Spielberichte

„Die Unachtsamkeiten müssen wir abstellen“ – SC Rathauskeller Melk hadert nach 2:2 mit der Schwächephase

SC Melk
SVg ATP Purgstall

In der 2. Landesliga West hat sich SC Rathauskeller Melk im Derby gegen die Sportvereinigung ATP Metallbau Purgstall mit einem 2:2 begnügen müssen. Alfred Konrad sprach nach dem Spiel von „einem weinenden und einem lachenden Auge“: SC Rathauskeller Melk startete gut, verlor durch zwei schnelle Gegentore den Vorteil wieder und holte sich nach einer von der Verletzung von Sebastian Schaufler überschatteten Partie immerhin noch einen Punkt.

Schiedsrichter hält einen Fußball in der Hand

Image by Alexander Fox | PlaNet Fox from Pixabay

Guter Start der Gastgeber, dann dreht sich das Spiel schnell

Aus Sicht von SC Rathauskeller Melk begann der Abend eigentlich so, wie man sich ein Heimderby vorstellt. Alfred Konrad sah „einen guten Start“ seiner Mannschaft, und dafür gab es früh auch konkrete Szenen. In der sechsten Minute kam Alvi Bazaliev rechts vom Strafraum zum Abschluss und setzte den Ball nur knapp daneben. Zwei Minuten später fiel dann die Führung: Karim Sallam brachte einen Eckball herein, Bilal Dzhabrailov kam zum Ball und traf aus rund zwölf bis dreizehn Metern genau ins Kreuzeck zum 1:0. Lange genießen konnte SC Rathauskeller Melk diesen Vorsprung aber nicht. Schon in der 10. Minute glich Alexander Obermayr für die Gäste aus, und in der 14. Minute brachte Sebastian Jagersberger die Sportvereinigung ATP Metallbau Purgstall sogar mit 2:1 nach vorne. Genau diese kurze Phase blieb beim Co-Trainer besonders hängen. „Die vier Minuten, wo wir diese zwei Tore bekommen haben, das war Unachtsamkeit. Die müssen wir einfach abstellen“, sagte Konrad.

Die Szene vor der Pause überlagert den sportlichen Teil

Dass dieses Derby für SC Rathauskeller Melk nicht nur wegen des Ergebnisses in Erinnerung bleiben wird, lag an der Szene in der 43. Minute. Nach Konrads Schilderung kam es im Strafraum zu einem Zusammenstoß, bei dem der heraus eilende Torhüter Sebastian Schaufler im Brustbereich verletzt wurde. Das Spiel war danach rund zehn Minuten unterbrochen. Schaufler konnte nicht weitermachen und wurde laut Konrad mit der Rettung zu weiteren Untersuchungen ins Krankenhaus gebracht. Für ihn kam Milan-Marko Mihaila ins Tor. Der Melker Co-Trainer sprach dabei ganz bewusst von einer Schlüsselszene und äußerte sich auch deutlich zu seiner Wahrnehmung der Aktion. „Das war für mich eine Schlüsselszene. Bei dieser Witterung war das grob fahrlässig, und diese Aktion hätte mit Rot geahndet werden müssen“, sagte Konrad über den Zweikampf mit einem Spieler der Sportvereinigung ATP Metallbau Purgstall. Unabhängig von dieser Bewertung war für SC Rathauskeller Melk klar, dass sich der Abend ab diesem Moment nicht mehr nur um Fußball drehen würde.

Schmidinger gleicht aus, das dritte Tor fällt nicht mehr

Sportlich fand SC Rathauskeller Melk nach der Pause trotzdem noch einmal zurück in die Partie. In der 71. Minute gelang Christoph Schmidinger das 2:2, und genau diesen Treffer ordnete Konrad als „verdienten Ausgleich“ ein. Mehr war an diesem Abend aber nicht mehr drinnen. Der Co-Trainer verwies dabei einerseits auf die schwierigen Bedingungen und andererseits auf das, was kurz vor der Halbzeit passiert war. „Aufgrund der widrigen Wetterverhältnisse war nicht mehr drinnen“, sagte Konrad. Dazu komme, dass die Verletzung von Sebastian Schaufler „sicher auch in den Köpfen der Spieler eine Rolle gespielt“ habe. Gleichzeitig stellte Konrad dem Gegner ein klares Zeugnis aus. Die Sportvereinigung ATP Metallbau Purgstall sei „eine Mentalitätsmannschaft, sehr laufstark, kampfstark“. So blieb es am Ende beim Remis, weil SC Rathauskeller Melk nach dem Ausgleich kein drittes Tor mehr nachlegen konnte. „Es ist ein weinendes und ein lachendes Auge“, sagte Konrad. „Auf der einen Seite die schwere Verletzung von unserem Tormann, auf der anderen Seite ist es uns nicht gelungen, noch ein Tor zu erzielen.“

Ein Punkt für die Tabelle, die besten Wünsche für Schaufler

Unter dem Strich nahm SC Rathauskeller Melk damit einen Punkt aus der dritten Runde mit und steht nun bei fünf Zählern. Konrad formulierte das nüchtern und ohne lange Umwege: „Summa summarum müssen wir uns mit diesem Punkt heute im Derby zufriedengeben.“ Viel wichtiger als die tabellarische Einordnung war für SC Rathauskeller Melk nach dem Schlusspfiff aber der Gesundheitszustand des eigenen Torhüters. Deshalb stellte Konrad zum Abschluss noch einmal Sebastian Schaufler in den Mittelpunkt. „Spieler, Fans und Funktionäre wünschen Sebastian Schaufler alles Gute sowie einen positiven und schnellen Heilungsverlauf“, sagte der Co-Trainer. Sportlich nahm er trotz allem auch etwas mit. Die Einstellung habe gepasst, kämpferisch sei seine Mannschaft da gewesen. Wenn es SC Rathauskeller Melk schaffe, genau jene Unachtsamkeiten aus der Phase zwischen der 10. und 14. Minute abzustellen, dann, so Konrad, „ist schon einiges möglich“.

2. Landesliga West: SC Melk : SVg Purgstall - 2:2 (1:2)

  • 71
    Christoph Schmidinger 2:2
  • 14
    Sebastian Jagersberger 1:2
  • 10
    Alexander Obermayr 1:1
  • 8
    Bilal Dzhabrailov 1:0