leer“, sagte er.

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Die erste Hälfte war zäh, aber offen. Seitenstetten verteidigte kompakt und setzte Nadelstiche, Haitzendorf hatte mehr Ballbesitz, ohne wirklich zwingend zu werden – so schilderte es Gerhard Wieser. Kurz vor dem Pausenpfiff lag die große Chance auf Seitenstettens Seite: „Wir hätten mit einem Schuss an die Innenstange in Führung gehen können“, ärgerte sich der Co-Trainer. Dazu kamen zwei ordentliche Möglichkeiten nach Standards, die ebenfalls ungenutzt blieben. Nach dem 0:0 zur Pause kippte die Partie. In Minute 61 stellte Rudolf Pirkner auf 1:0, zehn Minuten später legte derselbe Haitzendorf-Angreifer das 2:0 nach (71.). Dazwischen bot sich den Gästen per Strafstoß die Riesenchance zum Ausgleich, doch auch der Elfmeter fand nicht ins Tor. Als Seitenstetten öffnen musste, machte Haitzendorf in der Schlussphase endgültig zu: Gabriel Hausmann sorgte in der 82. Minute für den 3:0-Endstand. Wieser sprach bei allen drei Gegentoren von Distanzschüssen, beim letzten sogar unglücklich abgefälscht – an diesem Abend lief es den Gästen in den Schlüsselmomenten gegen sie.
In seiner Analyse blieb Gerhard Wieser sachlich, aber deutlich. „In Summe waren wir vom Spielverlauf her etwas unglücklich. Wir hätten mit einem Stangenschuss in Führung gehen können, wir hätten mit einem Elfmeter ausgleichen können. Beide Momente haben wir nicht genützt“, fasste er zusammen und gratulierte fair: „Der Gegner war in der zweiten Hälfte spielbestimmend – Gratulation an den Sieger.“ Entscheidend sei die Haltung nach der Pause gewesen: „In der ersten Halbzeit hat es sehr gut funktioniert. In der zweiten Halbzeit sind wir etwas zu tief gestanden. Wir haben dem Gegner zu viel das Spiel überlassen.“ Aus seiner Sicht wollte die Mannschaft „vom Gefühl her das Unentschieden halten, statt auf Sieg zu gehen“ – prompt fiel der erste Haitzendorf-Treffer. „Mit dem ersten Gegentreffer und dem verschossenen Elfmeter war der Kopf leer. Da war es schwer, noch einmal Anschluss zu finden“, so Wieser. Diese Mischung aus verpassten Chancen, einem mentalen Knacks und einem Gegner, der „die Spielkontrolle übernommen hat“, führte am Ende zum 0:3.
Wieser zollte den Hausherren Respekt: „In der zweiten Halbzeit waren sie sehr ballsicher und haben die Spielkontrolle übernommen. Sie waren präsent, hatten sehr gute Einzelspieler und haben bis zur letzten Minute gezeigt, dass sie den Sieg unbedingt wollten.“ Auch das gehört dazu: „Die Leistung des Schiedsrichterteams war in Ordnung. Daran hat es nicht gelegen, dass wir keine Punkte geholt haben.“ In der Kabine war die Enttäuschung groß, doch der Blick richtete sich rasch nach vorne. „Wir haben noch eine Runde zu spielen. In dieser Runde wollen wir die drei Punkte holen, die wir brauchen, um dem Gegner Druck zu machen“, erklärte der Co-Trainer. Das Ziel ist klar definiert: „Nächstes Spiel in Würmla – da wollen wir alles daran setzen, dass wir gewinnen und eine gute Performance abliefern.“ Angesichts der Tabellensituation mit Haitzendorf im Spitzenfeld und Seitenstetten im Abstiegskampf zählt für die Gäste am letzten Spieltag jeder Punkt doppelt – und die Lehren aus Haitzendorf sind deutlich: Chancen nützen, mutiger auftreten, Kopf frei kriegen.