Früh 2:0 vorne, am Ende nur 2:2 – in der Bezirksklasse Weinviertel ließ die SG Hüttendorf/Paasdorf gegen den SC Hohenruppersdorf zwei Punkte liegen. Die Hausherren legten stark los, kassierten noch vor der Pause den Anschluss und in einer turbulenten Schlussminute den Ausgleich. Trainer Wolfgang Meier sprach von einer klar dominierten ersten Hälfte, haderte nach dem Wechsel mit fehlender Durchschlagskraft und zeigte sich selbstkritisch: Er will taktische Entscheidungen überprüfen und stellte sich schützend vor seine Mannschaft.

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Hüttendorf/Paasdorf erwischte den besseren Start und setzte früh ein klares Zeichen. In Minute 9 brachte Tobias Eckner die Gastgeber mit 1:0 in Führung, zehn Minuten später legte Marcel Lösch zum 2:0 nach. Das passte zu Meiers Eindruck vom Auftakt: „Wir haben von Beginn an Offensivfußball gespielt, wir haben nach vorne gespielt und uns Chancen herausgespielt.“ Hohenruppersdorf kam bis dahin kaum zur Entfaltung – und traf dann mit dem ersten Versuch aufs Tor. In der 22. Minute verkürzte Manuel Zeller auf 2:1. Meier sprach von „einem wunderschönen Tausend-Gulden-Schuss aus 25 Metern genau ins lange Eck“. Mit dem 2:1 ging es in die Kabinen, die Hausherren hatten bis dahin mehr vom Spiel und wirkten sicher in dem, was sie taten.
Aus der Pause kam Hüttendorf/Paasdorf nicht mehr so griffig heraus. „Wir sind schlechter rausgekommen als in der ersten Halbzeit“, hielt Meier fest. Obwohl seine Elf laut Trainer weiterhin das aktivere Team war, fehlten nach dem Seitenwechsel klare Aktionen im letzten Drittel: „Offensiv waren wir nicht mehr in der Lage, Torchancen zu kreieren, obwohl wir trotzdem die spielbestimmendere Mannschaft waren.“ Es blieb lange bei der knappen Führung – und genau das machte die Schlussphase heikel. „Wenn du über 90 Minuten eigentlich immer in Führung bist und in der 90. nach einer Standardsituation den Ausgleich kriegst, ist das bitter“, sagte Meier. In der hektischen Schlussminute gab es zudem die Rote Karte gegen Mohamed Issa Ahmadi, und Johannes Zillinger netzte für Hohenruppersdorf zum 2:2 ein. „Dem Gegner ist der Lucky Punch gelungen“, so Meier.
Nach dem Schlusspfiff suchte der Coach keine Ausreden. Im Gegenteil: „Ich werde mich in der taktischen Ausrichtung hinterfragen. Auch ich muss mich als Trainer jetzt ganz klar schützend vor die Mannschaft stellen.“ Meier betonte mehrfach den Teamgedanken und das gemeinsame Weiterarbeiten: „Spieler, Trainer, Mannschaft – wir sind eine Einheit. Ich spüre, dass die Spieler verstehen, was wir wollen, und dass sie es umsetzen wollen.“ Gleichzeitig ließ er keinen Zweifel am Anspruch bei Heimspielen: „Gegen so einen Gegner müssen wir daheim immer gewinnen. Ein Unentschieden ist nicht zufriedenstellend und nicht unser Anspruch.“ Über den Gegner wollte Meier bewusst nicht sprechen: „Wir konzentrieren uns auf uns. Erst wenn wir unsere Sachen richtig machen, kümmern wir uns darum, was die anderen tun.“
Einen besonderen Punkt hob Meier freiwillig hervor: die Leistung des Schiedsrichters. „Ein sehr junger Schiedsrichter, sehr souverän. Man merkt, dass er Potenzial hat für höhere Aufgaben. Er ist ein Talent, und ich freue mich, solche Schiedsrichter öfter bei uns in der Liga zu sehen – das macht richtig Spaß.“ In der Tabelle steht Hüttendorf/Paasdorf aktuell auf Rang vier (13 Punkte), Hohenruppersdorf hält Platz acht (7). Für Meier zählt jetzt die Reaktion: „Wir werden weiter an uns arbeiten und uns weiter hinterfragen.“ Nach zwei späten Remis in Serie soll die gute Anfangsphase künftig über 90 Minuten tragen.