Spielberichte

„Nach dem 3:3 haben wir wieder angefangen, Fußball zu spielen“ – FC Eisenkappel gewinnt das Derby 6:4

SV Sittersdorf
FC Eisenkappel

Was für ein Derby in der 1. Klasse Ost: SV ASKÖ Sittersdorf und FC Eisenkappel lieferten sich am dritten Spieltag ein wildes 4:6, in dem die Gäste nach einer 3:0-Führung den Ausgleich kassierten und danach doch noch zuschlugen. Eisenkappel-Trainer Christopher Kucher sah eine Partie „mit Höhen und Tiefen“ und vor allem den Moment nach dem 3:3 als Schlüssel: „Da haben wir wieder angefangen, Fußball zu spielen.“

Jugendliche Spieler mit Bällen

Image by Alexander Fox | PlaNet Fox from Pixabay

FC Eisenkappel hatte das Spiel lange im Griff

Christopher Kucher hatte nach dem Schlusspfiff keinen Zweifel daran, dass seine Mannschaft über weite Strecken die besseren Phasen hatte. „Im Elf gegen Elf waren wir sehr kontrolliert im Spiel“, sagte der Trainer des FC Eisenkappel. Schon in der ersten Hälfte brachte Rafael Radinger die Gäste in der 28. Minute mit 1:0 in Führung, und diese Führung passte auch zu Kuchers Eindruck von den ersten 45 Minuten. Er wollte zwar nicht von einer klaren Dominanz sprechen, sehr wohl aber von einer Phase, in der seine Mannschaft gute Momente hatte und das Spiel unter Kontrolle hielt. Nach dem Seitenwechsel schien sich das dann endgültig in Zahlen niederzuschlagen. Ziga Kogovsek traf in der 54. Minute zum 2:0 und legte in der 62. Minute das 3:0 nach. Spätestens da schien der FC Eisenkappel auf einem sehr klaren Weg zu sein.

Sittersdorf bringt das Derby noch einmal völlig zurück

Doch genau dann bekam diese Partie noch einmal eine ganz andere Richtung. Kucher sprach bewusst von einem Derby mit eigenen Gesetzen, und diese Gesetze zeigten sich nach dem 0:3 besonders deutlich. Amar Dzafic verkürzte in der 66. Minute auf 1:3, wenig später machte Bojan Canacevic das 2:3, und in dieser Phase war zu spüren, dass das Spiel kippte. Kucher verwies darauf, dass der Gegner mit zwei Standardsituationen, einem Eckball und einem Elfmeter, zurück in die Partie kam. Den Ausgleich zum 3:3 besorgte schließlich Benjamin Lamzari in der 82. Minute. Für den Trainer des FC Eisenkappel war das keine zufällige Entwicklung, sondern die Folge eines beherzten Auftritts des Gegners. Er lobte ausdrücklich, wie stark der SV ASKÖ Sittersdorf zurückkam und wie viel der Gastgeber in dieser Phase in die Waagschale warf.

Nach dem 3:3 schlug der FC Eisenkappel sofort zurück

Für Christopher Kucher lag genau hier der wichtigste Wendepunkt des Abends. „Der wichtigste Moment war nach dem 3:3, dass wir wieder angefangen haben, Fußball zu spielen“, sagte er. Diese Aussage passt perfekt zur hektischen Schlussphase, in der der FC Eisenkappel noch einmal die Kontrolle übernahm. Nur zwei Minuten nach dem Ausgleich stellte Moritz Alexander Puck in der 84. Minute auf 4:3 für die Gäste. In der 87. Minute erhöhte Samuel Cavkunovic auf 5:3, ehe Bojan Canacevic mit seinem zweiten Treffer in der 89. Minute noch einmal auf 4:5 verkürzte. Ganz erledigt war die Partie damit noch nicht, erst in der Nachspielzeit setzte Moritz Alexander Puck mit dem 6:4 den Schlusspunkt. Gerade ihn hob Kucher danach besonders hervor: „Er hat Technik und Abschluss gut kombiniert und war fast der Matchwinner.“ Trotz des Offensivspektakels ordnete der Trainer das Resultat nüchtern ein. Das 6:4 sei „ein sehr schmeichelhaftes Ergebnis“ gewesen, weil auch der SV ASKÖ Sittersdorf in Umschaltmomenten noch gefährlich hätte werden können.

Viel Respekt für den Gegner und ein klarer Blick nach vorne

Bemerkenswert war nach dem Spiel auch, wie sehr Kucher den Blick über das eigene Ergebnis hinaus richtete. Eine strittige Szene war für ihn zwar dabei, doch ein hartes Urteil über den Unparteiischen wollte er gerade deshalb nicht fällen. „Ich habe in der Situation nicht hingeschaut. Ansonsten kann man dem Schiedsrichter wenig Vorwürfe machen“, sagte er. Noch wichtiger war ihm ein anderer Punkt: der Respekt vor dem gegnerischen Tormann Gerhard Kuchar, der laut Kucher mit 54 Jahren zwischen den Pfosten stand. „Allergrößten Respekt. Wenn sich ein 54-Jähriger ins Tor stellt und so eine Partie spielt, ist das unglaublich“, sagte der Eisenkappel-Trainer. Dazu kam der Blick auf die eigene Entwicklung. Kucher sprach von gutem Zusammenhalt, hob die Kameradschaft in seiner Mannschaft hervor und betonte: „Das Wichtigste ist, dass wir als Mannschaft wachsen.“ Mit diesem Derby-Sieg steht der FC Eisenkappel nach drei Runden bei sechs Punkten und damit auf Platz zwei der Tabelle.

1. Klasse Ost: Sittersdorf : Eisenkappel - 4:6 (0:1)

  • 93
    Moritz Alexander Puck 4:6
  • 89
    Bojan Canacevic 4:5
  • 87
    Samuel Cavkunovic 3:5
  • 84
    Moritz Alexander Puck 3:4
  • 82
    Benjamin Lamzari 3:3
  • 69
    Bojan Canacevic 2:3
  • 66
    Amar Dzafic 1:3
  • 62
    Ziga Kogovsek 0:3
  • 54
    Ziga Kogovsek 0:2
  • 28
    Rafael Radinger 0:1