In der 1. Klasse Nordwest hat SC Stronsdorf am Samstag bei ÖTSU Großmugl mit 4:2 gewonnen, musste nach einer frühen 2:0-Führung aber deutlich mehr arbeiten, als es zunächst ausgesehen hatte. Genau das sprach Sektionsleiter Ronald Nadler nach dem Schlusspfiff an: Der Auftritt nach der Pause gefiel ihm, doch die vielen liegen gelassenen Chancen blieben trotz des Auswärtssiegs ein großes Thema.

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Stronsdorf kam laut Nadler trotz einiger angeschlagener Spieler sehr gut in die Partie und legte früh den Grundstein für den späteren Auswärtssieg. Schon in der 5. Minute steckte Mark Liskowetz auf Filip Kostic durch, der trocken zum 1:0 einschob. In der 21. Minute folgte fast dieselbe Aktion noch einmal, diesmal bediente Liskowetz Fabian Petzina, der ebenso sicher auf 2:0 stellte. "Das war ein Top-Start ins Spiel", sagte Nadler, und in dieser Phase sprach tatsächlich vieles für die Gäste. Umso ärgerlicher war für Stronsdorf, was danach passierte. Ein Abspielfehler im Aufbau brachte Großmugl zurück, Josip Bosnjak verkürzte in der 26. Minute auf 1:2. Nur zwei Minuten später fiel auch noch das 2:2 durch Ajdin Becirovic. Nadler sprach davon, dass seine Mannschaft danach "ein bisschen in Schockstarre" gewesen sei, und genau so verliefen die letzten Minuten vor der Pause dann auch: Die frühe Kontrolle war plötzlich weg, aus einer klaren Führung war bis zur Halbzeit ein völlig offenes Spiel geworden.
In der Kabine fand Stronsdorf dann aber offenbar die richtige Antwort. Nadler berichtete, dass der Trainer die Mannschaft "wieder wachgerüttelt" und jene Tugenden eingefordert habe, die das Team stark machen. Das zeigte Wirkung. "In der zweiten Halbzeit war das Spiel klar auf unserer Seite", sagte der Sektionsleiter, und dazu passte auch, dass die Gäste einige Möglichkeiten liegen ließen. Chancen für Stefan Edelbauer, Filip Kostic und Mark Liskowetz waren laut Nadler da, um die Partie schon früher zu entscheiden. Dass es bis zur 73. Minute dauerte, störte ihn deshalb mehr als das nackte Ergebnis vermuten lässt. Dann fiel aber doch das 3:2: Kostic traf zunächst die Innenstange, Andreas Becker staubte anschließend zum Führungstreffer ab. Nur zwei Minuten später legte Mark Liskowetz mit dem 4:2 nach. Nadler sprach von einem "wunderschönen Tor" und meinte zugleich: "Das 3:2 war extrem wichtig und längst überfällig." Das 4:2 nahm der Partie danach endgültig den Rest an Spannung.
So klar Stronsdorf die zweite Halbzeit für sich reklamierte, so deutlich formulierte Nadler auch den Punkt, der ihn trotz des Sieges beschäftigt. "Der Auftritt in der zweiten Halbzeit war wirklich sehr gut", sagte er zwar, schob aber sofort nach, wo er weiter Luft nach oben sieht. "Auch wenn es überheblich klingt: Wenn man auswärts vier Tore schießt, müssen wir ganz einfach endlich lernen, dass wir die Spiele schon früher entscheiden." Für ihn hängt das direkt mit der Chancenverwertung zusammen. "Wir kommen immer wieder zu unzähligen Torchancen in jedem Spiel und machen dann zu wenig Tore", lautete seine klare Analyse. Auch im Umgang mit dem Gegner sah er zwei unterschiedliche Halbzeiten. Stronsdorf habe gewusst, welche Spieler man bei Großmugl im Griff haben müsse, gelungen sei das aber "in der ersten Halbzeit nur phasenweise", nach dem Seitenwechsel dann deutlich besser. Der 4:2-Erfolg ist für ihn deshalb verdient, aber eben nicht frei von Kritikpunkten.
Unterm Strich nahm Stronsdorf drei Auswärtspunkte mit und steht nach sechs Runden bei elf Zählern weiter in der Spitzengruppe der 1. Klasse Nordwest. Nadler ordnete den bisherigen Verlauf entsprechend positiv ein, ohne dabei in Selbstzufriedenheit zu verfallen. "Wir haben gut in die Saison hineingefunden", sagte er nach dem Abpfiff, und der Auftritt nach der Pause passte zu dieser Einschätzung durchaus. Gleichzeitig war aus seinen Aussagen klar herauszuhören, dass intern vor allem an der Effizienz gearbeitet werden soll. Denn Spiele wie jenes in Großmugl müssen aus seiner Sicht nicht erst nach einem 2:2 wieder mühsam in die richtige Richtung gedreht werden. Viel Zeit zum langen Nachdenken bleibt ohnehin nicht, denn der Blick geht schon weiter: Als Nächstes wartet für die Stronsdorfer das nächste Heimspiel, auf das sich Nadler nach diesem torreichen Nachmittag bereits freut.