In der 2. Landesliga West hat SV Waidhofen/Thaya eine 2:0-Führung gegen SG Annaberg/SC PREFA Lilienfeld noch aus der Hand gegeben und am Ende 2:3 verloren. Für Trainer Amir Ebrahim war der Auswärtssieg seiner Mannschaft vor allem eine Frage des Glaubens an die eigene Stärke. Nach zwei Rückständen blieb Annaberg/Lilienfeld dran, kam noch vor der Pause heran und drehte die Partie in der zweiten Hälfte komplett.

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Amir Ebrahim sprach nach dem Schlusspfiff von einem Spiel, in dem seine Mannschaft aus seiner Sicht eigentlich sehr gut hineingefunden hatte. „Wir haben das Spiel sehr gut begonnen. Wir hatten viel Spielkontrolle und haben in den ersten 25 Minuten sehr viele Chancen kreiert“, sagte der Trainer. Genau deshalb empfand er den frühen Rückstand als besonders bitter. In der 24. Minute brachte Adam Ritter die Gastgeber mit 1:0 in Führung, Ebrahim sprach dabei von einem „sehr schönen Distanztor“, das den bisherigen Verlauf auf den Kopf gestellt habe. Auch danach sah der Trainer seine Elf nicht aus dem Tritt kommen. Annaberg/Lilienfeld sei weiter „die tonangebende Mannschaft“ gewesen, meinte er. Trotzdem erhöhte Waidhofen in der 38. Minute durch Robin Spielhofer auf 2:0. Ebrahim hielt aber vor allem fest, dass sein Team trotz dieses zweiten Rückschlags am Plan festhielt und sich nicht aus dem Spiel bringen ließ.
Der Anschlusstreffer kurz vor der Halbzeit gab der Partie dann noch einmal eine andere Richtung. In der 41. Minute verkürzte Piotr Pawlowski auf 2:1, und genau dieses Tor hob Ebrahim im Rückblick besonders hervor. „Der Anschlusstreffer zum 2:1 vor der Halbzeit war wichtig für den Glauben, das Spiel noch einmal zu drehen“, sagte er. Gleichzeitig machte der Trainer aber auch klar, dass er die Wende nicht an einem einzigen Moment festmachen wollte. Seine Mannschaft sei an diesem Abend „sehr entschlossen gewesen, den Sieg zu holen“, und deshalb wäre der Glaube an den Umschwung aus seiner Sicht auch sonst nicht verschwunden. Wie das 1:2 fiel, schilderte er ebenfalls konkret: Nach einem individuellen Fehler des Gegners und einem Rückpass zum Tormann habe sein Stürmer die Situation sofort erkannt und das Tor gemacht. Mit dem Pausenstand von 2:1 war Annaberg/Lilienfeld jedenfalls wieder voll im Spiel, obwohl Waidhofen zu diesem Zeitpunkt noch vorne lag.
Nach dem Seitenwechsel bekam die Partie dann genau jene Entwicklung, die Ebrahim bei seiner Mannschaft schon davor gesehen hatte. Annaberg/Lilienfeld blieb aktiv, suchte weiter die spielerische Lösung und wurde in der 65. Minute mit dem Ausgleich belohnt. Mohamed Gad El Rab El Sayed erzielte das 2:2, das der Trainer als „sehr schön herausgespieltes Tor“ beschrieb. Seine Mannschaft sei in den Zwischenraum gekommen, dann auf die Kette zugelaufen und habe aus rund 20 Metern getroffen. Dass die Gäste trotz des 0:2-Rückstands an ihrer Linie festhielten, war für Ebrahim überhaupt der Kern dieser Aufholjagd. „Der Glaube an sich selbst“ und der Zusammenhalt seien an diesem Abend das Entscheidende gewesen, sagte er. „Wir sind ein spielerisch starkes Team. Wir haben uns vorgenommen, das auf den Platz zu bringen und die Chancen zu kreieren, die notwendig sind, um das Spiel zu gewinnen.“ Genau so fiel dann auch die Entscheidung: In der 86. Minute traf erneut Mohamed Gad El Rab El Sayed zum 3:2, diesmal laut Ebrahim mit einem direkt verwandelten Freistoß.
Bemerkenswert war für den Trainer nicht nur die Art der Wende, sondern auch der Gegner, gegen den sie gelang. Waidhofen habe „ganz wie erwartet“ gespielt, meinte Ebrahim, also kompakt, geschlossen und mit viel individueller Qualität. Gerade deshalb maß er den drei Treffern seiner Mannschaft besonderes Gewicht bei. „Es war sehr wichtig, dass wir auswärts in Waidhofen drei Tore machen“, sagte er. Für ihn erklärte sich der Sieg nicht nur durch die Tore, sondern auch durch die Haltung seiner Mannschaft nach dem 0:1 und dem 0:2. „Wir haben uns nie aufgegeben, haben immer bis zum Ende an den Sieg geglaubt und am Ende völlig verdient gewonnen“, so Ebrahim. Auch die Leistung des Unparteiischen bewertete er positiv. Der Schiedsrichter habe eine „sehr solide Leistung“ gezeigt, und es sei gut gewesen, dass das Spiel selbst im Mittelpunkt gestanden habe. Für Annaberg/Lilienfeld bleibt damit ein Auswärtssieg, der sich aus Sicht des Trainers aus Spielkontrolle, Moral und Konsequenz vor dem Tor zusammensetzte.