In der Gebietsliga Nordwest/Waldviertel fuhr der SG Kremser SC/Rehberg II gegen den SC St. Martin einen späten 3:2-Heimsieg ein. Nach einer torlosen ersten Hälfte lagen die Gastgeber rasch 2:0 voran, St. Martin kämpfte sich über Dominik Decker und Niklas Höbarth auf 2:2 zurück. In Unterzahl fiel dann der Knockout: Benjamin Skorsch traf in der Nachspielzeit zum Heimsieg. St.-Martin-Coach Christopher Bruckner haderte vor allem mit der mangelnden Effizienz und sprach von „zwei Geschenken“ vor den Gegentoren – eine Niederlage, die seiner Mannschaft im Tabellenkeller besonders wehtut.
St. Martin begann forsch, doch das Tor fiel nicht. „Im Nachhinein war es ein peinlicher Auftritt, obwohl wir die ersten 15, 20 Minuten perfekt umgesetzt haben“, meinte Christopher Bruckner. „Wir hatten vier, fünf hundertprozentige Chancen. Ihor Krasnyanyk geht zweimal links allein aufs Tor, Niklas Höbarth hat zwei Abschlüsse, Dominik Decker ist einmal stark durch – normal müssen wir nach 15 Minuten 2:0 oder 3:0 führen.“ Weil die Gäste die Chancen liegen ließen, ging es mit 0:0 in die Pause. Kurz nach Wiederbeginn erwischte Kremser SC/Rehberg den besseren Start: Ömer Akkus stellte in Minute 53 auf 1:0, nur zwei Minuten später legte Andrei-Florian Roman zum 2:0 nach. „Die zwei Tore waren absolute Geschenke von uns“, sagte Bruckner unverblümt. Seine Elf schlug dennoch zurück: Decker verkürzte in der 60. Minute auf 2:1, Höbarth glich in der 81. zum 2:2 aus. „Das 2:2 fällt nach einer Flanke, die volley abgefälscht wird“, schilderte der Trainer. Danach folgte die nächste Hürde: Höbarth sah in Minute 86 Rot. Und als alles auf ein Remis hindeutete, traf Benjamin Skorsch in Minute 90+3 zum 3:2 – aus Bruckners Sicht nach einem Corner.
Der Coach suchte die Gründe vor allem bei der eigenen Vorstellung. „Wir haben uns sehr viel vorgenommen und es anfangs gut gemacht – aber die Tore nicht gemacht. Dann ist die Ruhe weg gewesen“, erklärte Bruckner. „Wir wollten unbedingt zum Tor, sind nervös geworden, haben ungewohnt viele lange Bälle gespielt. Das war nicht unser Plan.“ Auch defensiv passte es ihm nicht: „Uns hat die Lockerheit gefehlt, das war insgesamt zu schlecht verteidigt, nicht nur die Hintermannschaft.“ Besonders schmerzte ihn der misslungene Start in Halbzeit zwei: „Wir verlieren vorne unnötig den Ball, dann rutscht ein Pass mit dem Außenrist durch und beim zweiten Gegentor verschätzen wir uns komplett – solche Geschenke darfst du in dieser Liga nicht verteilen.“ Diskussionsstoff gab es für ihn zudem kurz vor Schluss: „In der 92. Minute ist es für mich hundertprozentig ein Elfmeter für uns. In der Gegenaktion fällt dann der Corner und das Tor.“ Gleichzeitig blieb er fair: „Die Schiedsrichterleistung war nicht gut, aber das ist keine Ausrede. Wir müssen das vorher erledigen.“
Die Dramaturgie der Schlussphase traf die Gäste doppelt hart. Nach dem Ausgleich zum 2:2 und der Roten Karte gegen Höbarth musste St. Martin die Nachspielzeit in Unterzahl bestreiten – und kassierte dort das 2:3. Genau diese Mischung aus vergebenen Möglichkeiten, individuellen Fehlern und fehlender Abgeklärtheit ärgerte den Trainer: „Wenn wir in den ersten 20 Minuten aus fünf, sechs Riesenchancen nur zwei, drei machen, gewinnen wir das Spiel hundertprozentig. So stehen wir ohne Punkt da.“ In der Tabelle bleibt St. Martin mit 16 Zählern am Ende des Feldes, der Druck steigt. Bruckner sprach das offen an: „Es tut mir weh. Der Abstieg ist jetzt für uns Thema – aber mit so einer Leistung haben wir es auch nicht verdient.“ Sein Ausblick bleibt klar: „Wir brauchen wieder Ruhe, wir müssen unsere Chancen machen und hinten sauber verteidigen. Gegen Horn haben wir es letzte Woche gezeigt, heute leider nicht.“