Spielberichte

„Wir müssen die Nachwuchsarbeit verstärken“ – Kurzweil über Guntersdorfs Weg nach Rang zwei

SC Guntersdorf

In der 2. Klasse Pulkau-/Schmidatal blickt der SC Guntersdorf auf eine starke Saison mit Rang zwei zurück – und stellt die Weichen für den Sommer. Obmann Franz Kurzweil spricht von „Aufbruchstimmung“, aber auch klaren Hausaufgaben: mehr Trainingsbeteiligung, frischer Schwung im Nachwuchs und ein Jubiläumsfest, das den ganzen Ort mitnimmt. Die Relegation ließ man bewusst aus, der Kader wird behutsam angepasst. „Die Basis für die nächste Saison ist gelegt“, sagt Kurzweil – mit Blick auf Stabilität und Zukunft.

Torwart in grüner Dress beim Abstoß

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Rang zwei, junge Stammkräfte und ein bewusster Verzicht

Der Rückblick fällt in Guntersdorf wohltuend klar aus. „Mit dem sportlichen Erfolg, sprich Tabellensituation, sind wir mehr als zufrieden“, sagt Franz Kurzweil. Besonders stolz ist der Obmann auf die Durchlässigkeit: „Sehr gut geklappt hat die Integration unserer fünf jungen Spieler, die aus dem Nachwuchs schon Stammspieler geworden sind.“ Das Umfeld trägt diesen Schwung mit. „Die Stimmung ist gut, es ist ein bisschen Aufbruchstimmung.“ Trotz der starken Platzierung verzichtete der Verein auf das Abenteuer Relegation. „Wir hätten Relegation spielen dürfen und haben verzichtet, weil für uns der Aufstieg in die 1. Klasse weder sportlich noch wirtschaftlich infrage kommt“, erklärt Kurzweil. In der Liga ließ Meister Gaubitsch wenig liegen, dahinter blieb Guntersdorf verlässlich oben – ein Fundament, auf dem man jetzt gezielt weiterarbeiten will.

Kaderfeinschliff, Blessuren und der Wunsch nach mehr Trainingsbeteiligung

Personell setzt der Verein auf ruhige Hand. „Es verlassen uns zwei Legionäre, Michal Ondica und Ondrej Sukup. Wir haben aber schon zwei neue Spieler aus dem Nahbereich von Znaim, die werden sicher eine Verstärkung sein. Ansonsten bleibt der ganze Kader beieinander“, so Kurzweil. Sorgen bereiten die Wehwehchen der Routiniers. „Zwei sehr erfahrene Spieler sind leider angeschlagen: Patrick Schieszling hat Hüftprobleme und eine Operation hinter sich, und Georg Kurzweil hat nach seinen Kreuzbandrissen Themen.“ Auch Christian Hogl kämpft „ständig mit Knieproblemen“. Parallel richtet der Obmann einen Appell an die eigene Truppe: „Wir hätten uns von der Vereinsleitung mehr Trainingsbeteiligung gewünscht. Für Kameradschaft und Zugehörigkeit wäre es wünschenswert, wenn der komplette Kader die zwei Einheiten überwiegend wahrnimmt.“ Und auch die Breite bleibt im Blick: „Die Reserve ist stabil, stellt immer eine Mannschaft, hat Niederlagen und Siege und ist begeistert dabei“ – und hilft im Vereinsleben mit.

Nachwuchs als Schlüsselprojekt – von Schnuppertraining bis ehrenamtlicher Leitung

Über allem steht in diesem Sommer ein großes Thema: der Unterbau. „Wir müssen unsere Nachwuchsarbeit in der Gemeinde verstärken, sonst haben wir in den nächsten Jahren ein Problem“, sagt Kurzweil offen. Konkrete Schritte sind im Laufen. „Patrick Schieszling und Georg Kurzweil beginnen wieder mit einem Kindertraining und Schnuppertraining, wir bewerben das mit Flugzetteln, im Internet und in den Medien.“ Was noch fehlt, ist eine feste Ansprechperson: „Am wichtigsten wäre ein Nachwuchsleiter oder eine Nachwuchsleiterin – eine junge Mutter oder ein Vater, den wir begeistern können.“ Auch sportlich will man die Basis verbreitern: „Wir wollen unbedingt mit einer U7, U8 starten.“ Zusätzlich hält Guntersdorf die Augen nach Talenten offen. „Wir schauen noch, ob wir von einem Nachbarverein einen 16-jährigen Spieler dazubekommen“, so der Obmann, der das Thema nachhaltig verankern will.

80-Jahr-Feier, Vereinsarbeit und der Blick nach vorne

Parallel zur Kader- und Nachwuchsarbeit lädt der Verein Anfang August zum großen Jubiläumsfest. „Wir haben ein wirklich gutes Programm auf die Füße gestellt“, sagt Kurzweil. Am Freitag steigt die Geburtstagsfeier mit allen Vereinen im Festzelt, am Samstag ist um 16 Uhr ein Match der Kampfmannschaft geplant – dazu Musik und eine Travestie-Show, um Mitternacht ein Feuerwerk. Am Sonntag folgen Fest- und Gedenkgottesdienst, Frühschoppen, Ehrungen und als Höhepunkt die Bausteinverlosung mit attraktiven Preisen. „Wir wollen mit Aktionen wie Hundertschaften bei den Spielen und einem monatlichen Mittagstisch in der Bevölkerung noch spürbarer sein“, erklärt der Obmann. Organisatorisch denkt er langfristig: „Wir werden wohl Ende des Jahres oder im ersten Quartal 2027 eine Generalversammlung haben. Nach 31 Jahren als Obmann sollte man über eine neue Vereinsführung nachdenken. Im Moment tritt aber niemand hervor.“ Zum Schluss ein Danke: „Wir wurden überall gut aufgenommen und hoffen, auch ein fairer Gastgeber gewesen zu sein.“ Ein Derby mehr dürfte in der neuen Einteilung dazukommen – und sportlich gilt: „Wenn wir unter den ersten fünf stabil mitspielen und wieder unter die ersten drei kommen, ist das ein Erfolg.“