Der Gebietsliga West-Vierte SV Gottsdorf/M./P. hat eine starke Rückrunde hingelegt – und Trainer Fabian Riedler liefert eine klare Einordnung. Nach holprigem Start, einem 3:3 beim Herbstmeister und einer Phase mit vergebenen Chancen arbeitete sich seine Mannschaft in Training und Matches stabil nach oben. „Wir haben uns stetig verbessert“, sagt Riedler, der die Saison mit 44 Punkten auf Rang vier als „großen Erfolg“ verbucht. Besonders hebt er Teamgeist, Siegeswillen – und den Mut der eigenen Jungen – hervor.

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Zu Beginn des Frühjahrs stand der SV Gottsdorf/M./P. gleich auswärts vor einer hohen Hürde. „Gegen den Herbstmeister Loosdorf haben wir ein überragendes 3:3 erkämpft“, erinnert sich Fabian Riedler. Danach folgte ein Durchhänger mit zu vielen ausgelassenen Möglichkeiten. „Wir hatten Riesenprobleme mit der Chancenauswertung“, sagt der Trainer offen. Entscheidend war, dass die Mannschaft nicht stehen blieb. „Wir konnten das gemeinsam im Training und in den Matches immer mehr aufarbeiten und uns stetig verbessern.“ Der Lohn: In den letzten Runden blieb Gottsdorf – bis auf eine Ausnahme – ungeschlagen und beendete die Saison stabil. „44 Punkte und Rang vier sind für uns ein großer Erfolg“, betont Riedler, der ausdrücklich „ein großes Lob an die ganze Mannschaft“ verteilt – inklusive der jungen Eigenbauspieler, die in der Rückrunde vermehrt Spielzeit bekamen.
Trotz vieler Ausfälle war die Laune intern überraschend gut. „Die Stimmung war aufgrund des Erfolgs in den letzten Wochen sehr gut und wurde immer besser“, so Riedler. Auch wenn im Training „immer weniger wirkliche Startelf-Spieler“ zur Verfügung standen, blieb die Energie hoch. „Der Wille war da, der Spaß war da – und der sollte im Amateurfußball immer im Vordergrund stehen. Wenn Freude im Training und im Match da ist, können sich Spieler super weiterentwickeln.“ Zum Personalstatus liefert der Coach klare Updates: „Tobias Brankl leidet seit sechs Wochen an einem Muskelfaserriss, aber seine Genesung geht voran. Für die Sommervorbereitung wird er fit sein.“ Auch der Trainer selbst ist angeschlagen. „Nach dem Statzendorf-Match habe ich mir ein Band am Knöchel gerissen. Es ist nichts Schlimmeres – zum Vorbereitungsstart sollte alles passen.“
Im Sommer bewegt sich etwas im Kader – in beide Richtungen. „Wir verabschieden unseren Torhüter Maros Spanik, der im Winter kam und uns nun wieder verlässt. Unser etatmäßiger Stammtorhüter Marco Brandstätter steht nach seiner Verletzung wieder zur Verfügung“, erklärt Riedler. Zudem geht Kevin Kotzian „zurück zu seinem Stammverein Ybbs“. Schwer wiegt der Abschied von Routine: „Stefan Sailer beendet seine aktive Karriere beziehungsweise legt eine Pause ein. Wir haben ihn im letzten Spiel verabschiedet – ein großer Wermutstropfen.“ Auf der Habenseite steht ein vertrautes Gesicht: „Ein ehemaliger Gottsdorf-Eigenbauspieler von Wieselburg kommt zurück. Er schaut sich im Sommer und Herbst die Situation an und soll seine Rolle in der Kampfmannschaft spielen.“ Weitere Verstärkungen sind möglich, aber offen. „Wenn wir etwas tun, dann im Zentrum und im Angriff. Ob und wie viele – das ist noch nicht spruchreif.“
Riedler schwärmt von den Eigenen – und lobt die Führungsspieler. Einer der jungen Eigenbauspieler habe sich laut Trainer „super etabliert, erst im Training, jetzt mit Einwechslungen und Startelfeinsätzen“. Riedler sei „guter Dinge, dass er sich dauerhaft in der Ersten festsetzt“. Ein starkes Zeichen kam zum Schluss: „Elias Peböck hat im letzten Saisonspiel gegen Oberndorf nach seiner Einwechslung das entscheidende 1:0 erzielt.“ Auch Jonas Deuretzbacher „schnupperte immer mehr Kampfmannschaftsluft“ und bekommt ein Extra-Lob für seine Arbeit. Bei den Erfahrenen denkt Riedler sofort an einen Offensivmann: „Er hat uns gezeigt, wie wichtig er ist – neun oder zehn Treffer in der Rückrunde, da waren Traumtore dabei, sogar knapp hinter der Mittellinie, ins Kreuzeck, und Sololäufe.“ Kapitän Andreas Dörr „hat mehrere Positionen gespielt, nie gemeckert und immer im Sinne der Mannschaft gehandelt“. Anerkennung verteilt der Coach auch nach oben: „Waidhofen/Ybbs hat mit 32 Punkten in der Rückrunde verdient den Titel geholt. Gegen uns haben sie in der 90. Minute das 2:1 gemacht – sie haben bis zur letzten Minute nicht aufgegeben. Gratulation an Waidhofen/Ybbs.“
Die Linie für den Sommer ist gesetzt: Kontinuität mit Augenmaß. „Wir wägen ab, welche Spielertypen wir brauchen“, sagt Riedler, der parallel eine Lücke im Staff schließen muss. „Co-Trainer Lukas Mitmasser kann die Aufgabe ab Sommer aus persönlichen und beruflichen Gründen nicht mehr übernehmen. Ich bedanke mich herzlich – es war eine super Zusammenarbeit mit ihm und der Mannschaft.“ Ein Ersatz wird geprüft, die Marschroute bleibt gleich: Spaß, Wille und Detailarbeit. Die Rückrunde hat gezeigt, dass der SV Gottsdorf/M./P. auch mit einer dünnen Kaderdecke bestehen kann. Mit Rückkehrern wie Brandstätter, fitten Kräften wie Brankl und punktuellen Ergänzungen will Riedler den Schwung mitnehmen. „Die Mannschaft hat in der schwierigen Phase Charakter bewiesen. Darauf bauen wir auf.“