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„Im Endeffekt war es ein gerechtes X“: Rapid Lienz nimmt aus Bad Kleinkirchheim einen Punkt mit

FC Bad Kleinkirchheim
Rapid Lienz

In der Unterliga West hat sich FC Bad Kleinkirchheim am Samstag mit Rapid Lienz 2:2 getrennt. Für Lienz-Trainer Georg Peter Rohracher passte das Ergebnis zum Spiel, weil beide Teams genügend Möglichkeiten auf mehr Tore hatten. Entscheidend aus seiner Sicht: eine starke Lienzer Phase direkt nach der Pause, davor und danach aber zu wenig Konsequenz, während die Gastgeber mit viel Laufbereitschaft, Zweikampfstärke und Zug zum Tor immer wieder gefährlich blieben.

Spieler legt Ball für einen Freistoß zurecht

Image by Alexander Fox | PlaNet Fox from Pixabay

Führung für Lienz, Bad Kleinkirchheim dreht die erste Hälfte

Rohracher erlebte in Bad Kleinkirchheim zunächst genau die offene Partie, die auch das Ergebnis am Ende widerspiegelt. „Es war ein offenes Spiel auf beiden Seiten, mit vielen Torchancen und vielen vergebenen Chancen. Im Endeffekt war es ein gerechtes X“, sagte der Trainer der Gäste. Seine Mannschaft ging in der 21. Minute dennoch in Führung, und diesen Treffer schilderte er sehr konkret: Jaka Corn leitete ein, Andre Tabernig spielte quer in die Mitte, dort vollendete Dominic Girstmair zur 1:0-Führung. Viel länger konnte Lienz den Vorsprung allerdings nicht festhalten. Nur fünf Minuten später glich Sascha Ortner für die Gastgeber zum 1:1 aus, ehe derselbe Spieler kurz vor der Pause noch einmal zur Stelle war und Bad Kleinkirchheim in Minute 40 mit 2:1 nach vorne brachte. Rohracher machte dabei keinen Hehl daraus, dass die Heimelf schon vor der Pause mehrmals gefährlich geworden war. „Die erste Halbzeit hätte Bad Kleinkirchheim ohne Weiteres drei, vier Tore schießen können“, sagte er und sprach damit offen an, dass seine Mannschaft in dieser Phase zu viel zugelassen hatte.

Lienz kommt stark aus der Kabine und lässt den dritten Treffer liegen

Was Rohracher von seiner Mannschaft sehen wollte, bekam er nach dem Seitenwechsel zumindest für eine gewisse Zeit zu sehen. „Die zwanzig Minuten kurz nach der Halbzeit haben wir uns so vorgestellt“, erklärte er, und tatsächlich schlug Lienz unmittelbar nach Wiederbeginn zurück. Jaka Corn traf in der 46. Minute zum 2:2, laut Rohracher mit einem „schönen Rückzieher“, und damit war das Spiel sofort wieder komplett offen. Gerade in dieser Phase sah der Trainer seine Elf am nächsten an dem, was sie sich vorgenommen hatte. „Da haben wir den Ausgleich erzielt und hätten danach auch das dritte oder vierte Tor machen können“, sagte Rohracher. Genau darin lag aus seiner Sicht auch die große verpasste Möglichkeit der Gäste. Lienz hatte nach dem schnellen Ausgleich seine beste Phase, schaffte es aber nicht, daraus mehr Kapital zu schlagen. So blieb die Partie trotz des gelungenen Wiederbeginns offen, statt früh in Richtung Auswärtssieg zu kippen.

Zu lax in vielen Phasen, dazu ein Gegner mit viel Zug zum Tor

Dass am Ende nicht mehr als ein Punkt heraussprang, hing für Rohracher nicht an einer einzigen Szene. Das 2:1 der Gastgeber ordnete er als Elfmeter nach einem Foul ein und sagte dazu: „Kann man geben, kann man nicht geben, aber es war in Ordnung.“ Eine große Diskussion wollte er daraus also nicht machen. Vielmehr sah der Lienz-Trainer die Gründe im eigenen Auftritt. „Die restliche Spielzeit haben wir eigentlich nicht das gemacht, was wir uns vorgenommen haben. Wir waren ein bisschen zu lax und hatten zu wenig Laufbereitschaft“, sagte er. Noch klarer wurde er bei der Frage, was für mehr gefehlt hat: „Gefehlt hat die letzte Entschlossenheit vor dem Tor beziehungsweise in den Zweikämpfen.“ Gleichzeitig verteilte Rohracher auch ein deutliches Kompliment an Bad Kleinkirchheim. „Sicherlich die Laufbereitschaft, die Zweikampfstärke und vorne der Zug zum Tor“, nannte er als jene Punkte, die ihm beim Gegner aufgefallen sind. So entwickelte sich in seinen Augen in den letzten 30 Minuten ein offener Schlagabtausch, in dem beide Seiten noch ihre Momente hatten, sich aber niemand mehr entscheidend absetzen konnte.

Der Punkt passt zum Spiel, zufrieden ist Lienz damit aber nur bedingt

Unter dem Strich nahm Rapid Lienz damit einen Punkt aus einer Partie mit, in der vieles in beide Richtungen möglich war. Gerade deshalb passt der Begriff „gerechtes X“ gut zu diesem Abend, weil Rohracher auf der einen Seite die starke Antwort seiner Mannschaft nach dem Seitenwechsel hervorhob, auf der anderen Seite aber genauso offen ansprach, was ihm nicht gefallen hat. Die Osttiroler zeigten, dass sie in guten Phasen gefährlich werden können, brachten diese Ansätze aber nicht lange genug auf den Platz. Dass der Trainer nach dem Schlusspfiff weniger über Entscheidungen als über Laufbereitschaft, Zweikämpfe und Entschlossenheit sprach, sagt viel darüber aus, wo er für die nächsten Wochen ansetzen will. In der Tabelle hält Lienz nach sechs Runden bei fünf Punkten. Der Auftritt in Bad Kleinkirchheim zeigte dabei beides: genug Qualität für mehr, aber auch noch genug Baustellen, damit es vorerst bei einem gerechten 2:2 blieb.

Unterliga West: Bad Kleinkirchheim : Lienz - 2:2 (2:1)

  • 46
    Jaka Corn 2:2
  • 40
    Sascha Ortner 2:1
  • 26
    Sascha Ortner 1:1
  • 21
    Dominic Josef Girstmair 0:1