Spielberichte

Grüneis nach 0:4: "Wir haben die Positionen verlost – das Ergebnis war nebensächlich"

SV Hollenburg
USV Atzenbrugg/H.

In der 1. Klasse Nordwest-Mitte setzte der SV Hollenburg zum Saisonfinale ein klares Zeichen und bezwang den USV Atzenbrugg/H. mit 4:0. Aus Atzenbrugger Sicht stand dabei weniger das Ergebnis im Mittelpunkt als eine besondere Maßnahme nach der fixierten Meisterschaft: Positionen wurden gelost, ein Feldspieler hütete das Tor. Hollenburg nahm die Geschenke an, Kiener traf früh doppelt, Schober und Exinger legten nach – und der Abend blieb ohne Diskussionen.

Fußball und Fußballschuh bei Eckball

Foto: Harald Dostal/fodo.media

Früher Doppelschlag setzt den Ton

Kaum war angepfiffen, lag Hollenburg vorne: In Minute 4 stellte Tobias Kiener auf 1:0, sieben Minuten später legte derselbe Torschütze das 2:0 nach. Aus Sicht der Gäste fiel der erste Treffer per Elfmeter, betonte Karl Heinz Grüneis, doch das änderte nichts am klaren Verlauf der Anfangsphase. Atzenbrugg war an diesem Abend komplett durchgemischt, sogar ein Feldspieler stand im Tor. Hollenburg spielte es ruhig zu Ende und ging mit 2:0 in die Pause. Nach dem Seitenwechsel blieb der Gastgeber effizient: Oliver Schober erhöhte in der 71. Minute auf 3:0, ehe Jonas Exinger spät den 4:0-Endstand herstellte. Beim dritten Treffer, so Grüneis, rutschte dem Aushilfskeeper der Ball „zwischen die Hände durch“.

Grüneis erklärt die Durchmischung

Warum Atzenbrugg so auseinandergezogen auftrat, machte der sportliche Leiter ohne Umschweife klar. „Weil wir Meister geworden sind und die Mannschaft das ganze Jahr Druck hatte, haben wir vor dem Spiel die Positionen – inklusive Tormann – verlost, es war jedoch die Entscheidung des Trainers, ich bin nicht glücklich mit dieser Vorgangsweise, hätte mich lieber mit Anstand verabschiedet“, sagte Karl Heinz Grüneis. „Das soll die Leistung des Gegners nicht schmälern, aber wir haben quer durcheinander gespielt.“ In der Konsequenz funktionierte aus seiner Sicht kaum etwas: „Es hat fast nichts funktioniert, weil alle neue Positionen ausgeübt haben, und so kann fast nichts funktionieren.“ Den Knackpunkt sah er daher glasklar in dieser Entscheidung: „Sonst hätte ich mir keine Sorgen gemacht, ob wir Hollenburg schlagen oder nicht – das war heute nicht das Ziel.“

Respekt für Hollenburg und ein sauberer Abschluss

Bei allem Ärger über das eigene Auftreten blieb Grüneis fair in der Einordnung des Gegners. „Wir haben es Hollenburg leicht gemacht, und Hollenburg hat das Spiel gespielt“, sagte er. „Sie wollten zu Hause gewinnen, haben nach dem Spiel einige Spieler verabschiedet, und der Sieg geht absolut in Ordnung – er hätte auch noch viel höher ausfallen können.“ Auch zur Spielleitung gab es nichts zu sagen: „Es gibt null Diskussionsstoff für dieses Spiel.“ In der Endtabelle steht Hollenburg mit 37 Punkten auf Rang neun, Atzenbrugg geht mit 62 Zählern als Meister über die Ziellinie. Das 0:4 wird im Lager des Meisters als Nebensache verbucht – wichtiger war an diesem Abend das gemeinsame Durchatmen nach einer langen Saison.

1. Klasse Nordwest-Mitte: Hollenburg : Atzenbrugg - 4:0 (2:0)

  • 88
    Jonas Exinger 4:0
  • 71
    Oliver Schober 3:0
  • 11
    Tobias Kiener 2:0
  • 4
    Tobias Kiener 1:0