70 Punkte, Platz eins und Meistertitel in der Gebietsliga Nord/Nordwest – beim FC Tulln ist die Freude groß. Trainer Kristian Fitzbauer blickt zufrieden zurück, denkt aber schon an die nächste Stufe: „Die Euphorie ist groß – den Schwung wollen wir mitnehmen.“ Transfers sind vorerst kein Thema, der Fokus liegt auf einer kompakten Vorbereitung und einem gesunden Kader. „Wenn alle an Bord bleiben und verletzungsfrei durchkommen, wollen wir auch in der nächsten Liga eine gute Rolle spielen“, sagt der Coach.
Der Blick zurück fällt kurz und deutlich aus. Fitzbauer bringt es auf den Punkt: „Wenn man Meister wird, gibt es nicht viel, wo man sich wirklich verbessern kann.“ Tulln hat früh Stabilität gefunden, ab Runde 11 die Tabellenführung übernommen und sie bis zum Schluss (Runde 26) nicht mehr abgegeben. Der Lohn: 70 Zähler und der verdiente Platz ganz oben, deutlich vor Leopoldsdorf (47). Die Stimmung passt, der Trainer spürt Energie im ganzen Klub: „Die Euphorie ist groß. Wir sind seit Jahren wieder in der 2. Landesliga. Den Schwung wollen wir mitnehmen und hoffen, oben eine gute Saison zu spielen.“ Der Meistertitel ist damit abgehakt – das Ziel ist ein möglichst ruhiger Einstieg eine Etage höher.
Während anderswo schon kräftig gewerkelt wird, setzt Tulln in der Sommerpause auf Ruhe. „Das entscheidet sich in den nächsten Wochen – wer kommt, wer geht“, sagt Fitzbauer zu möglichen Transfers. „Noch ist nicht wirklich Transferzeit, deshalb gibt es nichts zu verkünden und bisher keine Abgänge.“ Auch an der medizinischen Front gibt es keine Baustellen: „Soweit sind alle an Bord.“ Nach vier Wochen Pause bittet der Coach seine Mannschaft am 13.07. wieder zusammen. „Jetzt ist Urlaubszeit, die Jungs haben frei. Am 13.07. sehen wir uns wieder“, erklärt er. Die Vorbereitung soll kompakt, aber zielgerichtet sein – keine Hektik, dafür klare Abläufe, damit der Aufsteiger mit frischen Beinen und einem eingespielten Gerüst in die 2. Landesliga starten kann.
Neben dem Sportlichen steht beim Meister auch organisatorisch etwas an. „Anfang Juli gibt es eine Sitzung. Der alte Vorstand wird zurücktreten, ein neuer Vorstand wird gewählt. Die Struktur im Verein wird neu aufgesetzt“, sagt Fitzbauer. Ergebnisse will und kann er noch keine vorwegnehmen: „Wir werden sehen, was dabei herauskommt.“ Auf dem Platz sieht er eine intakte Gruppe mit stabilem Innenleben – etwas, das durch eine veränderte Klubstruktur eher gestärkt als gefährdet werden soll. „Die generelle Entwicklung der Mannschaft, vor allem beim Charakter, ist in die richtige Richtung gegangen. Die Mannschaft war top, gerade menschlich. Diese Entwicklung ist sensationell, und die wollen wir weiter vorantreiben.“
Die Meister-Saison hat dem Aufsteiger auch ein Gefühl dafür gegeben, was funktioniert. „Die Gegner in der Gebietsliga waren sehr ähnlich. Viele Spiele waren Spitz auf Knopf“, sagt Fitzbauer. Oft standen die Kontrahenten tief: „Meistens ist der Gegner sehr tief gestanden. Der eine oder andere hat versucht mitzuspielen – da haben sie sich leichter getan.“ Sein Fazit zur vergangenen Klasse fällt respektvoll aus: „Grundsätzlich ist die Gebietsliga Nord/Nordwest eine sehr gute Liga, wahrscheinlich die stärkste in Niederösterreich.“ Für das neue Umfeld bleibt der Wunsch simpel und typisch Trainer: „Wichtig ist, dass alle an Bord bleiben und verletzungsfrei bleiben. Wenn das so ist, hoffen wir, in der nächsten Liga eine gute Rolle zu spielen.“