Nach dem 1:1 zwischen SC Leopoldsdorf/Mfd. und SC Laa/Thaya in der Gebietsliga Nord/Nordwest überwog bei Stephan Kasmader die Enttäuschung. „Das Unentschieden war aus meiner Sicht nicht gerecht. Wir hätten uns den Sieg an diesem Tag mehr verdient gehabt. Wir sind an unserer Chancenauswertung gescheitert“, sagte der Trainer. Aus seiner Sicht lagen die Spielanteile klar auf Leopoldsdorfer Seite, der Gegner verteidigte kompakt und lauerte auf Umschaltmomente. Im letzten Drittel fehlte die Konsequenz, personell stand der gesamte Kader bereit – und einen „Mann des Spiels“ wollte Kasmader nicht benennen.

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Kasmaders Kernthese nach Abpfiff: Die Möglichkeiten für einen Heimsieg waren da, doch der letzte Punch blieb aus. „Es gab drei oder vier 100-prozentige Chancen, bei denen uns entweder das Glück, die Entschlossenheit oder das nötige Momentum gefehlt hat. In der Hinrunde hätten wir diese Chancen wohl genutzt. Aktuell gelingt es uns nicht, solche Möglichkeiten in Tore umzumünzen.“
Der Frust über die ausgelassenen Großchancen prägt die Stimmung – ein Remis, das sich für die Hausherren wie ein verpasster Sieg anfühlt.
Im Spielverlauf sah Kasmader klare Verhältnisse in puncto Kontrolle: „Der Ballbesitz lag, sage ich jetzt mal, bei 70 Prozent bei uns. Der Gegner hat sich aufs Verteidigen fokussiert und wollte über Umschaltmomente kommen, die wir teilweise gut wegverteidigt haben.“ In diese Lesart passt auch die Dramaturgie: Leopoldsdorf ging kurz vor der Pause durch Ömer Aksu in der 44. Minute mit 1:0 in Führung, ehe Laa/Thaya in der 55. Minute durch Simon Apl zum 1:1 ausglich. Trotz spielerischer Dominanz und zahlreicher Abschlüsse fehlte dem Heimteam die Kaltschnäuzigkeit, um den Vorsprung ein zweites Mal herzustellen.
Am Matchplan lag es aus Sicht des Trainers nicht: „Wir hatten einen klaren Spielplan, der zum Teil umgesetzt wurde. Dinge, die nicht so gut funktioniert haben, besprechen wir intern.“ Überraschungen durch Laa/Thaya gab es für ihn nicht: „Wir wussten, was auf uns zukommt und waren vorbereitet. Leider konnten wir es im letzten Drittel nicht so umsetzen, wie wir es uns gewünscht hätten.“ Einen herausragenden Einzelspieler wollte Kasmader nicht herausheben – „Gab es nicht“ – und auch personell gab es keine Ausreden: „Wir hatten alle Spieler zur Verfügung.“
Insgesamt bleibt der Eindruck eines Teams, das viel investierte, den Gegner häufig einschnürte, aber im entscheidenden Moment zu wenig Zielstrebigkeit fand – und sich deshalb mit dem 1:1 begnügen musste.