Spielberichte

Nach 1:3 noch 4:3: Wodiczka: „Glück hat nur der Tüchtige“

SC Sitzenberg/R.
Retz II

Drama zum Saisonkehraus in der 1. Klasse Nordwest-Mitte: Der SC Sitzenberg-Reidling dreht daheim gegen Retz II ein 0:2 zur Pause und ein 1:3 nach einer Stunde in ein spätes 4:3. Trainer Armin Wodiczka sprach von einem holprigen Start, sah den Umschwung nach dem 2:3 – und ordnete den Lucky Punch ehrlich ein: „Wenn man so knapp vor Schluss trifft, ist das natürlich auch glücklich. Aber Glück hat nur der Tüchtige.“ Es war der würdige Schlusspunkt eines emotionalen Abends mit mehreren Verabschiedungen.

Spieler in Schwarz-Blau führt den Ball

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Fehlstart, Pausenrückstand und ein Comeback mit Ansage

Aus Sitzenberger Sicht begann es denkbar ungünstig. „Der Start war denkbar schlecht“, sagte Armin Wodiczka und erinnerte an die frühe Großchance: „Die erste Großchance hatten wir durch Manuel Nagelseder, aber postwendend macht der Gegner das 0:1.“ Tatsächlich brachte Christian Baier Retz II bereits in Minute drei in Front. Sitzenberg blieb in dieser Phase fehleranfällig im Aufbau, hatte über Andreas Zottl noch eine gute Möglichkeit, kassierte aber vor dem Wechsel das 0:2 durch Alexander Ullrich (34.).

Nach der Pause kam zunächst Hoffnung auf, weil ein Eigentor von Walter Schipflinger auf 1:2 stellte (59.). Doch Retz II antwortete rasch: Laurenz Lustig traf zum 1:3 (63.). Sitzenberg blieb dran und verkürzte durch Joker Adam Beno auf 2:3 (78.). In einer nun offenen Schlussphase fiel der Ausgleich – laut Wodiczka per Freistoß durch Benjamin Steinwendtner (87.) – und in der Nachspielzeit setzte Andreas Zottl mit dem 4:3 den Deckel drauf. „Mit Willen und Leidenschaft haben wir das Spiel noch gedreht“, fasste der Coach die wilden letzten Minuten zusammen.

Knackpunkt 3:3, Tugenden und ehrliche Einordnung

Wodiczka verortete den Wendepunkt klar nach dem 3:3: „Dieses Tor hat uns beflügelt, das war der Knackpunkt.“ Der Trainer hob einmal mehr die Mentalität hervor: „Wir haben nicht aufgegeben und uns trotz zweimaligem Zwei-Tore-Rückstand immer wieder zurückgekämpft. Am Ende wurden wir belohnt.“ Gleichzeitig blieb er in der Analyse geerdet: „Wenn man so knapp vor Schlusspfiff trifft, ist das glücklich. Aber Glück hat der Tüchtige.“ Besonders bemerkenswert: Sitzenberg trat nicht in Bestbesetzung an. „Es hat mit Haris Garagic der Torschützenkönig gefehlt. Florian Kerzig war verletzt. Und dazu kamen die Langzeitverletzten Daniel Schweigl und Lukas Kucera“, erklärte Wodiczka. Trotz der angespannten Personallage fielen vier eigene Tore – in der Rückschau bleibt für ihn aber auch ein Arbeitsauftrag: „Verbesserungspotenzial haben wir in der Defensive.“

Ein Abend der Verabschiedungen – Zottls letzter Streich und der Blick nach vorn

Der Sieg war eingebettet in einen emotionalen Rahmen. „Wir haben Spieler verabschiedet, die nächste Saison nicht mehr für Sitzenberg-Reidling auflaufen. Auch ich wurde verabschiedet“, berichtete Armin Wodiczka. Der 4:3-Siegtorschütze Andreas Zottl passte perfekt in diesen Abend: „Ich glaube sogar, es war seine letzte Ballberührung für den Club“, meinte der Coach – ein Satz, der Zottls Treffer zusätzlich besonders macht. Wodiczka bedankte sich ausführlich: „Die Fans sind unglaublich. So eine Verabschiedung mit Transparenten und Geschenken habe ich noch nie erlebt.“ Namentlich verabschiedet wurden laut Trainer Fabian Keiblinger sowie die Spieler Lukas Beutl, Andreas Zottl, Lukas Kucera und Adam Nedorost.

Sportlich schließt Sitzenberg die 26. Runde mit 42 Punkten auf Rang sechs ab, Retz II beendet die Saison mit 21 Zählern auf Platz zwölf. Strittige Szenen gab es laut Wodiczka nicht: „Das Schiedsrichterteam war okay.“ Für ihn persönlich ist der Weg vorgezeichnet: „Ich werde Sitzenberg-Reidling nächstes Jahr als sportlicher Leiter unterstützen und die Trainerkarriere an den Nagel hängen.“ Ein klarer Ausblick – und ein Schlusspfiff, der in Sitzenberg noch länger nachhallen wird.

1. Klasse Nordwest-Mitte: Sitzenberg : Retz II - 4:3 (0:2)

  • 94
    Andreas Zottl 4:3
  • 87
    Benjamin Steinwendtner 3:3
  • 78
    Adam Beno 2:3
  • 63
    Laurenz Lustig 1:3
  • 59
    Eigentor durch Walter Schipflinger 1:2
  • 34
    Alexander Ullrich 0:2
  • 3
    Christian Baier 0:1