In der 1. Klasse Süd feiert der SC Hochwolkersdorf im Derby gegen den SK Raika Wiesmath einen überzeugenden 5:2-Heimsieg (2:0). Die Hausherren legten vor, überstanden nach der Pause eine heikle Phase und legten entschlossen nach. Trainer Thomas Steiner brachte es nach dem Schlusspfiff auf den Punkt: „Wir haben unseren Speed und unseren Spielwitz genutzt.“ Gleichzeitig sah er noch Arbeit: „Phasenweise ist uns die defensive Kompaktheit verloren gegangen – da müssen wir nachschärfen.“

Foto von Alfonso Scarpa auf Unsplash
Die ersten Minuten gingen eher vorsichtig über die Bühne, beide Teams tasteten sich ab. Dann übernahm Hochwolkersdorf immer mehr die Kontrolle – und traf. In Minute 18 stellte Hasan Duman auf 1:0. Trainer Thomas Steiner zeichnete die Entstehung nach: „Alexander Schrammel hat sich links stark durchgesetzt und eine Maßflanke gebracht. Hasan hat sich davongeschlichen und per Fuß eingenetzt.“ Die Hausherren blieben dran. In der 29. Minute erhöhte Michael Riegler auf 2:0, nachdem die Gäste im Aufbau patzten. „Michael hat den Fehler genutzt, einen Gegenspieler umkurvt und im Eins-gegen-eins eingeschoben“, sagte Steiner. Mit diesem Zwei-Tore-Polster ging es in die Kabinen – die Hausherren hatten mehr vom Spiel, ohne schon durch zu sein.
Nach Wiederbeginn kippte die Stimmung kurz: Wiesmath kam frischer zurück, suchte hohe Bälle und Standards – genau das, womit die Gäste immer wieder gefährlich wurden. „Wir hatten da eine Schwächephase, Wiesmath war stärker“, gab Steiner offen zu. Er hob aber auch seinen Schlussmann hervor: „Gott sei Dank hatte unser Tormann einen richtig guten Tag und hat fast alles entschärft.“ Der nächste Stich ging dennoch an die Heimischen: In der 70. Minute stellte Hasan Duman mit seinem zweiten Treffer auf 3:0. Für Steiner war das sinnbildlich für den Auftritt seiner Mannschaft: „Unser offensiver Spielwitz und unsere Beweglichkeit haben die Wiesmather Abwehr immer wieder vor große Probleme gestellt.“ So gewann Hochwolkersdorf in dieser Phase wieder Klarheit und Ruhe.
Ganz erledigt war die Sache trotzdem nicht. Wiesmath meldete sich in der 73. Minute zurück: Josef Schwarz wühlte sich durch und verkürzte auf 3:1. „Er hat sich im Strafraum in seiner einzigartigen Manier durchgetankt und aus kurzer Distanz reingespitzelt“, beschrieb Steiner. Die Antwort der Hausherren ließ nicht lange auf sich warten: Michael Riegler stellte in der 76. Minute auf 4:1. Spät wurde es noch einmal heikel, als Andras Stieber per Elfmeter in der 85. Minute zum 4:2 traf. Steiner erinnerte zudem an eine Szene, die nicht im Tor endete, aber für einen Moment die Nerven kitzelte: „Stieber hat einen Freistoß an die Stange gesetzt. Wenn der drin ist, wird es nochmal richtigvdpannen.“ Die endgültige Entscheidung fiel in Minute 89: Nach einem sehenswerten Sololauf von Elias Meisl chippte dieser den Ball zur Mitte, und Youngster Robert Scherz drückte aus kurzer Distanz zum 5:2 über die Linie – der Schlusspunkt in einem offenen, torgefährlichen Derby.
In seiner Gesamtanalyse blieb Thomas Steiner bei einer klaren Linie. „Über neunzig Minuten waren wir die bessere Mannschaft. Auch wenn Wiesmath seine Phasen hatte, hatte ich nie das Gefühl, dass wir das Spiel aus der Hand geben“, sagte der Hochwolkersdorf-Trainer. Er führte die Entscheidung vor allem auf die Qualitäten nach vorne zurück: „Wir haben unseren Speed, unsere Beweglichkeit und unseren Spielwitz ausgenutzt.“ Gleichzeitig bremste er die Euphorie mit einem Arbeitsauftrag: „Die defensive Kompaktheit, die uns zuletzt ausgezeichnet hat, ist uns phasenweise verloren gegangen. Dann gibt’s keine Diskussionen mehr und wir kassieren wohl auch nicht zwei Gegentore.“ Respekt gab es für den Gegner: „Wiesmath hat viele Ausfälle, einen richtigen Antilauf – aber sie haben über 90 Minuten plus gekämpft wie die Löwen. Wenn der eine oder andere Standard reingeht, bekommen wir noch Probleme.“ Zum Schiedsrichter fand Steiner nüchterne Worte: „Der Schiedsrichter war in Ordnung.“ Und dann überwog die Freude über den lang ersehnten Derbytriumph: „Es war schön zu sehen, was wir dem ganzen Vereinsumfeld für eine Freude gemacht haben – dem Verein, dem Vorstand, dem Fanklub. Ein Derby-Sieg nach so langer Zeit macht mich einfach stolz auf mein Team.“ Mit nun 40 Punkten liegt Hochwolkersdorf im Spitzenfeld, während Wiesmath bei 32 Zählern bleibt – Rückenwind hier, harte Arbeit dort für die kommenden Runden.