In der Gebietsliga Nordwest/Waldviertel lieferte der USV Raabs/Thaya gegen den FC Moser Medical Rohrendorf ein wildes 3:4 ab. Raabs führte früh 2:0 durch Jan Kosak und Florian Kranzl, kassierte aber binnen einer Minute den Ausgleich. Nach der Pause drehte Rohrendorf die Partie, ehe Kranzls spätes 3:4 zu spät kam. Obmann Richard Zarycka haderte mit „individuellen Fehlern“ und sprach von „Gastgeschenken“, die einen schon „fast sicheren Heimsieg“ gekostet haben.

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Raabs legte los wie die Feuerwehr. „Wir sind stark gestartet und hatten in den ersten Minuten zwei Halbchancen“, sagte Obmann Richard Zarycka. Der Schwung zahlte sich früh aus: Florian Kranzl setzte sich links durch und legte quer, Jan Kosak vollendete in der 12. Minute zum 1:0. Kurz darauf gab es die Situation quasi im Spiegelbild – diesmal flankte Kosak auf Kranzl, der in der 19. Minute auf 2:0 stellte. „Rohrendorf war da, glaube ich, von unserem Spiel überrascht“, so Zarycka. Eine Gäste-Chance am langen Eck strich knapp vorbei, Raabs blieb das klar aktivere Team und hatte das Match zu diesem Zeitpunkt im Griff.
Was nach einem perfekten Nachmittag aussah, kippte in Minute 27: Nach einem Abwehrfehler verkürzte Rohrendorf durch Tobias Markhart auf 2:1. „Das war das erste Gastgeschenk“, ärgerte sich Zarycka. Kaum hatte sich Raabs gesammelt, schlug Rohrendorf erneut zu: Nur eine Minute später stellte Fabian Polland auf 2:2. „Der Doppelschlag innerhalb von 60 Sekunden – von 2:0 auf 2:2 – hat das Spiel kippen lassen“, sagte der Obmann. Raabs antwortete dennoch: Roland Gerebenits kam in der 29. Minute nach einem artistischen Versuch knapp nicht zum Torjubel. In der 34. Minute fand ein weiterer Treffer wegen Abseits keine Anerkennung. „Das war sehr knapp – darüber wird heute noch diskutiert“, meinte Zarycka. Mit 2:2 ging es in die Pause.
Nach dem Seitenwechsel kamen die Gäste wacher aus der Kabine. „Rohrendorf hat etwas beim Stand von 2:0 umgestellt – das war, glaube ich, der Vater des Sieges“, erklärte Zarycka. Um die 70. Minute folgte der nächste Rückschlag: Ein zu kurzer Rückpass wurde bestraft, Edgar Kalchhauser drückte zum 2:3 über die Linie (70.). „Auch da wieder ein Fehler, der sie stark gemacht hat“, so der Raabs-Obmann. Der Heimkeeper verhinderte in der 72. Minute mit einer starken Parade Schlimmeres, doch in der 85. Minute traf Polland zum 2:4. Raabs warf alles nach vorne, Kranzl blieb im Eins-gegen-eins eiskalt – 3:4 in der 89. Minute. „Der Anschlusstreffer kam leider zu spät“, bilanzierte Zarycka nüchtern.
In der Analyse blieb Zarycka fair: „Aufgrund der zweiten Halbzeit ist der Sieg von Rohrendorf nicht ganz unverdient.“ Gleichzeitig benannte er klar die Ursachen: „Beim 2:1 für sie und beim 2:3 waren es individuelle Fehler. Mit solchen Gastgeschenken machst du den Gegner stark – so gibst du ein eigentlich fix geglaubtes Heimspiel her.“ Zur Leitung sagte er: „Der Schiedsrichter war grundsätzlich gut.“ Bei einem Foul in der 90. Minute sah er „klar dunkelgelb“, der Unparteiische beließ es jedoch bei Gelb. Gegen einen Top-3-Gegner zeigte Raabs über weite Strecken, vor allem anfangs, was möglich gewesen wäre.