In der 1. Klasse Nordwest trennten sich am Samstag die ÖTSU Großmugl und der SV Spillern 2:2. Die Gäste verschliefen die erste Hälfte mit zwei schweren Eigenfehlern, legten nach der Pause deutlich zu und holten sich durch einen ganz späten Ausgleich noch den Punkt. Trainer Christian Malek sprach von wirkungsvollen Umstellungen, vielen vergebenen Chancen – und einem möglichen Elfmeter, der aus seiner Sicht ausblieb. Großmugl sah kurz vor Schluss noch Rot, ehe Spillern zuschlug.
Großmugl erwischte den besseren Start und ging früh in Führung: Michal Kucernak stellte in der 6. Minute auf 1:0, Alexandr Stejskal legte in der 42. Minute das 2:0 nach. Für Spillern-Coach Christian Malek war die schwache erste Hälfte klar erklärbar. "Wir konnten in der ersten Halbzeit nicht den Speed und nicht das Engagement auf den Platz bringen", sagte er. Vor allem die Fehlerquote tat weh: "Wir waren zu träge, haben im Aufbau zu viele Abspielfehler gemacht. Beim 0:1 passiert uns ein schwerer Abspielfehler im eigenen Sechzehner, beim 0:2 ein Fehler im Spielaufbau zwischen Tormann und Innenverteidiger – so haben wir dem Gegner die Tore geschenkt." Mit dem 2:0 zur Pause war die Aufgabe für Spillern groß, die Verärgerung über die Art der Gegentore umso größer.
Nach der Pause zeigte Spillern ein anderes Gesicht. Malek hatte gedreht und laut eigener Aussage die richtigen Knöpfe gedrückt: "In der Kabine haben wir die Dinge klar angesprochen. Die Jungs wurden wachgerüttelt, sind mit mehr Speed, mehr Engagement und echtem Siegeswillen rausgekommen." Der Effekt war spürbar, die Gäste erspielten sich Chance um Chance. In der 53. Minute traf Denis Sperlic zum 2:1 – nach einer Standardsituation. "Wir haben viele Möglichkeiten kreiert, aber die positive Chancenverwertung war nicht da", haderte der Trainer und ergänzte: "Beide unserer Tore fallen heute nach Standards." Für Diskussionen sorgte aus seiner Sicht zudem eine Szene im Strafraum: "Für mich war das ein klarer Elfmeter: Philip Frithum wird im Sechzehner sekundenlang am Trikot gezogen und kommt deswegen in Rückenlage zum Abschluss. Der Schiedsrichter hat es anders gesehen – sonst war er okay." Trotz ausgelassener Möglichkeiten blieb Spillern am Drücker.
Die Schlussphase hatte es in sich. Großmugl musste ab der 87. Minute nach Rot für Josip Bosnjak in Unterzahl agieren, Spillern drückte weiter nach vorne. In der Nachspielzeit gelang dann der verdiente Lohn: Patrick Purtscher traf in der 90+5. Minute zum 2:2, auch dieser Ausgleich ging laut Malek auf eine Ecke zurück. "Am Ende sind wir zufrieden, dass wir noch das 2:2 geholt haben. Der Punkt kann im Abstiegskampf wichtig sein", betonte der Spillern-Coach. Zugleich blieb er realistisch: "Das Remis geht in Ordnung. Wenn du in der ersten Hälfte zwei so schwere Fehler machst und danach zwei Tore erzielst, passt das Ergebnis." Warum es beim Unentschieden blieb, fasste Malek knapp zusammen: "An der Chancenwertung in der zweiten Hälfte." In der Tabelle hält Spillern als Zwölfter bei 26 Punkten, Großmugl liegt mit 30 Zählern auf Rang zehn – und für die Gäste zählt jetzt, das Gesicht der zweiten Halbzeit in die letzten Runden mitzunehmen.