In der 1. Klasse Nordwest-Mitte unterliegt der SV Hollenburg gegen Retz II mit 2:4 (0:3) in Runde 22. Nach einer bitteren ersten Hälfte samt frühen Gegentreffern und Rot für Alexander Kolm bäumt sich Hollenburg nach der Pause auf, trifft durch Rene Stockinger und Markus Minihold – zu spät. SL Leopold Steiner spricht von einer schlechten ersten Hälfte, aber einer starken Reaktion und betont: Moral, Druck, Geschlossenheit und Chancen – nur die Effizienz fehlte.

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Hollenburg kam ordentlich rein. „Wir sind grundsätzlich gut in die Partie gestartet“, sagt SL Leopold Steiner. Dann der Knick: In Minute 18 stellt Christian Baier auf 0:1 – ein Treffer, der die Gastgeber früh ins Hintertreffen brachte. Steiner beschreibt es so: „Der Ball kommt von der Seite rein, unser Tormann kommt nicht hundertprozentig ran, er wird abgefälscht und liegt plötzlich vor dem Gegenspieler. Der musste nur noch ins praktisch leere Tor treffen.“ Retz II blieb gnadenlos: Baier legte nach (25.), Tobias Löscher erhöhte nur zwei Minuten später auf 0:3 (27.). „Das zweite und dritte Gegentor waren ebenfalls unglücklich verteidigt“, schildert Steiner. Aktuell werden wir aber auch für nahezu jeden Fehler beinhart bestraft. Als zusätzliches Brett folgte in der 38. Minute die Rote Karte für Alexander Kolm. „Da waren viele Nackenschläge in der ersten Halbzeit, nach dem 0:1 ist der Faden komplett gerissen“, so Steiner. Zur Pause stand ein klares 0:3.
Trotz Unterzahl kam Hollenburg mit frischem Mut und geeinten Willen zurück. „Nach der Pause zeigte die Mannschaft ihr wahres Gesicht, war sehr entschlossen und absolut gewillt, die Partie noch mal spannend zu machen“, erzählt Steiner. Der Plan griff schnell: Die Heimischen setzten Retz unter Druck, und Rene Stockinger besorgte in Minute 56 nach einem Eckball von Leon Steiner den verdienten Anschluss zum 1:3. „Wir haben gleich von Anfang an Druck entwickelt und völlig verdient getroffen“, bestätigt Steiner. Doch der Schwung bekam einen Dämpfer. „Dann sind wir 15 - 20 Minuten überhaupt nicht mehr in die Nähe des gegnerischen Tores gekommen“, sagte Steiner offen. Retz II nutzte die Atempause eiskalt: Wieder war es Christian Baier, der nach einem weiten Ball in die Schnittstelle der aufgerückten Abwehr auf 1:4 stellte (71.). „Das 1:4 fällt genau aus so einer Aktion“, so Steiner. Was Diskussionen anging, blieb er gelassen: „Solide Schiedsrichterleistung.“
Aufgeben? Keine Option für Hollenburg. „Auch da hat unsere Mannschaft nicht aufgegeben“, berichtet Steiner. Die Hausherren erspielten sich in der Schlussphase mehrere gute Abschlüsse, Markus Minihold verkürzte in Minute 87 mit einem tollen Weitschuss auf 2:4. „Wir hatten speziell in den letzten 15 Minuten gute Strafraumsituationen und einige Abschlüsse“, sagte Steiner. Der Lohn blieb aber aus. „Wir sind mehrmals am sehr guten Gästetormann gescheitert.“ So stand am Ende eine Niederlage, aber auch ein kräftiges Lebenszeichen: „Erste Halbzeit nicht gut, zweite Halbzeit tolle Moral – mutig, geschlossen, geeint. Wir haben die zweite Hälfte 2:1 gewonnen.“ Gefragt nach dem Unterschied, fiel seine Antwort knapp aus: „Die Tore.“
Der Blick geht nach vorne: „Wir werden weiterarbeiten, unseren Weg gehen und spielerisch weiterzuentwickeln. Das Momentum kommt zurück, das Glück auch – und dann werden wir wieder Siege feiern. Ich glaube zu 100 % an die Jungs und das Trainerteam. Auch aus solchen Phasen kann man einiges mitnehmen, auch wenn es aktuell ziemlich wehtut, ich leide da auch zu 100 % mit. Fazit: Dass die Jungs zumindest noch ein Unentschieden erreichen, habe ich ihnen ohne Zweifel zugetraut, die Burschen sind das imstande zu leisten, aber dazu braucht man auch eine Portion Glück, und genau dieses Glück fehlt uns aktuell vollumfänglich. Aber jammern ist für uns keine Option, wir stehen wieder auf und arbeiten entschlossen Woche für Woche weiter!"
In der Tabelle hält Hollenburg bei 29 Punkten auf Rang 9, Retz II steht mit 20 Zählern auf Platz 12.